Manon Garcia

Feb 022017
 
Henrike Doerr - Textwelten.com - Lektorat und Redaktion

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Im Rahmen des Blog-Wichtelns vom Texttreff (texttreff.de) zog Henrike Doerr (textwelten.com – Lektorat und Redaktion) meinen Blog. Ich freue mich über ihren Gastbeitrag, in dem Sie ein Interview mit einer Person führt, die sich mit den Themen Hochbegabung und Hochsensibilität frisch auseinandersetzt.


Hochbegabt und vielleicht hochsensibel – und nun?

Ich wurde zwar nie getestet, bin mir nach entsprechender Recherche im Netz jedoch sicher, dass ich weder hochbegabt noch hochsensibel bin (auch wenn mir meine Eltern als Teenager bei Streitereien gern Letzteres unterstellten, aber das ist ja nicht gemeint). Ich bin auch keine Expertin für diese Themen. Wie also fundiert in einem Fach-Blog über etwas schreiben, worin ich mich weder gut auskenne noch was mich direkt zu betreffen scheint? Ich habe gegrübelt und bin zu dem Schluss gekommen, es mit dem guten alten Einfühlungsvermögen zu versuchen. Ich habe überlegt, was für Fragen eine Person umtreiben, die ganz am Anfang steht und gerade erst beginnt, sich mit den Themen Hochbegabung und Hochsensibilität zu beschäftigen. Und ich habe das Glück, jemanden zu kennen, der sich in genau dieser Situation befindet. Ich habe ein Interview mit Ralf (41) geführt, in dem er meine Fragen sehr offen beantwortet.

Ralf, du hast mir erzählt, dass du dich mit Hochbegabung und Hochsensibilität beschäftigst. Wieso?

Als Kind wurde ich auf einen hohen Intelligenzquotienten getestet. Ich war damals acht Jahre alt. Es kam ein Ergebnis von 138 heraus. Passiert ist damit nichts weiter. Meine Eltern haben das nicht mit mir besprochen und ich bin auch auf meiner Schule geblieben. Soweit ich weiß, wurden auch meine Lehrer nicht informiert. Der IQ-Test hatte also keinerlei Konsequenzen. Rückblickend glaube ich, dass sich vielleicht manche Dinge in meinem Leben durch die Hochbegabung und vielleicht auch eine Hochsensibilität erklären lassen. Verschiedene Dinge zum Beispiel, die ich wahrnehme und als seltsam erlebe oder zumindest als abweichend von den Wahrnehmungen anderer.

Kannst du das etwas genauer beschreiben?

Ich fühle mich oft rastlos, auch in der Gesellschaft anderer Menschen. Ich bin schnell gelangweilt und möchte gern immer Neues erleben. Aber das ist natürlich schwierig, weil der Alltag eben nicht aus immer neuen Dingen besteht. Dadurch bewege ich mich einfach nicht gut in Gesellschaft.

Und was erhoffst du dir von der Beschäftigung mit dem Thema Hochsensibilität und Hochbegabung?

Wahrscheinlich eine Antwort darauf, warum ich mich so oft anders fühle, warum ich z. B. so rastlos und schnell gelangweilt bin, wenn sich andere prächtig amüsieren. Ich möchte gern begreifen, wo diese Phänomene herkommen. Vielleicht gibt es ja sogar Lösungen dafür. Vor allem möchte ich aber lernen, das zu akzeptieren und so vielleicht endlich aus dieser Denkspirale herauskommen, in der ich mich oft befinde.

Welche Fragen treiben dich dabei ganz besonders um?

Am meisten eigentlich, warum ich mich in Small-Talk-Situationen nicht gut aufgehoben fühle. Das fällt mir wirklich schwer. Aber leider kommt man da ja nicht drum herum. Ich habe meistens überhaupt keine Lust auf Small Talk, aber wenn ich nicht als absoluter Sonderling gelten möchte, muss ich damit wohl irgendwie umgehen. Wenn ich das nicht lerne, wollen die Leute vielleicht nicht mit mir sprechen.

Welche Gefühle verbindest du mit den Begriffen Hochbegabung und Hochsensibilität?

Hochbegabt – das klingt arrogant, wenn man das über sich selbst sagt. Dabei merke ich beim Lesen über dieses Thema, dass ich kaum Nutzen davon habe. Vielmehr werden die Begleiterscheinungen zum Problem. Tatsächlich glaube ich, dass man mit einem niedrigeren Intelligenzquotienten vielleicht unbedarfter an das Leben herangeht und insgesamt weniger grüblerisch ist.

Was wirst du weiter tun?

Ich werde mich erkundigen, ob es für mich sinnvoll wäre, einen Test zu machen, ob ich hochsensibel bin. Und dann sehe ich mal weiter.


Wer interessiert ist und mehr über Henrike Doerr (Lektorat und Redaktion) erfahren möchte, folge diesem Link zu ihrer Seite http://www.text-welten.com.

Ich bedanke mich über diesen Gastbeitrag, der sehr schön die Zweifel und Unsicherheit eines Menschen zeigt, der sich neu mit den Themen Hochbegabung und Hochsensibilität auseinandersetzt, um mehr über sich und das Leben herauszufinden.

Eure,

Manon García

Dez 282016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Im Rahmen das alljährig stattfindenden Blogwichtelns vom Texttreff (www.texttreff.de) habe ich Sabine Schlimm gezogen. Ihr Blog: Schmeckt nach mehr (www.blog.punktkommatext.de) beschäftigt sich mit den Themen Gefühle und Essen.

Diesen Themen habe ich mich aus der Sicht der Hochbegabung, Hochsensibilität und dem Asperger-Syndrom genähert und meine Gedanken dazu aufgeschrieben. Es kam ein interessanter Beitrag dabei heraus, wie ich finde.

Mit diesem Link kommt ihr direkt zu meinem Gastbeitrag: http://blog.punktkommatext.de/blogwichtelbeitrag-meine-gefuehle-zum-thema-essen/ Viel Spaß beim Lesen!

Kennt ihr das? Habt ihr Fragen oder Anregungen? Dann nutzt die Kommentarfunktion. Ich freue mich.

Eure,

Manon García

Dez 052016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Positive Wirkung von Hunden auf Menschen

Hunde wirken positiv bei Depressionen und helfen Menschen aus der Isolation heraus. Allerdings gilt es bei der Kommunikation Hürden zu überwinden, denn ein Hund achtet auf Gestik, Mimik und Verhalten. Wie ich im ersten Beitrag zu diesem Thema allgemein ausführte.

Kommunikation zwischen Hund und Mensch

In diesem Beitrag möchte ich auf die Kommunikation mit dem Hund eingehen, der auf Merkmale und Verhaltensweisen achtet, die den beiden genannten Menschen schwerfallen.

Die Forschung mit Hunden und Wölfen hat herausgefunden, wie die Kommunikation zwischen Hunden funktioniert und somit auch zwischen Mensch und Hund. Es sind Gesten und die Haltung, die dem Hund Signale geben.

Hundekommunikation

Ein Lächeln sagt dem Hund, dass alles entspannt ist. Ein verkniffener Mund bedeutet Anspannung, Achtung Gefahr. Eine gebückte Haltung, vorgezogene Schultern, deuten daraufhin, dass man sich dem Hund unterwirft und die Führungsrolle des Hundes akzeptiert. Genauso ist es, wenn der Mensch auf den Hund achtet, ihn beobachtet und reagiert, wenn dieser einen anschaut. Das alles bedeutet für den Hund, dass er in seiner Führungsrolle bestätigt wird.

Wie verhalten sich depressive Menschen?

Sie sind meist kraftlos, lustlos und hängen durch. Schultern nach vorn, gebeugte Haltung, durch die Aussichtslosigkeit gibt es eher selten ein Lächeln, eher einen verkniffenen, verzweifelten Mund. Dazu einen leeren Blick und ein schleppender Gang. Energie ist selten in großem Maße vorhanden. Ein bestimmtes Auftreten zählt eher weniger zum Repertoire.

Wie verhalten sich Menschen mit dem Asperger-Syndrom?

Mimik ist für diese Menschen eher zweitrangig. Bei anderen könnten sie wenig damit anfangen, da sie sie oftmals nicht verstehen. Bei sich selbst achten sie deshalb nicht sonderlich auf ihre Mimik und ihnen wird oftmals gesagt, wenn du lächelst, hast du ein hübsches Gesicht. Diese Menschen lassen ihre Gesichtsmuskeln hängen, egal, ob sie glücklich oder traurig sind. Nicht selten werden sie angesprochen, was sie denn hätten, weil andere Menschen aufgrund der Mimik davon ausgehen, dass sie etwas bedrückt. Dabei geht es den Aspergern möglicherweise gut, aber es macht sich für andere nicht im Gesicht bemerkbar.

Auswirkungen auf die Beziehung mit dem Hund

Egal, ob depressiv oder Asperger, bei beiden wird dem Hund etwas suggeriert, was dieser falsch deuten kann. Der Hund könnte unsicher reagieren, weil die Körpersprache mitunter etwas anderes aussagt, als die Tonalität der Sprache oder der Handlung, wie der Gabe von Leckerlies.

Oder aber, der Hund glaubt, aufgrund der Verhaltensweisen des Menschen, der Rudelsführer sein zu müssen, aber dann kommen Reaktionen des Menschen, die dieses infrage stellen. Hier können sich Konflikte ergeben, die eskalieren können, denn in der Rolle des Rudelführers muss der Hund reagieren und sein Rudel bewachen und sanktionieren.

Notwendige Veränderungen für die Verständigung

Ein Mensch mit hängenden Schultern müsste diese zurückziehen und zumindest so tun, als ob er bestimmt auftritt. Auch muss der Mensch so tun, als hätte er Energie, zudem gilt es zu lächeln, wenn der Hund etwas gut macht und keine Gefahr droht. Vorangehen und dem Hund das Gefühl geben, dass man alles im Griff hat, ist aber verdammt schwer, wenn man sein eigenes Leben noch nicht mal schafft und alles zu schwer scheint.

Auswirkungen auf den Menschen

Es ist zu hoffen, dass der Blick in die Hundeaugen und das Wissen, dass der Hund durch inkonsequentes Verhalten in eine Rolle gedrängt wird, in die er nicht möchte, und die ihm nicht guttut, helfen, bei sich diese Veränderungen vorzunehmen. Und, wenn dem Hund Stärke suggerieren wird, die noch nicht vorhanden ist, diese Vortäuschung und die Reaktion des Hundes helfen, dass der Mensch langsam aber sicher die Stärke aufbauen kann, die er vorgibt zu haben. Die Täuschung dazu führt, dass der Mensch sich von innen aufbaut und zurück ins Leben findet.

Eine weitere Folge ist, dass man sich genauer beobachtet und auf sich achtet. Plötzlich wird einem bewusst, wie oft man die Mundwinkel nach unten gezogen hat und zieht sie dann nach oben. Nicht übertrieben, nein, angemessen. Sich selbst beobachten ist ein erster Schritt zu mehr Selbstbewusstsein, sich selbst wieder bewusst werden. Auf sich achten, ist der erste Schritt zur Selbstachtung.

Therapeutische Wirkung durch einen Hund

Es ist erwiesen, dass Hunde eine positive Wirkung auf Menschen haben, besonders auf depressive Menschen. Das wertfreie und vorurteilsfreie Verhalten eines Hundes, die Begleitung, die Anwesenheit, das Streicheln, die Bewegung, sind Punkte, die dem Menschen nachweislich aus seinen Depressionen holen können. Der Spaziergang hilft aus dem Haus zu gehen, wenn einem nur nach dem Verkriechen im Bett zumute ist. Aus seinem (selbstgewählten) Gefängnis zu entkommen, gibt einem ein Gefühl von Freiheit, auch, wenn diese nicht freiwillig, sondern notgedrungen erledigt werden, weil der Hund sein Geschäft erledigen muss oder aber Bewegung braucht.

Das gilt natürlich auch für Menschen mit dem Asperger-Syndrom, die sich nicht verstanden und mitunter wie ein Alien fühlen. Oftmals wird der freiwillige Rückzug in die eigenen vier Wände gewählt, um sich diesen Begegnungen mit anderen nicht mehr stellen zu müssen. Mit dem Hund gilt es aber regelmäßig aus dem Haus zu gehen. Auch bleibt es nicht aus, dass man aufgrund des Hundes in Gespräche verwickelt wird. Hier werden Gespräche geführt, die einem Asperger leichter fallen, weil es ein festes Thema gibt: Hund. Das kann erweitert werden zu Hundetraining, Hundeprobleme, Hundeverhalten, etc. Die Smalltalk-Gespräche mit Nachbarn werden durch Hunde-Gespräche ersetzt, die leichter zu führen sind. Somit wird die Isolation ein Stück weit aufgehoben.

Fazit

Depressive Menschen und/oder Menschen mit dem Asperger-Syndrom, die sich zurückziehen und denen an ihrer Haltung deutlich anzusehen ist, dass sie darunter leiden, müssen dieses mit einem Hund überdenken und ändern, um ihn nicht in eine gefährliche Situation zu bringen. Diese Veränderung fällt natürlich nicht leicht, aber wenn einem die liebevollen, treuen Augen anschauen, gibt es vielleicht die notwendige Motivation, um diese Veränderungen anzugehen. Wurden diese Veränderungen, wenn auch anfangs vorgetäuscht, geschafft, entwickelt sich eine Verbundenheit mit dem Hund, die stärkt und aufbaut.

Eure,

Manon García

Nov 222016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Positive Wirkung von Hunden

Hunde wirken beruhigend und helfen Menschen mit Depressionen aus ihrem dunklen Loch zu kommen oder Menschen mit dem Asperger-Syndrom unter Leute zu gehen. Eine Hundeerziehung funktioniert anhand der Hundepsychologie über Energie und Führung und es Bedarf Gespräche mit Mitmenschen, aber wie sollen das Depressive oder Asperger-Menschen hinbekommen?

Auswirkungen von Depression oder Eigenschaften vom Asperger

Depressive Menschen oder Menschen mit Asperger sind mitunter schlapp, müde oder kraftlos, gehen aus unterschiedlichen Gründen nicht aus dem Haus, gehen Menschen aus dem Wege, mögen kein Smalltalk, leben oftmals mit Ängsten, fühlen sich unverstanden, sodass sie sich einigeln und allein sind. Gerade das Unverstandene und die Ausweglosigkeit aus dem Alleinsein kann sehr bedrückend sein.

Kommunikation von Hunden

Hunde sind Rudeltiere, die mittels Körpersprache, Sprache, Mimik und Energie kommunizieren. Gerade die Energie ist ein wichtiger Faktor bei der Kommunikation innerhalb einer Gruppe. Sie leben im Hier und Jetzt und spiegeln die Emotionen des Gegenübers. Sie sind zufrieden und glücklich, wenn sie einen Führer haben, dem sie folgen können, ausreichend Bewegung und Essen haben. Sollten dazu noch Streicheleinheiten kommen, ist die Welt perfekt.

Passen Depression und Hund zusammen?

Ein depressiver Mensch könnte seine Depression eindämmen oder gar besiegen, wenn er einen Hund besitzt. Aber der Hund muss geführt werden, was ein müder, kraftloser Mensch kaum bieten kann. Fehlt doch oftmals sogar die Kraft sich selbst zu führen. Wie aber passt das jetzt zusammen?

Passen Asperger-Menschen und Hund zusammen?

Einem Menschen mit dem Asperger-Syndrom wird oftmals nachgesagt, dass seine Mimik distanziert oder abwesend wirkt. Auch scheint das Gesicht oft eingefroren. Aber ein Hund liest im Gesicht. Er erkennt, ob jemand griesgrämig oder freundlich schaut. Ein Rudelführer soll freundlich und bestimmt auftreten. Wie passt das zusammen?

Wird sich ein Hund angeschafft, muss sein Leben umgekrempelt werden, was anfangs gerade für den Asperger / die Aspergerin eine Tortur sein kann. Alles was vorher an Struktur vorhanden war, wird durch einen Hund oder Welpen über den Haufen geschmissen. Nichts ist mehr wie es wahr!

Auch depressive Menschen schaffen es oftmals nicht, sich eine Struktur zu geben. Wie soll da eine Struktur für einen Neuankömmling geschaffen werden?

Vorteile von einem Hund

Die Vorteile liegen aber auf der Hand. Sei es, dass man nicht mehr alleine ist, sich verstanden fühlt, automatisch durch die Spaziergänge mehr Bewegung bekommt, durch die Mentalität eines Hundes mehr im Hier und Jetzt gelebt wird und, wenn man es zulassen kann, die Ruhe vom Hund auf einen selbst übergeht.

Nachteile von einem Hund

Allerdings wiegen die Nachteile schwer. Durch die Spaziergänge und einem Hund wird man öfters in Gespräche verwickelt, denen man nicht mehr so leicht entfliehen kann, es muss Verantwortung übernommen werden, auch, wenn einem danach ist, sich nur noch ins Bett zu legen und zu verkriechen, die Angst Fehler bei der Erziehung zu machen wiegen schwer.

Chancen, die sich mit einem Hund ergeben

Die Chance, dass die Vorteile überwiegen, sind gut, wenn es sich um einen Hund handelt, den man wirklich liebt/mag. Das Herz muss aufgehen, wenn man in die treuen Augen schaut oder man mit der feuchten Nase angestupst wird. Die Verbindung, die zwischen Hund und Mensch aufgebaut werden kann, wird viele Entbehrungen ausgleichen, die gemeinsamen Unternehmungen, die Kommunikation, die in der Form oftmals nur mit Tieren vorkommt, wiegen viele Nachteile auf. Zudem bleibt die Hoffnung, dass die Depression abgeschwächt oder gar bekämpft werden kann, und, dass der Mensch mit Asperger sich durch seinen Hund wieder in der Gesellschaft bewegen kann, weil er bestärkt und motiviert.

Wer sich auf eine harte Anfangszeit einstellt, aber das Ziel vor Augen hat, der kann diese überstehen und ein neues Leben beginnen.

Zu diesem Thema werde ich einzelne Punkte aufgreifen, was passieren kann, wenn man sich einen Hund anschafft und depressiv und/oder das Asperger-Syndrom hat. Beim Hund handelt es sich aber nicht um einen speziell ausgebildeten Hund für Asperger oder Autisten.

Ich wünsche euch ein erfülltes Leben, mit oder ohne Hund!

Eure,

Manon

 

Okt 112016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Fragen zum Asperger-Syndrom


• Gibt es wirklich weniger Frauen als Männer mit Asperger-Syndrom?
• Was passiert, wenn sich Menschen mit Asperger so sehr anpassen, dass sie nicht mehr erkannt werden? Nicht von sich, nicht von anderen?
• Wie kommt man aus dieser Falle heraus?

Kompensationsstrategien

Nach Tony Attwood gibt es vier Kompensationsstrategien beim Asperger-Syndrom:

  • Reaktive Depression (Schuld bei sich selbst suchen)
  • Flucht in die Fantasie
  • Nachahmen/Anpassen
  • Leugnen und Überheblichkeit

In meinem heutigen Beitrag geht es um das Nachahmen und die Anpassung.

Sozialisation von Frauen

Frauen generell zeigen durch ihre Gene und der Sozialisation das Verhalten des Zusammenhalten und der Herstellung von Harmonie. Wohl auch aus diesem Grund setzen Aspergerinnen meistens die Nachahmung und Anpassung von den oberen vier Punkten ein.

Was bedeutet Kompensation?

Laut Wikipedia (Stand: 10.10.2016) bedeutet Kompensation Ausgleichen oder Ersetzen. Im psychologischen Kontext bedeutet das, dass vermeintliche Mängeln oder negative Eigenschaften durch andere Fähigkeiten ausgeglichen oder ersetzt werden.

Aspergereigenschaften kompensieren

Menschen mit Asperger (bzw. einer Autismusspektrumstörung) versuchen ihre vermeintlichen Defizite, ihre ungeliebten Eigenheiten durch ein angepasstes Verhalten zu ersetzen, welches sie durch Handlungen und Äußerungen im Umfeld nachahmen. Sie passen sich an und funktionieren, sodass sie nicht mehr auffallen und dazu gehören.

Versteckte Aspergerinnen

Aspergerinnen sind in der Lage sich unter Umständen dermaßen perfekt an ihr Umfeld anzupassen, dass sie nicht entdeckt werden, besonders, wenn noch eine Hochbegabung/Hochsensibilität hinzukommt. Attwood erforschte, dass deshalb nur ungefähr ein Viertel der Aspergerinnen erkannt und diagnostiziert werden. Bis dato wurde fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es mehr Asperger als Aspergerinnen gibt. Man sprach von einem Verhältnis 4 : 1 ( Männer : Frauen).

Folgen dieser Kompensationsstrategie

Menschen mit dem Asperger-Syndrom haben das Anpassen mitunter derart verinnerlicht, dass sie nicht nur das Umfeld täuschen, sondern auch sich selbst. Sie wissen weder, wer sie sind, noch wenden sie die Anpassung bewusst an. Das ständige Anpassen und Nachahmen erfordert unwahrscheinlich viel Kraft und Energie. Läuft die Anpassung automatisch ab, werden keine bewussten Pausen oder Auszeiten genommen. Die damit einhergehende dauerhafte Überforderung führt diese Menschen oftmals in eine Unzufriedenheit oder schlimmer, in Krankheiten wie Depression.

Änderungen des Mechanismus

Wer diese Entwicklung in seinem Sinne ändern möchte, sollte diesen Automatismus durchbrechen. Hierfür ist ein bewusster Umgang mit sich und seinem Umfeld notwendig. Handlungen und Äußerungen sollten reflektiert und analysiert, um zu erkennen, warum man tut, was man tut. Auch die Frage, ob das Verhalten antrainiert oder das Eigene ist, ist wichtig. Je nachdem, sollten sich Strategien überlegt werden, um mehr aus sich selbst heraus zu unternehmen und man wieder man selbst sein kann.

Schwierigkeiten

Natürlich ist es nicht einfach plötzlich auf sich zu hören oder man selbst zu sein. Denn wer sein Verhalten perfektionierte, und immer erst im Außen schaute, was „richtig“ oder „angemessen“ ist, dem fällt die Umstellung schwer. Aber das Ziel lautet: sich selbst zu fragen und aus sich selbst heraus zu agieren.

Mein Fazit

Aspergereigenschaften werden unter anderem durch die Kompensationsstrategie Nachahmen und Anpassen kaschiert oder ganz verheimlicht, vor allem von Frauen. Diese ständige Überforderung führt nicht selten zur Unzufriedenheit oder Krankheiten wie Depression. Diese Entwicklung umzukehren bedarf einer ständigen Reflexion, um die Automatismen zu erkennen, zu durchbrechen und stattdessen sich selbst zu entdecken. Dieser Weg ist nicht immer einfach, aber umsetzbar.

Traue dich und bringe dich als vollständigen Menschen zum Vorschein! Du bist es Wert gesehen zu werden!

Eure,

Manon García  😀

 

Das Video zu diesem Beitrag gibt es hier:

 

 

Sep 142016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Was machen Menschen, die sich mit anderen Menschen nicht wohl fühlen, diese meiden, aber mit dem Alleinsein nicht klarkommen? Was ist, wenn diese Menschen jemanden zum Sprechen brauchen, aber keinen finden oder die Nähe nicht aushalten? Wie können diese Menschen sich selbst helfen?

Was ist, wenn das Anderssein ein Nichtverstehen nach sich zieht?

Menschen, die anders sind, werden mitunter nicht verstanden oder verstehen die anderen nicht. Hierbei ist es egal, ob jemand über Relativitätstheorie, Empfindungen, Ängste, Wahrnehmungen oder Gedankenspiele spricht. Wenn also über etwas gesprochen wird, das von anderen nicht verstanden wird. Was passiert, wenn ein Gesprächspartner nicht folgen kann oder will? Meist wird das Thema oder die Problematik abgetan, vom Tisch gewischt. Am besten mit einer negativen Zuweisung wie „Du immer mit …“.

Was bleibt nach so einem Gespräch?

Das Wissen, dass wieder kein Verständnis, keine Möglichkeit sich auszutauschen vorlag und wieder das Gefühl nicht richtig zu sein oder so anderes zu sein, dass adäquate Gesprächspartner fehlen, raubt das Selbstbewusstsein oder macht krank. Das Gefühl, dass es besser ist allein zu sein, ohne die zermürbende Gewissheit, dass es kaum/keine Personen gibt, mit denen man sich wohlfühlen, macht traurig. Oder die schmerzhafte Erfahrung, dass wieder eine Hoffnung zerplatzte, vergrößert die Angst vorm nächsten Versuch.

Was machen mit den Fragen, die einen umtreiben?

Gerade, wenn man anders ist, besteht oftmals der Wunsch nach Einordnung, nach dem Verständnis sich selbst gegenüber, aber auch, sein Umfeld zu verstehen. Es bleibt die Suche nach einer Überschneidung, nach Menschen, die ähnlich sind und ticken, nach tiefgehenden Gesprächen, nach einem Zuhörer, der die Probleme nicht vom Tisch wischt. Nur, weil man anders ist, heißt es ja nicht, dass man keine Menschen braucht. Genau das Gegenteil ist der Fall! Natürlich kann man sich mit dem Sachverhalt abfinden: Ich bin halt anders und deshalb für immer alleine. Aber trotzdem bleibt der menschliche Wunsch bestehen, dass es wenigstens einen Menschen gibt, der einen versteht und mit dem man sich austauschen kann. Auch, und gerade, wenn man sich selbst nicht versteht.

Was bleibt übrig, wenn man nicht ins System passt?

Wer nicht verstanden wird, bekommt dieses von seinen Mitmenschen leider viel zu oft auf negative Weise gespiegelt mit Zuschreibungen, wie „du bist nicht normal“, Anweisungen „reiß dich mal zusammen“ oder „hör endlich auf“. Das kann dazu führen, dass man sich anpasst, und funktioniert, oder aber, man zieht sich zurück. Wobei auch beides sein kann. Manche Menschen passen sich über die Gebühr an und funktionieren dermaßen perfekt, dass sie sich selbst verlieren und irgendwann entscheiden, lieber die Einsamkeit zu wählen. Andere, sind erst einsam und halten diesen Zustand nicht mehr aus, weil er auf Dauer krank macht, und passen sich dann an und funktionieren.

Welcher Weg bleibt, wenn der zur Gesellschaft versperrt ist?

Die Einsamkeit ist also eine (scheinbare) Lösung. Man ist nicht mehr mit Menschen zusammen, die Handlungen oder Äußerungen falsch interpretieren, weil sie sie nicht verstehen. Hinterm Rücken wird nicht mehr ganz so schlimm gelästert, weil man durch den Rückzug nicht mehr so viel Angriffsfläche bietet. Aber, wenn die Einsamkeit nur aus der Notwendigkeit gewählt wurde, weil das Zusammensein mit Menschen noch schlimmer ist, dann ist es eine kaputt machende, traurige Einsamkeit.

Was machen, wenn man die Einsamkeit nicht aushält?

Ein Mensch, der unfreiwillig die Einsamkeit wählt, ist naturgemäß nicht (immer) glücklich. Die Not, nicht anders zu können, frisst einem langsam von innen auf, macht alles kaputt, was lächeln möchte. Es bleibt eine Leere und Traurigkeit, der man immer öfter nicht gewachsen scheint.

Welcher Weg führt heraus aus der Einsamkeit?

Als Erstes ist es wichtig, dass man sich in seiner Einsamkeit so gut wie möglich einrichtet und sich nicht selbst richtet. Sondern sich selbst anzunehmen, wie man ist. Möchte man bestimmte Dinge machen, „die man nicht macht“, dann sollte man auf sich hören und kein (!) schlechtes Gewissen haben. Schauen, was einem hilft, was einem Freude bereitet und dieses dann umsetzen. Warum auch nicht? Geht es im Leben nicht darum, dass wir uns eine Freude bereiten und schauen, dass es uns gut geht?

Als Zweites ist es wichtig, die Hoffnung nicht aufzugeben! Es gibt Menschen, die einen verstehen, egal, wie viele Eigenheiten dagegen sprechen. Es gibt sie. Es gibt Menschen, mit denen ein Austausch möglich ist. Hierfür ist es mitunter notwendig, dass man anderen sagt, wie es einem geht, sich öffnet, auch wenn die Gefahr besteht, dass eine zusätzliche Wunde gerissen wird, wenn man nicht verstanden wird. Aber alte Verletzungen sollten einen nicht daran hindern sein Glück zu finden, Menschen zu finden, mit denen man sich austauschen kann und vor allem, die einen verstehen. Diese gibt es und es lohnt sich, dafür zu kämpfen. Immer und immer wieder!

Fazit:

Ein geordneter Rückzug kann unter Umständen wichtig und notwendig sein. In diesem sollten Sie versuchen sich selbst kennenzulernen und herauszufinden, was sie für sich und was, für andere tun. Bauen Sie sich von innen auf, stärken Sie sich. Wenn nicht Sie, wer dann? Und suchen Sie weiter nach dem Menschen / den Menschen, die Sie verstehen und die für Sie da sind. Es gibt sie. Geben Sie die Hoffnung niemals auf!

In diesem Sinne, eure

Manon García

Aug 282016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Menschen schließen von sich auf andere

Menschen erklären sich ihre Welt, indem sie Verhaltensweisen und Äußerungen interpretieren und von sich auf andere schließen. Sieht eine Person A ein Verhalten oder hört eine Äußerung, überlegt sie, was sie selbst mit dieser hätte bezwecken oder sagen wollen. Im Folgenden wird der Personen B dieselbe Absicht „unterstellt“. Es wird darüber oftmals nicht gesprochen, sondern aufgrund dieser Annahme erfolgt die weitere Kommunikation. Aber, was ist, wenn die Interpretation nicht stimmte? Vielleicht sogar das Gegenteil gemeint war?

Im Beitrag Gedankenspiralen nutzen (1) schrieb ich, wie man sein Gedankenkarussell auflösen kann.

Was nicht funktioniert, wenn Menschen anders sind

Ich gehe jetzt mal von mir aus. Ich bin anders, in so gut wie allen Punkten, sodass Interpretationen bei mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch sind. Das Problem dabei ist, dass man selten davon erfährt. Die Interpretationen, die Annahmen geschehen gedanklich, ohne dass darüber gesprochen wird. Ich erfahre, wenn überhaupt, erst sehr spät von diesen falschen Annahmen.

Interpretationen fließen ungesagt ein

Manchmal, wenn ich Glück habe, dann werden die Interpretationen ausgesprochen. „Du denkst jetzt sicher, dass …“, „Du bist da ja anderer Meinung“. Oftmals stutzte ich dann, weil diese Annahme so selbstverständlich in ein Gespräch eingebaut wird, und auch nicht Gegenstand des Gespräches war. Es war lediglich eine Nebeninformation, die laut ausgesprochen wurde, um dann auf das Eigentliche zu sprechen zu kommen. Hake ich dann nach, weil ich mit der Annahme nicht einverstanden bin, versteht mein Gegenüber meist nicht, was ich sagen möchte, weil sie gedanklich bei dem anderen Punkt ist und die getroffene Annahme über mich nicht zur Diskussion stand.

Falsche Annahmen sind schwer aus der Welt zu schaffen

Spreche ich das dann an, möchten meine Gesprächspartner auch gar nicht länger darüber sprechen, geht es doch um was ganz anderes. Aber, weil die Interpretation mir galt, und ich weiß, dass diese falsch war, weiß ich natürlich auch, dass damit das ganze Gespräch auf einer falschen Grundannahme beruht.

Nun ist es ja kein Problem darauf zu beharren, dass die Annahme falsch war. Entsprechend könnte man sich ein neues Gesprächsthema suchen, weil ja dieses aufgrund der falschen Grundannahme keine Gültigkeit mehr hat. Was aber, wenn die falsche Interpretation aber nicht einfach aus der Welt geschafft werden kann, weil damit weitere falsche Interpretationen zu Tage treten? Wenn dann mit „Wieso, du machst doch X, weil …“ versucht wird die erste falsche Annahme zu begründen, fällt auf, dass man auch jede weitere entkräften muss. Man entdeckt dann, dass das gesamte Denken unter Umständen auf diesen Annahmen beruht, die nicht zutreffen. Zumindest nicht bei mir. Was macht man dann?

Problem bei falschen Interpretationen

Wie geht ein Mensch, der anders ist, mit diesen falschen Interpretationen um? Wie kann dieser Mensch sich in einer Gruppe bewegen, wenn doch vieles falsch verstanden wird? Und es selbst zu Komplikationen führt, wenn man versucht die falschen Annahmen zu entkräften?

Das Problem beim Entkräften der falschen Annahmen, ist ja, dass die Person sich an diesen festhält. Sie stellen eine Art Gerüst und Sicherheit dar, genauso wie das Denken in Kategorien. Versuche ich also die vielen falschen Annahmen zu entkräften, raube ich diesem Menschen seine Sicherheit und seinen Glauben an die Welt. Die Annahmen werden so selbstverständlich angenommen, weil das für viele Menschen das Selbstverständnis des Lebens bedeutet. Das „Problem“ sind Menschen, die anders sind und nicht in dieses System passen.

Entkräftung und Klarstellung sind schwierig

In kleinen Gruppen versuche ich immer wieder auf falsche Annahmen hinzuweisen, wenn ich davon Kenntnis erhalte. Aber selbst dazu habe ich nicht immer Lust oder Kraft. Weil die Gespräche sofort kompliziert und komplex werden oder weil auch mein Gegenüber einfach etwas sagen wollte, ohne groß in die Tiefe zu gehen. Aber das müsste man, wenn wir die Annahmen korrigieren möchten.

Umgang mit falschen Annahmen

Was bleibt mir also? Wie kann ich mich verhalten? Anfangs störten mich diese falschen Annahmen und ich glaubte, ich müsste sagen, wie es wirklich ist. Mittlerweile suche ich mir Menschen, die nicht automatisch von sich auf andere schließen, oder ich lasse diese Annahmen mitunter stehen. Es betrifft mich nicht persönlich. Es ist eine Annahme, die jemand über mich hat, die nicht stimmt. Punkt.

Meine Strategie

Schaffe ich es, so zu denken, komme ich in den Runden mit diesen Menschen besser klar. Ich lasse es an mir abperlen. Ich kann nur für mich sorgen und schauen, dass es mir unter den Umständen so gut wie möglich geht. Auch, versuche ich die Gespräche auf andere Themen zu lenken, bei denen weniger falsche Annahmen zu Grunde liegen. Und ich treffe mich häufiger mit Menschen, bei denen die Unterhaltung für mich angenehmer ist. So finde ich meinen Frieden in einer Welt, in der die anderen Menschen anders sind, als ich.

Hier geht es zum Beitrag Gedankenkarussell nutzen (1).

Eure,

Manon García

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Aug 202016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Gute-Laune-Menschen

Es gibt (viel zu) viele Menschen, die immer gut drauf sind, immer für andere da sind, sich immer hinten an stellen, immer Verständnis haben oder zeigen, nie nein sagen, immer können …

Diese Menschen mögen alles, sind mit allem einverstanden, sind mit allem zufrieden. Bewundernswert – oder nicht? Diese Menschen werden beneidet. Mensch, schau mal, XY ist immer so gut drauf. Dann wird überlegt, warum diese Person das schafft und man selbst mitunter nicht. Allerdings sollten Sie froh sein, wenn Sie nicht so sind!

Menschen ohne Grenzen

Diese Menschen werden bewundert, aber die Frage ist, ob man diese nicht bemitleiden sollte. Denn diesen Menschen fehlt mitunter etwas gravierendes im Leben: eine Grenze. Eine Grenze, die einem selbst sagt, bis hierhin und nicht weiter, aber auch anderen verdeutlicht, bis hierhin und nicht weiter. Es ist ein Schutz in beide Richtungen, für die Person selbst und für andere, die dann nicht in die Gefahr geraten grenzüberschreitend aufzutreten oder sich zu verhalten.

Fehlende Grenze als Ausrede

Was steckt meistens dahinter, wenn eine Person sich so verhält? Oder anders, was muss diese Person niemals sagen, wenn sie sich so verhält? Genau! Nein.

Diese Person muss nicht nein sagen, nicht sagen, wenn sie etwas nicht will, sie wird andere nicht belasten, weil sie ja mit allem einverstanden ist, es muss keine Extrawurst gekocht werden, … Ein idealer Mensch, den viele gern in ihrer Nähe haben. Aber will man mit so einem Menschen wirklich etwas unternehmen? Ein Mensch, der nicht existiert, sondern immer das toll und richtig findet, was gerade die Person in ihrer Nähe toll und richtig findet. Ist das erstrebenswert?

Schutz vor fehlendem Selbstvertrauen

Es hat natürlich Vorteile! Wenn ich nicht nein sage, keinen Vorschlag ausschlage oder ablehne, dann werden die anderen Menschen auch nicht enttäuscht, traurig, verletzt, … sein, weil sie ja alles bekommen, was sie sich (vermeintlich) wünschen. Denn, wenn man genau hinschaut oder nachfragt, mögen die Menschen es nicht, wenn man ihnen nach dem Mund spricht. Aber das Verhalten der Gute-Laune-Menschen ist oftmals so perfektioniert, dass es sehr authentisch erscheint.

Lob, Anerkennung und Liebe winken

Die Vorteile, sind nicht zu verachten. Wer kein Selbstvertrauen hat, nicht nein sagen kann, der wird gut mit der Gute-Laune-Methode verfahren. Auch wird ihm Freundlichkeit und Liebe geschenkt. So einen Menschen „muss“ man ja lieb haben. Und nicht nur das, man wird lobend erwähnt, andere sollten sich gefälligst an diesen Menschen ein Beispiel nehmen! Man erhält also auf zwei Seiten Lob, Anerkennung und Liebe. Wer sagt da schon freiwillig nein?

Kehrseite der Medaille

Ein Mensch, der immer nur im Außen schaut, was andere wollen, spürt sich selbst nicht mehr (oder unzureichend). Zudem fragt sich dieser Mensch selten/nie, was er sich wünscht, was er liebt, da es nicht gefragt ist. Es geht ja immer um die anderen. Diese Menschen sind deshalb auch meistens viel mit anderen Menschen Zusammen. Wären sie (zu oft) alleine würden sie feststellen, dass sie innerlich hohl sind. Sie wissen mitunter nicht wer sie sind, weil sie sich mit den Wünschen von anderen füllen. Diese Leere hält kein Mensch aus, weshalb die Nähe von anderen Menschen gesucht wird.

Fehlender Umgang mit negativen Gefühlen

Wer andere Menschen immer/meistens glücklich oder zufrieden macht, lernt keinen Umgang mit negativen Gefühlen. Begegnen diese einem Menschen mit schlechter Laune, versuchen sie alles, um diesen Menschen wieder aufzumuntern. Meistens funktioniert das ja auch, aber was, wenn nicht? Dann flüchten diese Menschen, weil sie die Panik überkommt. Sie haben den Umgang mit negativen Gefühlen mitunter nicht gelernt. Nicht bei sich und nicht bei anderen. Sie füllen sich nur mit positiven Gefühlen, zu denen sie anderen verhelfen.

Leere Hülle ohne ein eigenes Ich

Das Schlimmste ist, dass der Gute-Laune-Mensch mitunter nicht weiß, wer er/sie wirklich ist. Der Blick zu sich musste versperrt werden, sonst hätte man nicht so oft die Wünsche der anderen erfüllen oder ihnen zustimmen können. Auch mussten Grenzen ignoriert oder abgetrennt werden, da dieses Verhalten sonst nicht möglich gewesen wäre. Aber ein leerer Menschen ohne Grenzen ist kein Mensch. Nicht wirklich. Äußern tut sich das meistens in Krankheiten oder Schmerzen. Das ist dann das Signal, wo auch ein Gute-Laune-Mensch mal innehalten sollte. (Zum Thema Körpersignale beachten und verstehen habe ich einen Beitrag geschrieben.)

Gute-Laune-Menschen können sich ändern

Jeder Gute-Laune-Mensch kann ein kompletter und authentischer Mensch werden. Hier müssten bestimmte Verhaltensweisen geändert werden. Am besten wäre es, wenn man sich vor jeder Begegnung bewusst macht, wozu man Lust hat oder was man möchte. Da der Gute-Laune-Mensch oftmals automatisch agierte, werden weiterhin Situationen entstehen, in denen sie sich nicht selbst fragen können, was sie denn möchten/wünschen. Das ist nicht schlimm, denn im Nachhinein bestünde genügend Zeit, um die zurückliegenden Situationen Revue passieren zu lassen. Da kann in Ruhe analysiert werden, wo welches Verhalten wofür herhalten musste.

Harter, aber glücklich machender Weg

Aber es funktioniert. Stück für Stück können sich Gute-Laune-Menschen ihr eigenes Leben zurückholen, sich von innen aufbauen und ihren Weg gehen. Das wird nicht immer einfach sein, weil zu diesem Leben Grenzen setzen, einfordern und Nein sagen gehört, aber er ist machbar. Und blicken diese Menschen dann eines Tages zurück, dann werden sie dieses mit stolz geschwellter Brust tun. 🙂

Und sollte auf diesem Weg zu Ihnen gesagt werden, „Du hast dich verändert. Früher warst du immer gut drauf“, dann wissen Sie, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Nehmen Sie es als Kompliment! 🙂

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute!

Eure,

Manon García

 

Aug 132016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Menschen spiegeln einander

Menschen spiegeln sich im Kontakt. Was bedeutet, dass Gefühle, die ich anderen zuordne, gar nicht zu den anderen Personen gehören müssen. Es können auch meine ausgesendeten Signale sein, die ich dann durch das Spiegeln erst wahrnehme. Es ist also möglich, dass ich, wenn ich mich über andere aufrege, ich mich eigentlich über mich selbst ärgere. Fühle ich Traurigkeit bei jemanden, kann es sein, dass ich selber traurig bin. Möchte ich anderen helfen, kann es sein, dass ich selber Hilfe wünsche. Das bedarf allerdings Menschen, die ausgesendete Signale spiegeln.

Spiegelung fehlt

Aber was passiert, wenn ein Gegenüber nicht spiegeln kann, weil dieser Mensch keine Grenzen hat, sondern alles was dieser Mensch spürt in sich aufsaugt? Dieser Mensch gibt also die ausgesendeten Signale nicht an den Sender zurück, sondern versucht die aufgesogenen Signale für die andere Person zu verarbeiten.

Mit anderen Worten. Ich habe beispielsweise ein Problem und brauche Hilfe. Ich weiß aber nichts davon, sende nun unbewusst meine Signale aus, aber anstatt, dass mein Gegenüber diese spiegelt, und ich mein Problem lösen kann, versucht diese Person meine Probleme für mich zu lösen. Das hört sich im ersten Moment gut an. So muss ich nicht selbst für die Lösung sorgen. Aber ist das in meinem Sinne?

Grenzüberschreitendes Verhalten

Nein! Zum einen, würde ich gern wissen, warum man mir ein Hilfsangebot macht, zum anderen, möchte ich selbst entscheiden, wie ich mit meinem Problem umgehen möchte. Ich möchte als Erwachsene, nicht wie ein Kind behandelt werden, dem man alles abnimmt. Ich bin für mich selbst verantwortlich und möchte das auch sein!

Zudem ist es für Menschen schwierig sich einzuordnen, wenn die Informationen des Spiegelns fehlen. Was machen die Menschen, die plötzlich Signale aussenden, aber keine Antworten erhalten? Aber stattdessen hagelt es Hilfsangebote oder Änderungsvorschläge. Sie bekommen ein falsches Selbstbild. Glauben vielleicht, wenn so viel Hilfe angeboten wird, dass man schwach und hilflos ist.

Gefahr des Ungleichgewichts

Ein Mensch muss sehr stark sein, um zu wissen, wo man steht, wenn die Spiegelung von außen fehlt. Immerhin gehört zu einer Selbsterkenntnis die Selbstwahrnehmung des eigenen Erlebens und die Wahrnehmung durch die Spiegelung von außen. Das zusammen ergibt ein Mix, welches einem verdeutlicht, wo man steht. Fehlt eines, gerät das System ins Wanken.

Auch fehlt, dass man selbst die Chance hat, auf die zurückgesendeten Signale zu reagieren. Es fehlt die Rückspiegelung der ausgesendeten Signale, also fehlt auch, was einem im Inneren beschäftigt. Alles, was nun für die eigene Entwicklung getan wird, ist nun auf einer fehlerhaften Basis entstanden.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich

Denken Sie also immer daran, dass Sie andere Menschen aus ihrem Gleichgewicht bringen können, wenn Sie glauben, die Verantwortung für jemanden übernehmen zu müssen. Bleiben Sie bei sich und schauen Sie, sollten Sie so ein Verhalten an den Tag legen, warum Sie (ungefragt) für andere die Verantwortung übernehmen. Ist es gar ein Hilfeschrei Ihres Inneren, weil es einfordert, dass Sie die Verantwortung lieber für sich übernehmen sollten?

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tag!

Eure,

Manon García

 

 

 

Aug 122016
 
Hochbegabung bei Erwachsenen - Erkennen, Akzeptieren, Ausleben - Ratgeber für Hochbegabung von Manon Garcia

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Hochbegabung bei Erwachsenen

Hast du spät von deiner Hochbegabung erfahren? Bist aber keine Madame Curie oder kein Albert Einstein?
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Wie kannst du dich lieben lernen und deinen Weg gehen?

In meinem Ratgeber liefere ich Antworten zu diesen und anderen Fragen. In meinen Videos und meinen Ratgebern helfe ich dir, dass auch du deinen Weg findest sowie zufrieden und glücklich leben kannst.

In diesem Video stelle ich meinen Ratgeber vor

 

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Manon García

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