Dez 052016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Positive Wirkung von Hunden auf Menschen

Hunde wirken positiv bei Depressionen und helfen Menschen aus der Isolation heraus. Allerdings gilt es bei der Kommunikation Hürden zu überwinden, denn ein Hund achtet auf Gestik, Mimik und Verhalten. Wie ich im ersten Beitrag zu diesem Thema allgemein ausführte.

Kommunikation zwischen Hund und Mensch

In diesem Beitrag möchte ich auf die Kommunikation mit dem Hund eingehen, der auf Merkmale und Verhaltensweisen achtet, die den beiden genannten Menschen schwerfallen.

Die Forschung mit Hunden und Wölfen hat herausgefunden, wie die Kommunikation zwischen Hunden funktioniert und somit auch zwischen Mensch und Hund. Es sind Gesten und die Haltung, die dem Hund Signale geben.

Hundekommunikation

Ein Lächeln sagt dem Hund, dass alles entspannt ist. Ein verkniffener Mund bedeutet Anspannung, Achtung Gefahr. Eine gebückte Haltung, vorgezogene Schultern, deuten daraufhin, dass man sich dem Hund unterwirft und die Führungsrolle des Hundes akzeptiert. Genauso ist es, wenn der Mensch auf den Hund achtet, ihn beobachtet und reagiert, wenn dieser einen anschaut. Das alles bedeutet für den Hund, dass er in seiner Führungsrolle bestätigt wird.

Wie verhalten sich depressive Menschen?

Sie sind meist kraftlos, lustlos und hängen durch. Schultern nach vorn, gebeugte Haltung, durch die Aussichtslosigkeit gibt es eher selten ein Lächeln, eher einen verkniffenen, verzweifelten Mund. Dazu einen leeren Blick und ein schleppender Gang. Energie ist selten in großem Maße vorhanden. Ein bestimmtes Auftreten zählt eher weniger zum Repertoire.

Wie verhalten sich Menschen mit dem Asperger-Syndrom?

Mimik ist für diese Menschen eher zweitrangig. Bei anderen könnten sie wenig damit anfangen, da sie sie oftmals nicht verstehen. Bei sich selbst achten sie deshalb nicht sonderlich auf ihre Mimik und ihnen wird oftmals gesagt, wenn du lächelst, hast du ein hübsches Gesicht. Diese Menschen lassen ihre Gesichtsmuskeln hängen, egal, ob sie glücklich oder traurig sind. Nicht selten werden sie angesprochen, was sie denn hätten, weil andere Menschen aufgrund der Mimik davon ausgehen, dass sie etwas bedrückt. Dabei geht es den Aspergern möglicherweise gut, aber es macht sich für andere nicht im Gesicht bemerkbar.

Auswirkungen auf die Beziehung mit dem Hund

Egal, ob depressiv oder Asperger, bei beiden wird dem Hund etwas suggeriert, was dieser falsch deuten kann. Der Hund könnte unsicher reagieren, weil die Körpersprache mitunter etwas anderes aussagt, als die Tonalität der Sprache oder der Handlung, wie der Gabe von Leckerlies.

Oder aber, der Hund glaubt, aufgrund der Verhaltensweisen des Menschen, der Rudelsführer sein zu müssen, aber dann kommen Reaktionen des Menschen, die dieses infrage stellen. Hier können sich Konflikte ergeben, die eskalieren können, denn in der Rolle des Rudelführers muss der Hund reagieren und sein Rudel bewachen und sanktionieren.

Notwendige Veränderungen für die Verständigung

Ein Mensch mit hängenden Schultern müsste diese zurückziehen und zumindest so tun, als ob er bestimmt auftritt. Auch muss der Mensch so tun, als hätte er Energie, zudem gilt es zu lächeln, wenn der Hund etwas gut macht und keine Gefahr droht. Vorangehen und dem Hund das Gefühl geben, dass man alles im Griff hat, ist aber verdammt schwer, wenn man sein eigenes Leben noch nicht mal schafft und alles zu schwer scheint.

Auswirkungen auf den Menschen

Es ist zu hoffen, dass der Blick in die Hundeaugen und das Wissen, dass der Hund durch inkonsequentes Verhalten in eine Rolle gedrängt wird, in die er nicht möchte, und die ihm nicht guttut, helfen, bei sich diese Veränderungen vorzunehmen. Und, wenn dem Hund Stärke suggerieren wird, die noch nicht vorhanden ist, diese Vortäuschung und die Reaktion des Hundes helfen, dass der Mensch langsam aber sicher die Stärke aufbauen kann, die er vorgibt zu haben. Die Täuschung dazu führt, dass der Mensch sich von innen aufbaut und zurück ins Leben findet.

Eine weitere Folge ist, dass man sich genauer beobachtet und auf sich achtet. Plötzlich wird einem bewusst, wie oft man die Mundwinkel nach unten gezogen hat und zieht sie dann nach oben. Nicht übertrieben, nein, angemessen. Sich selbst beobachten ist ein erster Schritt zu mehr Selbstbewusstsein, sich selbst wieder bewusst werden. Auf sich achten, ist der erste Schritt zur Selbstachtung.

Therapeutische Wirkung durch einen Hund

Es ist erwiesen, dass Hunde eine positive Wirkung auf Menschen haben, besonders auf depressive Menschen. Das wertfreie und vorurteilsfreie Verhalten eines Hundes, die Begleitung, die Anwesenheit, das Streicheln, die Bewegung, sind Punkte, die dem Menschen nachweislich aus seinen Depressionen holen können. Der Spaziergang hilft aus dem Haus zu gehen, wenn einem nur nach dem Verkriechen im Bett zumute ist. Aus seinem (selbstgewählten) Gefängnis zu entkommen, gibt einem ein Gefühl von Freiheit, auch, wenn diese nicht freiwillig, sondern notgedrungen erledigt werden, weil der Hund sein Geschäft erledigen muss oder aber Bewegung braucht.

Das gilt natürlich auch für Menschen mit dem Asperger-Syndrom, die sich nicht verstanden und mitunter wie ein Alien fühlen. Oftmals wird der freiwillige Rückzug in die eigenen vier Wände gewählt, um sich diesen Begegnungen mit anderen nicht mehr stellen zu müssen. Mit dem Hund gilt es aber regelmäßig aus dem Haus zu gehen. Auch bleibt es nicht aus, dass man aufgrund des Hundes in Gespräche verwickelt wird. Hier werden Gespräche geführt, die einem Asperger leichter fallen, weil es ein festes Thema gibt: Hund. Das kann erweitert werden zu Hundetraining, Hundeprobleme, Hundeverhalten, etc. Die Smalltalk-Gespräche mit Nachbarn werden durch Hunde-Gespräche ersetzt, die leichter zu führen sind. Somit wird die Isolation ein Stück weit aufgehoben.

Fazit

Depressive Menschen und/oder Menschen mit dem Asperger-Syndrom, die sich zurückziehen und denen an ihrer Haltung deutlich anzusehen ist, dass sie darunter leiden, müssen dieses mit einem Hund überdenken und ändern, um ihn nicht in eine gefährliche Situation zu bringen. Diese Veränderung fällt natürlich nicht leicht, aber wenn einem die liebevollen, treuen Augen anschauen, gibt es vielleicht die notwendige Motivation, um diese Veränderungen anzugehen. Wurden diese Veränderungen, wenn auch anfangs vorgetäuscht, geschafft, entwickelt sich eine Verbundenheit mit dem Hund, die stärkt und aufbaut.

Eure,

Manon García

Sep 142016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Was machen Menschen, die sich mit anderen Menschen nicht wohl fühlen, diese meiden, aber mit dem Alleinsein nicht klarkommen? Was ist, wenn diese Menschen jemanden zum Sprechen brauchen, aber keinen finden oder die Nähe nicht aushalten? Wie können diese Menschen sich selbst helfen?

Was ist, wenn das Anderssein ein Nichtverstehen nach sich zieht?

Menschen, die anders sind, werden mitunter nicht verstanden oder verstehen die anderen nicht. Hierbei ist es egal, ob jemand über Relativitätstheorie, Empfindungen, Ängste, Wahrnehmungen oder Gedankenspiele spricht. Wenn also über etwas gesprochen wird, das von anderen nicht verstanden wird. Was passiert, wenn ein Gesprächspartner nicht folgen kann oder will? Meist wird das Thema oder die Problematik abgetan, vom Tisch gewischt. Am besten mit einer negativen Zuweisung wie „Du immer mit …“.

Was bleibt nach so einem Gespräch?

Das Wissen, dass wieder kein Verständnis, keine Möglichkeit sich auszutauschen vorlag und wieder das Gefühl nicht richtig zu sein oder so anderes zu sein, dass adäquate Gesprächspartner fehlen, raubt das Selbstbewusstsein oder macht krank. Das Gefühl, dass es besser ist allein zu sein, ohne die zermürbende Gewissheit, dass es kaum/keine Personen gibt, mit denen man sich wohlfühlen, macht traurig. Oder die schmerzhafte Erfahrung, dass wieder eine Hoffnung zerplatzte, vergrößert die Angst vorm nächsten Versuch.

Was machen mit den Fragen, die einen umtreiben?

Gerade, wenn man anders ist, besteht oftmals der Wunsch nach Einordnung, nach dem Verständnis sich selbst gegenüber, aber auch, sein Umfeld zu verstehen. Es bleibt die Suche nach einer Überschneidung, nach Menschen, die ähnlich sind und ticken, nach tiefgehenden Gesprächen, nach einem Zuhörer, der die Probleme nicht vom Tisch wischt. Nur, weil man anders ist, heißt es ja nicht, dass man keine Menschen braucht. Genau das Gegenteil ist der Fall! Natürlich kann man sich mit dem Sachverhalt abfinden: Ich bin halt anders und deshalb für immer alleine. Aber trotzdem bleibt der menschliche Wunsch bestehen, dass es wenigstens einen Menschen gibt, der einen versteht und mit dem man sich austauschen kann. Auch, und gerade, wenn man sich selbst nicht versteht.

Was bleibt übrig, wenn man nicht ins System passt?

Wer nicht verstanden wird, bekommt dieses von seinen Mitmenschen leider viel zu oft auf negative Weise gespiegelt mit Zuschreibungen, wie „du bist nicht normal“, Anweisungen „reiß dich mal zusammen“ oder „hör endlich auf“. Das kann dazu führen, dass man sich anpasst, und funktioniert, oder aber, man zieht sich zurück. Wobei auch beides sein kann. Manche Menschen passen sich über die Gebühr an und funktionieren dermaßen perfekt, dass sie sich selbst verlieren und irgendwann entscheiden, lieber die Einsamkeit zu wählen. Andere, sind erst einsam und halten diesen Zustand nicht mehr aus, weil er auf Dauer krank macht, und passen sich dann an und funktionieren.

Welcher Weg bleibt, wenn der zur Gesellschaft versperrt ist?

Die Einsamkeit ist also eine (scheinbare) Lösung. Man ist nicht mehr mit Menschen zusammen, die Handlungen oder Äußerungen falsch interpretieren, weil sie sie nicht verstehen. Hinterm Rücken wird nicht mehr ganz so schlimm gelästert, weil man durch den Rückzug nicht mehr so viel Angriffsfläche bietet. Aber, wenn die Einsamkeit nur aus der Notwendigkeit gewählt wurde, weil das Zusammensein mit Menschen noch schlimmer ist, dann ist es eine kaputt machende, traurige Einsamkeit.

Was machen, wenn man die Einsamkeit nicht aushält?

Ein Mensch, der unfreiwillig die Einsamkeit wählt, ist naturgemäß nicht (immer) glücklich. Die Not, nicht anders zu können, frisst einem langsam von innen auf, macht alles kaputt, was lächeln möchte. Es bleibt eine Leere und Traurigkeit, der man immer öfter nicht gewachsen scheint.

Welcher Weg führt heraus aus der Einsamkeit?

Als Erstes ist es wichtig, dass man sich in seiner Einsamkeit so gut wie möglich einrichtet und sich nicht selbst richtet. Sondern sich selbst anzunehmen, wie man ist. Möchte man bestimmte Dinge machen, „die man nicht macht“, dann sollte man auf sich hören und kein (!) schlechtes Gewissen haben. Schauen, was einem hilft, was einem Freude bereitet und dieses dann umsetzen. Warum auch nicht? Geht es im Leben nicht darum, dass wir uns eine Freude bereiten und schauen, dass es uns gut geht?

Als Zweites ist es wichtig, die Hoffnung nicht aufzugeben! Es gibt Menschen, die einen verstehen, egal, wie viele Eigenheiten dagegen sprechen. Es gibt sie. Es gibt Menschen, mit denen ein Austausch möglich ist. Hierfür ist es mitunter notwendig, dass man anderen sagt, wie es einem geht, sich öffnet, auch wenn die Gefahr besteht, dass eine zusätzliche Wunde gerissen wird, wenn man nicht verstanden wird. Aber alte Verletzungen sollten einen nicht daran hindern sein Glück zu finden, Menschen zu finden, mit denen man sich austauschen kann und vor allem, die einen verstehen. Diese gibt es und es lohnt sich, dafür zu kämpfen. Immer und immer wieder!

Fazit:

Ein geordneter Rückzug kann unter Umständen wichtig und notwendig sein. In diesem sollten Sie versuchen sich selbst kennenzulernen und herauszufinden, was sie für sich und was, für andere tun. Bauen Sie sich von innen auf, stärken Sie sich. Wenn nicht Sie, wer dann? Und suchen Sie weiter nach dem Menschen / den Menschen, die Sie verstehen und die für Sie da sind. Es gibt sie. Geben Sie die Hoffnung niemals auf!

In diesem Sinne, eure

Manon García

Aug 282016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Menschen schließen von sich auf andere

Menschen erklären sich ihre Welt, indem sie Verhaltensweisen und Äußerungen interpretieren und von sich auf andere schließen. Sieht eine Person A ein Verhalten oder hört eine Äußerung, überlegt sie, was sie selbst mit dieser hätte bezwecken oder sagen wollen. Im Folgenden wird der Personen B dieselbe Absicht „unterstellt“. Es wird darüber oftmals nicht gesprochen, sondern aufgrund dieser Annahme erfolgt die weitere Kommunikation. Aber, was ist, wenn die Interpretation nicht stimmte? Vielleicht sogar das Gegenteil gemeint war?

Im Beitrag Gedankenspiralen nutzen (1) schrieb ich, wie man sein Gedankenkarussell auflösen kann.

Was nicht funktioniert, wenn Menschen anders sind

Ich gehe jetzt mal von mir aus. Ich bin anders, in so gut wie allen Punkten, sodass Interpretationen bei mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch sind. Das Problem dabei ist, dass man selten davon erfährt. Die Interpretationen, die Annahmen geschehen gedanklich, ohne dass darüber gesprochen wird. Ich erfahre, wenn überhaupt, erst sehr spät von diesen falschen Annahmen.

Interpretationen fließen ungesagt ein

Manchmal, wenn ich Glück habe, dann werden die Interpretationen ausgesprochen. „Du denkst jetzt sicher, dass …“, „Du bist da ja anderer Meinung“. Oftmals stutzte ich dann, weil diese Annahme so selbstverständlich in ein Gespräch eingebaut wird, und auch nicht Gegenstand des Gespräches war. Es war lediglich eine Nebeninformation, die laut ausgesprochen wurde, um dann auf das Eigentliche zu sprechen zu kommen. Hake ich dann nach, weil ich mit der Annahme nicht einverstanden bin, versteht mein Gegenüber meist nicht, was ich sagen möchte, weil sie gedanklich bei dem anderen Punkt ist und die getroffene Annahme über mich nicht zur Diskussion stand.

Falsche Annahmen sind schwer aus der Welt zu schaffen

Spreche ich das dann an, möchten meine Gesprächspartner auch gar nicht länger darüber sprechen, geht es doch um was ganz anderes. Aber, weil die Interpretation mir galt, und ich weiß, dass diese falsch war, weiß ich natürlich auch, dass damit das ganze Gespräch auf einer falschen Grundannahme beruht.

Nun ist es ja kein Problem darauf zu beharren, dass die Annahme falsch war. Entsprechend könnte man sich ein neues Gesprächsthema suchen, weil ja dieses aufgrund der falschen Grundannahme keine Gültigkeit mehr hat. Was aber, wenn die falsche Interpretation aber nicht einfach aus der Welt geschafft werden kann, weil damit weitere falsche Interpretationen zu Tage treten? Wenn dann mit „Wieso, du machst doch X, weil …“ versucht wird die erste falsche Annahme zu begründen, fällt auf, dass man auch jede weitere entkräften muss. Man entdeckt dann, dass das gesamte Denken unter Umständen auf diesen Annahmen beruht, die nicht zutreffen. Zumindest nicht bei mir. Was macht man dann?

Problem bei falschen Interpretationen

Wie geht ein Mensch, der anders ist, mit diesen falschen Interpretationen um? Wie kann dieser Mensch sich in einer Gruppe bewegen, wenn doch vieles falsch verstanden wird? Und es selbst zu Komplikationen führt, wenn man versucht die falschen Annahmen zu entkräften?

Das Problem beim Entkräften der falschen Annahmen, ist ja, dass die Person sich an diesen festhält. Sie stellen eine Art Gerüst und Sicherheit dar, genauso wie das Denken in Kategorien. Versuche ich also die vielen falschen Annahmen zu entkräften, raube ich diesem Menschen seine Sicherheit und seinen Glauben an die Welt. Die Annahmen werden so selbstverständlich angenommen, weil das für viele Menschen das Selbstverständnis des Lebens bedeutet. Das „Problem“ sind Menschen, die anders sind und nicht in dieses System passen.

Entkräftung und Klarstellung sind schwierig

In kleinen Gruppen versuche ich immer wieder auf falsche Annahmen hinzuweisen, wenn ich davon Kenntnis erhalte. Aber selbst dazu habe ich nicht immer Lust oder Kraft. Weil die Gespräche sofort kompliziert und komplex werden oder weil auch mein Gegenüber einfach etwas sagen wollte, ohne groß in die Tiefe zu gehen. Aber das müsste man, wenn wir die Annahmen korrigieren möchten.

Umgang mit falschen Annahmen

Was bleibt mir also? Wie kann ich mich verhalten? Anfangs störten mich diese falschen Annahmen und ich glaubte, ich müsste sagen, wie es wirklich ist. Mittlerweile suche ich mir Menschen, die nicht automatisch von sich auf andere schließen, oder ich lasse diese Annahmen mitunter stehen. Es betrifft mich nicht persönlich. Es ist eine Annahme, die jemand über mich hat, die nicht stimmt. Punkt.

Meine Strategie

Schaffe ich es, so zu denken, komme ich in den Runden mit diesen Menschen besser klar. Ich lasse es an mir abperlen. Ich kann nur für mich sorgen und schauen, dass es mir unter den Umständen so gut wie möglich geht. Auch, versuche ich die Gespräche auf andere Themen zu lenken, bei denen weniger falsche Annahmen zu Grunde liegen. Und ich treffe mich häufiger mit Menschen, bei denen die Unterhaltung für mich angenehmer ist. So finde ich meinen Frieden in einer Welt, in der die anderen Menschen anders sind, als ich.

Hier geht es zum Beitrag Gedankenkarussell nutzen (1).

Eure,

Manon García

Hier geht es zu meinem YouTube Kanal mit Videos zu den Themen Hochbegabung und Hochsensibilität.

 

Aug 202016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Gute-Laune-Menschen

Es gibt (viel zu) viele Menschen, die immer gut drauf sind, immer für andere da sind, sich immer hinten an stellen, immer Verständnis haben oder zeigen, nie nein sagen, immer können …

Diese Menschen mögen alles, sind mit allem einverstanden, sind mit allem zufrieden. Bewundernswert – oder nicht? Diese Menschen werden beneidet. Mensch, schau mal, XY ist immer so gut drauf. Dann wird überlegt, warum diese Person das schafft und man selbst mitunter nicht. Allerdings sollten Sie froh sein, wenn Sie nicht so sind!

Menschen ohne Grenzen

Diese Menschen werden bewundert, aber die Frage ist, ob man diese nicht bemitleiden sollte. Denn diesen Menschen fehlt mitunter etwas gravierendes im Leben: eine Grenze. Eine Grenze, die einem selbst sagt, bis hierhin und nicht weiter, aber auch anderen verdeutlicht, bis hierhin und nicht weiter. Es ist ein Schutz in beide Richtungen, für die Person selbst und für andere, die dann nicht in die Gefahr geraten grenzüberschreitend aufzutreten oder sich zu verhalten.

Fehlende Grenze als Ausrede

Was steckt meistens dahinter, wenn eine Person sich so verhält? Oder anders, was muss diese Person niemals sagen, wenn sie sich so verhält? Genau! Nein.

Diese Person muss nicht nein sagen, nicht sagen, wenn sie etwas nicht will, sie wird andere nicht belasten, weil sie ja mit allem einverstanden ist, es muss keine Extrawurst gekocht werden, … Ein idealer Mensch, den viele gern in ihrer Nähe haben. Aber will man mit so einem Menschen wirklich etwas unternehmen? Ein Mensch, der nicht existiert, sondern immer das toll und richtig findet, was gerade die Person in ihrer Nähe toll und richtig findet. Ist das erstrebenswert?

Schutz vor fehlendem Selbstvertrauen

Es hat natürlich Vorteile! Wenn ich nicht nein sage, keinen Vorschlag ausschlage oder ablehne, dann werden die anderen Menschen auch nicht enttäuscht, traurig, verletzt, … sein, weil sie ja alles bekommen, was sie sich (vermeintlich) wünschen. Denn, wenn man genau hinschaut oder nachfragt, mögen die Menschen es nicht, wenn man ihnen nach dem Mund spricht. Aber das Verhalten der Gute-Laune-Menschen ist oftmals so perfektioniert, dass es sehr authentisch erscheint.

Lob, Anerkennung und Liebe winken

Die Vorteile, sind nicht zu verachten. Wer kein Selbstvertrauen hat, nicht nein sagen kann, der wird gut mit der Gute-Laune-Methode verfahren. Auch wird ihm Freundlichkeit und Liebe geschenkt. So einen Menschen „muss“ man ja lieb haben. Und nicht nur das, man wird lobend erwähnt, andere sollten sich gefälligst an diesen Menschen ein Beispiel nehmen! Man erhält also auf zwei Seiten Lob, Anerkennung und Liebe. Wer sagt da schon freiwillig nein?

Kehrseite der Medaille

Ein Mensch, der immer nur im Außen schaut, was andere wollen, spürt sich selbst nicht mehr (oder unzureichend). Zudem fragt sich dieser Mensch selten/nie, was er sich wünscht, was er liebt, da es nicht gefragt ist. Es geht ja immer um die anderen. Diese Menschen sind deshalb auch meistens viel mit anderen Menschen Zusammen. Wären sie (zu oft) alleine würden sie feststellen, dass sie innerlich hohl sind. Sie wissen mitunter nicht wer sie sind, weil sie sich mit den Wünschen von anderen füllen. Diese Leere hält kein Mensch aus, weshalb die Nähe von anderen Menschen gesucht wird.

Fehlender Umgang mit negativen Gefühlen

Wer andere Menschen immer/meistens glücklich oder zufrieden macht, lernt keinen Umgang mit negativen Gefühlen. Begegnen diese einem Menschen mit schlechter Laune, versuchen sie alles, um diesen Menschen wieder aufzumuntern. Meistens funktioniert das ja auch, aber was, wenn nicht? Dann flüchten diese Menschen, weil sie die Panik überkommt. Sie haben den Umgang mit negativen Gefühlen mitunter nicht gelernt. Nicht bei sich und nicht bei anderen. Sie füllen sich nur mit positiven Gefühlen, zu denen sie anderen verhelfen.

Leere Hülle ohne ein eigenes Ich

Das Schlimmste ist, dass der Gute-Laune-Mensch mitunter nicht weiß, wer er/sie wirklich ist. Der Blick zu sich musste versperrt werden, sonst hätte man nicht so oft die Wünsche der anderen erfüllen oder ihnen zustimmen können. Auch mussten Grenzen ignoriert oder abgetrennt werden, da dieses Verhalten sonst nicht möglich gewesen wäre. Aber ein leerer Menschen ohne Grenzen ist kein Mensch. Nicht wirklich. Äußern tut sich das meistens in Krankheiten oder Schmerzen. Das ist dann das Signal, wo auch ein Gute-Laune-Mensch mal innehalten sollte. (Zum Thema Körpersignale beachten und verstehen habe ich einen Beitrag geschrieben.)

Gute-Laune-Menschen können sich ändern

Jeder Gute-Laune-Mensch kann ein kompletter und authentischer Mensch werden. Hier müssten bestimmte Verhaltensweisen geändert werden. Am besten wäre es, wenn man sich vor jeder Begegnung bewusst macht, wozu man Lust hat oder was man möchte. Da der Gute-Laune-Mensch oftmals automatisch agierte, werden weiterhin Situationen entstehen, in denen sie sich nicht selbst fragen können, was sie denn möchten/wünschen. Das ist nicht schlimm, denn im Nachhinein bestünde genügend Zeit, um die zurückliegenden Situationen Revue passieren zu lassen. Da kann in Ruhe analysiert werden, wo welches Verhalten wofür herhalten musste.

Harter, aber glücklich machender Weg

Aber es funktioniert. Stück für Stück können sich Gute-Laune-Menschen ihr eigenes Leben zurückholen, sich von innen aufbauen und ihren Weg gehen. Das wird nicht immer einfach sein, weil zu diesem Leben Grenzen setzen, einfordern und Nein sagen gehört, aber er ist machbar. Und blicken diese Menschen dann eines Tages zurück, dann werden sie dieses mit stolz geschwellter Brust tun. 🙂

Und sollte auf diesem Weg zu Ihnen gesagt werden, „Du hast dich verändert. Früher warst du immer gut drauf“, dann wissen Sie, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Nehmen Sie es als Kompliment! 🙂

In diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute!

Eure,

Manon García

 

Feb 292016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Erwartungen als gesellschaftliches Muss

Ich ging lange Zeit davon aus, dass das Leben aus Erwartungen besteht, die man hat und, die erfüllt werden. Ich dachte, wenn ich mich an diese Regel halte, dann hält sich auch jeder andere daran. Dementsprechend bin ich in meinem Leben allen Erwartungen hinterher gehechelt, dachte ich doch, wie in der Schule beim Bienchen sammeln, dass es Fleißpunkte gäbe.

In den letzten Jahren, in denen ich so einiges in meinem Leben auf den Kopf stellte und feststellen musste, dass so vieles nicht am richtigen Platz lag, schaute ich mir auch die Erwartungen und die Erwartungshaltung unserer Gesellschaft an.

Kreislauf von Erwartungen

Wer etwas erwartete, ging davon aus, dass diese Erwartung erfüllt würde. Wurde die Erwartung erfüllt, gab es keine große Freude oder kein großes Fest, denn es wurde ja erwartet, war also nichts Besonderes. Wurden die Erwartungen nicht erfüllt, gab es eine große Enttäuschung. In diesem Moment der Verwunderung oder des Ärgers wurde nicht zu einem selbst geschaut, ob die Erwartungshaltung hinterfragt werden sollte, nein, zum Gegenüber. Wie konnte die andere Person sich erdreisten die eigenen Erwartungen nicht zu erfüllen? Mit der Person konnte etwas nicht stimmen. Dementsprechend fiel das Urteil aus. Der Interaktionspartner hatte sich keine Mühe gegeben, man selbst oder die Sache war nicht wichtig genug.

Folgen von Erwartungshaltungen

Im Grunde genommen gibt es bei Erwartungen nur Verlierer.
  • Die Person, die die Erwartungen nicht erfüllt, bekommt eine negative, mitunter gefrustete oder wütende, Reaktion.
  • Die Person, die die Erwartungen erfüllt, bekommt keine Reaktion, da man lediglich erfüllt, was erwartet wird.
  • Und die Person, die erwartet, kann sich über eine erfüllte Erwartung nicht freuen, denn das erwartete sie ja. Diente es lediglich als Grundlage, um sich nicht zu ärgern, war aber kein Grund sich zu freuen.
  • Und die Person, die erwartet, ärgert und fühlt sich angegriffen, wenn die Erwartungen nicht erfüllt wurden.

 

Abhilfe für ein besseres Leben

Ich frage mich, wieso es diese Erwartungen gibt, wenn es keine Sieger gibt. Wozu dann das Ganze? Was kann eine Abhilfe sein, um das Leben mehr zu genießen, sich mehr an Dingen zu erfreuen und sich weniger zu ärgern?

Keine Erwartungen

Wer keine Erwartungen hat wird mit jeder Aktion des Interaktionspartners beschenkt, überrascht und erfreut. Es kann sich auch über Dinge gefreut werden, die vom Gegenüber ausgehen und die man nie und nimmer erwartet hätte. Denn der Nachteil bei der Erwartung ist, dass eine Richtung vorgegeben wird und die Scheuklappen verhindern die Sicht nach links und rechts. Abseits des Weges der Erwartungen. So wird bei der Erwartungshaltung vieles übersehen, was einen erfreut und beschenkt hätte. Man aber wegen der Fokussierung auf die Erwartungserfüllung nicht sieht.

Nichts erwarten

Wird aber nun nichts erwartet, wird keine Richtung, Höhe oder Weite vorgeben. Das bedeutet, dass die Person aus sich heraus etwas leisten, geben, schenken oder bieten kann. Und es gibt nur Gewinner. Keiner wird unnötig unter Druck gesetzt und keine unnötigen Hürden versperren den Blick auf das Wesentliche.

Mehr Freude durch weniger Erwartungen

Die Abschaffung der Erwartungshaltung lässt uns das Hier und Jetzt genießen, man kann sich wieder über Kleinigkeiten freuen. Das was einem angeboten wird, wird aus freien Stücken erbracht, und nicht, weil es sonst Ärger geben würde. Es wird erbracht, weil es Freude macht. Und jeder kann sich über die Leistungen, Handlungen oder dem Verhalten freuen.

Rebellion zum selbstbestimmten Leben

Der Zwang eine Norm erfüllen zu müssen entfällt und es wird ein rebellischer Schritt zum selbstbestimmten Leben gegangen. Einem Leben, was einem selbst entspricht und nicht einer Norm hinterher hechelt. Interessanterweise gibt es im Spanischen nur ein Wort für Erwartung und Illusion = ilusion. Und damit liegen sie richtig, es ist eine Illusion, wenn geglaubt wird, dass Erwartungen das Leben bereichern oder notwendig seien. Erwartungen sind Fesseln und Folterinstrumente, mit denen es keine positiven, aber viele negative Erlebnisse gibt. Probieren Sie es einfach aus. Sie werden staunen!

 

In diesem Sinne, zurück zum Spaß am Leben, in dem jeder seinen Weg beschreitet!

 

Eure,

 

Manon García

 

 

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