Mrz 112013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Depression durch unerkannte Hochbegabung

Viele Hochbegabte erfahren erst durch eine Depression von ihrer Hochbegabung. Es ist bekannt, dass eine fehlende Identität oder eine ständige Ablehnung und Ausgrenzung zu Depressionen führen kann. Aus diesem Grund untersuchen immer mehr Therapeuten, Psychologen und Neurologen, ob eine Hochbegabung vorliegt. Vielen Menschen ist nicht bewusst, was die Eigenschaften dieser Krankheit sind, wie es sich äußert oder äußern kann, dass es verschiedene Symptome und Verhaltensweisen gibt, weshalb vielen Depressiven Unverständnis und Ungläubigkeit entgegen springt.

Depression – gesellschaftlich anerkannt

In den letzten Jahren ist die Depression anerkannt, auch gesellschaftlich. Einige Prominente Bürger waren von Depressionen betroffen, was half diese Krankheit gesellschaftsfähig zu machen. Wird erfahren, dass jemand an Depressionen erkrankt ist, wird dieses bedauert. Hörte man doch so vieles negatives darüber. Aber im Grunde genommen weiß kaum einer, was eine Depression genau ist.

Wissen über Depression

Landläufig wird davon ausgegangen, dass jemand, der depressiv ist, im Bett liegt, antriebsarm ist und in so gut wie jeder Situation überfordert ist. So weit so gut. Aber in diesem Zustand gehen depressive Menschen selten aus dem Haus, außer zum Arzt oder Therapeuten. In dieser Zeit ist die heimische Höhle, das Bett, die Wohnung, das einzige, worin sich diese Menschen aufhalten mögen. Schon der Gedanke aus dem Haus gehen zu müssen, kann diese Menschen überfordern und sie innerlich zusammenbrechen lassen. Oder eine banale Frage: Gericht A oder B, kann diese für die nächsten Tage aus der Bahn werfen. Es sind die alltäglichen Arbeiten und Tätigkeiten, die überfordern. Das schlimmste an einer Depression ist wohl, dass die Menschen mitansehen müssen, wie sie mit Kleinigkeiten überfordert sind, über die sie früher noch nicht mal nachdachten. Da war es schon erledigt, bevor es ausgesprochen wurde. Weil zur Last der Depression die Scham über die Hilflosigkeit hinzukommt, steht der Wunsch nach einer einsamen Insel ohne Erwartungen, Druck, Stress bei vielen ganz oben auf der Liste.

Depressive in einer depressionsfreien Zeit

Es gibt Phasen, in denen sind depressive Menschen mit allem überfordert, da kommt dem Zähneputzen einem Marathon gleich. Aber es gibt natürlich auch die Phasen, in denen man sein Leben im Griff zu haben scheint. Vieles von dem, was vorher unmöglich schien, ist möglich. Die Freude und der Spaß sind zurück. Nicht wie früher ohne Depression, aber doch wesentlich besser, als in den Depressionsphasen. Unternehmungen sind wieder lohnenswert und die Aussicht nicht mehr alleine zu sein, macht glücklich. Mit der Depression wurden die gefühlten 100 kg abgelegt, die sonst auf dem Körper liegen und jede Bewegung unmöglich machen. Der Wunsch unter Menschen zu gehen ist groß.

Der Blick von außen auf einen depressiven Menschen

In einer depressionsfreien Zeit sehen Menschen von außen so aus, wie jeder andere. Sie gehen unter Menschen, sie lachen und haben Spaß. Sie bewegen sich, als gäbe es keine Krankheit. Und sie genießen diese Phase, um Kraft zu tanken für die nächste Depression. Sie nehmen alles mit, wissen sie doch nicht, wann sich das nächste Loch auftut. Außerdem hofft jeder depressive Mensch, dass die gute Phase die endgültige ist. Wird doch hart an sich gearbeitet und jede Hochphase kann das ersehnte Ziel sein. Der Außenstehende sieht also einen „gesunden“ Menschen und denkt, alles ist wieder gut. Sofort wird erwartet, dass das jetzt der anhaltende Zustand ist. Wird dieses von den depressionen Personen mit Vorsicht gesehen, kommen Sprüche, dass man nur positiv denken müsse, dann klappt das auch. Sprich: Depressive müssten nur positiv denken und schon wäre die Krankheit weg.

Unverständnis bei Rückfällen

In den Hochphasen werden natürlich Termine vereinbart und sich verabredet. Geht ja jeder Mensch davon aus, dass diese Phase endgültig ist. Auch der depressive Mensch. Allerdings rechnet der Depressive damit, dass es anders kommen kann, im Gegensatz zu Außenstehenden. Diese reagieren mit Unverständnis, fühlen sich persönlich angegriffen, wenn wieder eine Verabredung abgesagt wird. Es kann sogar zu verbalen Angriffen kommen, wenn unterstellt wird, dass die Absagen immer nur bei einem selber sind und nicht bei anderen. Zusätzlich zu der eigentlichen Krankheit kommen nun auch noch Vorwürfe, Unterstellungen und Unverständnis.

Schwierigkeit mit der Depression

Oftmals erkrankten gerade vitale, aktive, erfolgreiche oder selbstbewusste Menschen an einer Depression. Sprich, die Depression zwingt diese Menschen zum Nichtstun, zum Innehalten, zum Nachdenken, zum Erkennen der Hilflosigkeit. Dieser Mensch kann keine Kraft tanken, in dem er wie früher Leistung erbringt und dadurch Lob und Anerkennung bekommt. Nein, er muss ohne Anerkennung von außen auskommen und sich selbst eingestehen, dass er genau so ist, wie er nie sein wollte: hilflos, schwach, abhängig. Schwierig ist zudem, dass sich Depressive erst erlauben müssen, innezuhalten. Sie müssen sich erlauben nicht zu arbeiten. War das doch das normalste von der Welt und dafür lebten sie schließlich. Egal, ob sie krank waren oder überfordert. Egal, ob übermüdet oder nicht. Sie standen auf, weil sie zur Arbeit mussten, weil sie arbeiten mussten oder weil sie gebraucht wurden. Sie standen auf, weil sie etwas erreichen wollten. Nun gibt es keinen Grund mehr aufzustehen, denn sie können nicht mehr Arbeiten, nicht mehr leisten, sind nicht mehr erfolgreich und auch sonst nicht nützlich. In dieser Phase stellen diese Menschen fest, dass von den materiellen Dingen nicht viel übrig bleibt. Manchmal sogar gar nichts, weil die Abwärtsspirale zur sozialen Abhängigkeit sehr kurz sein kann. Sie müssen erkennen, dass ihre Aufopferung für nichts war.

Heilung durch Selbstliebe

Diese ehemals erfolgreichen Menschen blicken zurück und sehen, dass alles, wofür sie arbeiteten weg ist oder nicht mehr wichtig. Die scheinbare Anerkennung von außen bezog sich nie auf die eigene Person, sondern auf die Leistung, die erbracht wurde. Die Freundschaften reduzieren sich auf ein Minimum, wenn man Glück hat, ansonsten auf die Zahl Null. Die Menschen, die zu einem aufschauten, haben sich schon lange abgewandt und blicken nun zur nächsten Person auf, die erfolgreich ist. In dieser Zeit wird die fehlende Selbstliebe schmerzlich vermisst. Der Blick zu sich wurde durch das Streben nach Erfolg und Anerkennung ersetzt. Warum auf sich schauen, wenn etwas geleistet werden kann. Der Nachteil hierbei ist, dass Lob und Anerkennung vergänglich sind, die Selbstliebe aber, die steht immer zu einem. Denn sie verlässt einen nie! Vorausgesetzt, sie wurde aufgebaut und ist vorhanden.

Fehlende Selbstliebe in der Krise

Ein Mensch, der sich selbst nicht liebt und zu dem keine Anerkennung von außen bekommt, weil er durch die Krankheit nicht mehr funktioniert, kann einsamer nicht sein. Das einzige, was diesem Menschen jetzt und in Zukunft helfen wird, ist eine gesunde Selbstliebe. ABer wie soll diese aufgebaut werden, wenn noch nicht mal Erfolge durch Arbeit, Sport oder Hobby vorzuweisen sind? Der Mensch muss erkennen, dass er liebenswert ist auch ohne Leistung, ohne Erfolge, ohne Arbeit. Der Mensch an sich ist es wert geliebt zu werden. Aufgrund der Tatsache, dass es ihn gibt. Da ist es egal, welche Eigenschaften der Mensch hat. Jeder Mensch ist liebenswert, wertvoll und wichtig.

Selbstliebe als Wegweiser aus der Depression

Dieses zu erkennen, dass jeder Mensch, also auch man selbst, liebenswert, wertvoll und wichtig ist, muss sich hart erarbeitet werden. Wurde dieses bis dato immer anhand von Leistungen und Erfolgen aufgehängt. Die Depression erschwert diesen Weg zusätzlich, will sie einem doch weis machen, dass man nutzlos, faul und entbehrlich ist. Und trotzdem – der Weg heraus führt nur über die Selbstliebe. Wer es schafft diese in einer Phase aufzubauen, in der kein Lob, keine Anerkennung, keine Leistung, nichts ist, der wird diese Selbstliebe nie mehr verlieren. Denn die Selbstliebe ist treu und verzeiht, dass sie bis dato achtlos liegen gelassen wurde. Für viele Depressive ist es auch wichtig, diesen Weg entgegen allen Widrigkeiten und Anfeindungen zu gehen. Denn wer diesen Weg in dieser schweren Zeit gehen konnte, wird ihn fortan konsequent fortsetzen. Wird mit Leichtigkeit, Freude, Bewusstheit und Zufriedenheit sein Leben mit der Selbstliebe genießen.

Wichtig ist, dass erkannt wird, dass die Bereitschaft für diesen Weg in einem Selbst vorhanden sein muss. Und die Selbstliebe ist die einzige Zutat, die die Depression abschwächt.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine immer wachsendere Selbstliebe, die der Depression keine Chance mehr lässt.

Eure

Manon García

 

p. s.

In meinem Ratgeber „Hochbegabt oder hochsensibel – Das Anderssein leben mit Selbstbewusstsein und Selbstliebe“ gehe ich auf den Teufelskreis ein und biete mit der Anleitung zum Selbstcoaching eine Möglichkeit aus diesem herauszutreten.

 

Feb 262013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Kritik an starken Menschen

Ich bin so daran gewöhnt, dass man mich schwach sehen möchte, dass ich meine Argumente perfekt trainierte, warum ich nicht schwach bin. Aber ich scheine schwach zu sein, denn ich bleibe bei diesen Menschen, die mich immer weiter runterziehen. Aber im Grunde bin ich stark und wehre mich, was diese Menschen nur noch mehr dazu verführt, mich weiter nach unten zu ziehen. Sie geben erst auf, wenn ich leblos auf dem Boden liegen würde, aber dazu wird es nicht kommen. Es ist ein Kampf, ein endloser Kampf, den ich nicht verlieren werde. Niemals. Deshalb kämpfe ich, damit man mich am Leben lässt. Niemals werde ich auf dem Boden liegen und wenn, dann nur kurz, aber niemals werde ich am Boden liegen bleiben. Egal, wie viele Kämpfe ich ausfechten muss. Die Zahl der Menschen ist schier unendlich, die mich immer wieder rutnerziehen. Wenn ich glaube Luft holen zu können, dann kommt der nächste daher. Das muss aufhören!

Gewohnheit oder Prägung?

Aber warum begebe ich mich in die Nähe dieser Menschen? Warum gehe ich nicht fort? Ich könnte weggehen, weg von diesen Menschen. Warum versuche ich diesen sinnlosen Kampf zu kämpfen? Warum gehe ich nicht weiter? Dorthin, wo man sich freut, wenn ich stark bin? Wo es Menschen gibt, die auch stark sind und mich deshalb so sein lassen, wie ich bin. Die mich nicht nach unten ziehen. Denn sie sind oben und wenn sie ziehen, dann mich nach oben. Nach oben. Mich.

Die Suche nach der passenden Strategie

Aber wie schaffe ich es, mich von den schwachen Menschen zu distanzieren? Wie komme ich zu denen, die das Leben genießen; die sich um sich kümmern; die auf ihre Stärken schauen, um diese auszubauen; die  Spaß haben; die sich freuen, wenn sie starken Menschen begegnen, damit sie an diesen wachsen können. Immer weiter. Es gibt kein Ende. Der Horizont kann gar nicht genug erweitert werden. Für die starken Menschen ist der Horizont unendlich.

Vor Schwäche andere schwächen

Die Energie der schwachen Menschen ist ebenfalls unendlich. Sie spüren ihre eigene Schwäche, kommen mit dieser nicht klar und halten es nicht aus, wenn in ihrer Nähe jemand stark ist. Denn durch die Stärke dieser Person wird ihnen die Ausweglosigkeit ihrer Situation bewusst und das halten sie nicht aus. Das ist schierer Überlebenswille, denn ohne diese Strategie, würden sie kaputt gehen. Kaputt gehen an ihrer Schwäche. Also wird all ihre Energie aufgewendet, um andere zu schwächen. Sie möchten die starken Menschen auf ihr Niveau herunterziehen, dann fühlen sie sich nicht mehr schwach. Dann fühlen sie sich stark, immerhin ist ja ein starker Mensch auf ihrer Stufe, auf ihrer Ebene. Das kann nur heißen, dass sie jetzt auch stark sind. Nun hat sich all die Mühe und Energie gelohnt. Sie fühlen sich gut.

Gründe gegen eine Verhaltensänderung

Habe ich lediglich die Kraft mich gegen das Nach-Unten-Ziehen zu wehren? Reicht meine Kraft aber nicht, um aus diesem Wirkungskreis herauszutreten? Kann ich nicht einfach beiseite gehen, mich entfernen? Ich bräuchte diesen Menschen nicht begegnen, könnte ausweichen, weglaufen, egal was, aber fort. Warum ist das so schwer? Liegt es an der Erziehung, an der Sozialisation, am Umfeld? Sind die starken Menschen unter Umständen nichts anderes gewohnt? Kann sich nur vor diesem Ziehen wehren, wer bei der Erziehung starke Eltern oder starke Bezugspartner hatte? Nein, ändern kann jeder alles. Aber es sind Muster, die gelernt und gefestigt wurden. Diese nun aufzubrechen ist schwer, es erfordert viel Kraft und Energie. Aber diese lohnt sich, denn am Ende wartet sehr viel!

Die Freiheit!

Die Selbstbestimmung!

Ein aktives Leben!

 

Die Suche nach starken Personen

Mein Leben bestand aus dem Widerstand gegen dieses Herabziehen, gegen das Niedermachen, gegen das Schlechtreden. Meine ganze Energie musste ich investieren, um anderen zu verdeutlichen, dass sie im Unrecht sind, dass sie Dinge sehen, die nicht vorhanden sind. Aber natürlich alles lieb und nett und meist freundlich. Als starker Mensch möchte ich die schwachen Menschen nicht zusätzlich schwächen. Am liebsten hätte ich alle Menschen stark, weil dann kein Schwacher die Starken angreifen würde.

Bin ich nun stark? Habe ich Stärken?

Durch das ständige Kämpfen gegen das Nach-Unten-Ziehen habe ich meine Stärken aus dem Blick verloren. Welche Stärken habe ich? Bis dato hatte ich zu tun, mir nicht irgendwelche Schwächen einreden zu lassen. Aber Stärken? Habe ich welche? Und wenn ja, welche? Ich könnte anfangen mich auf mich zu konzentrieren und würde zwangsläufig mit meinen Stärken konfrontiert. Halte ich diese Konfrontation aus? Oder bin ich so in diesem „ich bin nicht schwach“-Modus, dass ich diese Konfrontation nicht aushalte? Habe ich etwa Angst zu meinen Stärken zu stehen? Habe ich das Verhalten der Schwachen bereits übernommen? Reicht meine Stärke, um mich selbst zu sehen? Ich müsste bei mir komplett neu anfangen. Mich finden lassen – von mir.

Starke Menschen gesucht

Starke Menschen könnten mir helfen. Ja, genau. Aber wie finde ich diese? Mein Blick ging nie in die Richtung Stärken, sondern in die Richtung Schwächen-einreden-vermeiden. Kann ich Stärken? Wie erkenne ich Menschen mit Stärken? Menschen, die mit sich zufrieden sind? Die ihre Schwächen genau so gut kennen, wie ihre Stärken? Die wissen, wie sie ihre Stärken leben? Die sich mit Starken umgeben, um noch stärker zu werden? Die mit Leidenschaft ihre Stärken ausleben und ein zufriedenes, glückliches Leben leben? Wie sehen diese Menschen aus? Warum sehe ich auf der Straße nur die Schwachen, aber nicht die Starken? Wohin muss ich meinen Blick wenden, um die andere Sorte Mensch zu finden?

Als starker Mensch erstarken

Aber ich bin stark, das weiß ich. Worin, weiß ich nicht. Was genau, weiß ich auch nicht. Noch nicht. Aber ich bin stark. Also werde ich es schaffen stark zu sein. Ich werde den Schritt beiseite gehen, raus aus dem Sog, der mich nach unten zieht, der mich klein und schwach macht. Raus aus diesem Sog, der von schwachen Menschen ausgeübt wird. Keine unnötige Energie in andere Dinge verschwenden. Ab nun werde ich auf  meine Stärken achten. Und wenn ich lange warten sollte, sie werden sich zeigen.

Stärken verschwinden nicht, sie gehen höchstens spazieren

Meine Stärken werden sich mir zeigen. Bestimmt. Es sind ja Stärken, die lassen sich durch falsches Verhalten nicht einfach beiseiteschieben. Nein, es sind ja Stärken. Sie haben sich höchstens eine Auszeit genommen. Gehen spazieren. Aber sie warteten die ganze Zeit auf ein Zeichen – von mir. Sie warteten, bis ich soweit bin. Bis ich endlich bereit bin meine Stärken zu sehen, zu respektieren und wertzuschätzen. Meine Stärken. Sie werden kommen und wir feiern ein Wiedersehen. Ein großes Fest mit allen Stärken. Und wenn das Fest zu Ende ist, werde ich meinen Weg in Richtung weiterer Stärken fortsetzen. Werde mich ausprobieren und lernen mit meinen Stärken umzugehen. Und dabei werde ich zwangsläufig auf starke Menschen treffen.

Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben die starken Menschen und ihre Stärken glücklich bis ans Ende ihres Lebens.

Die Moral von der Geschichte

Starke Menschen weicht von euren Stärken nicht!

 

In diesem Sinne wünsche ich euch ein langes und glückliches Leben.

Eure Manon García

 

p. s.

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Feb 212013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Altersweisheit

Im Grunde genommen wachsen wir alle mit der Information auf, dass jeder Mensch im Alter nicht nur alt, sondern auch weise wird. Als Kind stellt man sich dann den grauhaarigen weisen Menschen vor, der in seinem Schaukelstuhl (Rollstuhl) sitzt. Zu nichts mehr zu gebrauchen, aber weise. Da als Kind alles interessiert, aber nicht die Weisheit eines Menschen, der kein Fußball oder mit Puppen spielt, wird diese Information lediglich gehört. Als Jugendlicher, besonders während der Pubertät, interessiert diese Tatsache auch eher peripher. Als junger Erwachsener sickert bei all seinen Problemen langsam ins Hirn, dass es da was gäbe, so eine Weisheit, die mit dem Alter irgendwann kommt. Aber dann – zack – ab Mitte Vierzig ist es dann soweit. Es fallen die ersten Punkte auf, die man in seinem Alter entspannter angeht. Beispielsweise ist die Außendarstellung als junger Erwachsener oftmals wichtiger, als im fortgeschrittenen Alter, wenn die Kleidung nach Vernunftgründen oder wegen der Bequemlichkeit gekauft wird. Oder der Zwang einer Mode zu folgen ist auch in die Jahre gekommen, wie man selbst. Da weiß man endlich, dass man nun auch zu den weisen (alten) Menschen gehört. Die Frage stellt sich, wieso diese Weisheit nicht greifbar ist, wenn es drauf ankommt?!

Warum erst im Alter?

Wie unnütz ist denn eine Weisheit, die im Alter keiner mehr hören möchte, weil man mittlerweile zum alten Eisen gehört? Und wer mit der Zeit der Jugend nicht mitgehen kann, der wird nicht um Rat gefragt. Schauen Sie sich heute die Generation Oma und Opa an. Wie viele von denen wissen wie es ist, als Kind mit einem Nintendo aufzuwachsen? Die Kids von heute können eher twittern und simsen, als sprechen. Die Kids sammeln ihre Freunde virtuell und kommunizieren mit Daumensymbolen. Nein, das Wissen überholt sich mittlerweile zu schnell, sodass die Großelten eher selten einen Rat geben können. Wozu dann die Weisheit im Alter? Denn was soll eine Oma denn zum Enkel sagen, wenn dieser mit Cybermobbing anfängt? Nein, wichtig wäre es, wenn diese Weisheit bereits in dem Alter vorhanden ist, wenn sie gebraucht wird.

Wie entsteht eigentlich die Altersweisheit?

Na, das ist einfach zu beantworten. In der Kindheit wird durch die Erziehung und Sozialisation ein Mensch in die Richtung manipuliert, wie es sein Umfeld gerne hätte. Einem kleinen Menschen wird von Anfang an gesagt, wie es sein muss, damit es von Papa und Mama geliebt wird. Es erfährt schmerzlich, wie es ist, wenn es sich nicht dran hält, denn der Liebesentzug folgt umgehend. Das geht im Kindergarten und der Schule weiter. Selbst in den ersten Jahren des Erwachsenenalters ist es so, dass den eingetrichterten Mustern und Prägungen gefolgt wird. Irgendwann – so ab Mitte Vierzig – kommt man aus dem Fokus heraus. Es interessiert das Umfeld nicht mehr sonderlich, ob man nun den Erwartungen entspricht oder nicht. Meist hat man schon eine Familie oder „Erfolge“ erarbeitet. Sei es beim Sport oder im Beruf. Der Blick des Umfeldes ist entweder müde geworden, weil alt, oder auf die jüngere Genereation gerichtet. Da lohnt sich die Manipulation. Immerhin richtet man sich an junge Menschen, die von ihrem Umfeld abhängig sind. Da ist es einfacher zu wirken.

Also kann mit Mitte Vierzig (oder mit Mitte Fünfzig oder Mitte Sechzig oder …) endlich mal geschaut werden, was aus einem geworden ist, wenn sich immer an den Erwartungen anderer orientiert wurde. Im Grunde genommen hat man sich immer nach seinem Umfeld gebogen und gewendet und sich dabei die eine oder andere Verrenkung geholt. Aber erst jetzt ist das Fass am Überlaufen, sodass mit dem Mut der Verzweiflung mit dem Widerstand begonnen werden kann. Erstaunlicherweise kommt nicht der erwartete Entrüstungsschwall. Und wenn dieser doch kam, aber selbstbewusst abgeschmettert wird, verstummen die Stimmen schneller als sie aus dem Gehörgang entweichen können. Lunte wird gerochen, die Erfahrungen werden hinterfragt und nicht selten wird festgestellt, dass das meiste unnütz und umsonst war. Leider selten kostenlos, denn bei so mancher Erfahrung musste viel Lehrgeld gezahlt werden. Altersweisheit, nun ist sie erlangt und die Frage ist, was daran so besonders ist. Denn im Grunde genommen weiß jeder Mensch von Anfang an, was er will und was für ihn richtig ist. Nur leider gibt es zuviele Menschen im Umfeld, die darauf nicht hören und meinen alles besser zu wissen. So kommt es, dass das Freistrampeln erst beginnen kann, wenn auf den eigenen Füßen gestanden wird. Sprich ab Mitte Zwanzig. Nun müssen die eingepflanzten Glaubensätze erstmal aufgespürt und aufgebrochen werden. Das dauert meist ein paar Jahrzehnte, weshalb die vorhandene und angeborene Weisheit erst ab einem Alter von ca. Mitte Vierzig endlich wieder freigelegt wird.

Fazit zur überholten Altersweisheit

Ein Leben lebt sich leichter und entspannter, wenn die Weisheit beteiligt ist. Nur, solange diese durch das Umfeld, die Erziehung, später durch Prägungen und Glaubenssätze, weg manipuliert wird, ist an einem authentischen und glücklichen Leben nicht zu denken. Die weisen alten Menschen ruhen in sich, weil sie auf sich hören und nicht mehr Erwartungen hinterher hecheln. Wie schön wäre das Leben, könnte auf diese Ruhe bereits als Kind zurückgegriffen werden. Wenn einem jungen Menschen vermittelt wird, dass er okay ist, wie er ist. Dass es egal ist, was er tut, Hauptsache es glaubt an sich. Dass er als Mensch wunderbar ist, egal, was er leistet. Ein Mensch, der an sich glaubt, der wird weise Entscheidungen treffen. Natürlich kann sich auch ein weiser Mensch mal irren, aber das erkennt dieser und lernt aus seinen Erfahrungen. Diese Ruhe wünschte ich allen, aber dafür müssten Menschen aufhören zu denken, sie wären die einzigen, die wüssten, wie das Leben funktioniert und es anderen aufzwingen. Wir würden bereits in der Kindheit mit dem Reflektieren beginnen und so uns selbst bei allem begleiten. Uns stünde ein Leben in Weisheit zur Verfügung, die durch zusätzliche Erfahrungen erweitert wird. Und es müsste nicht auf das Alter gewartet werden, um endlich das tun zu dürfen, was man einem ein Leben lang verboten oder untersagt wurde.

In diesem Sinne, wünsche ich allen ein Leben in Weisheit,

eure Manon García

 

Feb 142013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Ein scheinbar gebrochener Stock im Wasser

Wer schon mal einen Stock ins Wasser hielt, weiß, dass sich ein gerader, fester Stock im Wasser so darstellt, als wäre er gebrochen. Holt man diesen wieder heraus sieht man, dass der Stock immer noch gerade ist und das Wasser dem Stock nichts anhaben konnte. Dieses Phänomen sehe ich auch in der Gesellschaft. Es gibt Menschen, die wirken auf andere wie ein gebrochener Stock im Wasser. Sie selbst finden sich gerade und fest. Oder es gibt natürlich auch den umgekehrten Fall, dass sich Menschen krumm und gebrochen fühlen und von anderen als stark und selbstbewusst wahrgenommen werden. Diese unterschiedliche Wahrnehmung ist oftmals Grund für Konflikte und Differenzen.

Am Beispiel von Hochbegabung verdeutliche ich dieses Phänomen. Hochbegabte werden von Personen oftmals anders gesehen, als sich diese Menschen selber sehen. Und es treten auch immer beide Fälle auf. Natürlich gibt es weitere Gruppen, Minderheiten, Personen und Erlebnisse, die auf dieses Phänomen zutreffen. Verständlicherweise beziehe ich mich hier in diesem Blog auf die Hochbegabung, aber jeder darf es auf sich und seine Situation übertragen und anwenden. Und eine weitere Einschränkung möchte ich gleich noch hinterher schieben. Natürlich bezieht sich das nicht auf alle Hochbegabte!

Hochbegabte fühlen sich wie ein krummer Stock

Als erstes schauen wir uns an, wie es ist, wenn sich ein Hochbegabter wie ein gebrochener Stock im Wasser fühlt, aber von keinem als ein solcher wahrgenommen wird. Es gibt verschiedene Gründe warum ein hochbegabter Mensch an sich zweifeln kann. Einer ist, wie im letzten Beitrag „gefühlte Underachiever sind die neuen Achiever“ geschrieben, dass man Höchstleistungen erbringt, aber trotzdem kritisiert und abgelehnt wird. Nun ist Kritik nicht per se verkehrt, es kann sogar zu Höchstleistungen anspornen, aber dafür müsste die Aufgabe auch eine Herausforderung darstellen. Aber bei der Aufgabe, sich als Hochbegabter der Norm anzupassen, wäre jeder Mensch überfordert. Dieser hochbegabte Mensch, der also denkt, er müsste sich anpassen, kann nur scheitern. Er scheitert also, obwohl er sich die allergrößte Mühe gibt und alle Energien, die er besitzt in diese Aufgabe steckt. Und ich gehe nun von so einem erwachsenen Hochbegabten aus.

Dieser Erwachsene fühlt sich gebrochen. Er tut alles, aber er scheitert permanent. Egal, was er oder sie auch tut, er kommt nicht zum Ziel. Dabei fühlt er sich leer und ausgelaugt. Innen drin, gibt es ein Gefühl, das ganz viel möglich wäre, dass etwas nicht stimmt, das der eingeschlagene Weg der verkehrte ist, aber dieses Gefühlt ist oftmals nicht greifbar und bleibt ein subtiles Gefühl. Diese innere Zerrissenheit wird vielleicht durch enormen Eifer und Tatendrang kompensiert, weshalb sich diese Menschen falsch, schlecht, dumm, nicht passend, ungenügend, am falschen Platz oder einfach wie ein krummen Stock fühlen. Von außen wird jedoch die Energie, die Stärke, der unbändige Wille, die enorme Konzentration, der Hang zum Perfektionismus usw. gesehen und kaum einer würde auf die Idee kommen, dass sich diese Person anders fühlen könnte. Setzt also dieser unzufriedene Erwachsene an, um Hilfe oder Mitgefühl zu bitten, erhält er nicht selten ein spöttisches Gelächter. Die eingeforderte Hilfe wird als Scherz abgetan! Besonders, wenn diese Person neidisch ist auf – aus seiner Sicht – positiven Eigenschaften des Hochbegabten (egal, ob erkannt oder unerkannt) und sich nicht vorstellen kann, dass hinter dieser Stärke eine Unsicherheit steckt.

Diese Diskrepanz von Selbst- und Fremdwahrnehmung verstärkt das Gefühl des nicht-verstanden-werdens und die damit einhergehende Unsicherheit. Die fehlende Selbstsicherheit wird durch solche eine Reaktion ebenfalls nicht gestärkt. Und sich selbst kann man nicht von außen betrachten, was die Reaktion des Gegenübers erklären würde.

Hochbegabte fühlen sich stark und selbstsicher

Es gibt auch den umkehrten Fall, dass man sich stark und selbstsicher fühlt, glaubt das Leben im Griff zu haben und sich freut auf dem richtigen Weg zu sein. Kommen dann Kommentare, die einen als krummen Stock wahrnehmen oder unterstellen das Verhalten wäre aufgesetzt oder gespielt, wird die Welt nicht mehr verstanden. Genauso verhält es sich, wenn man sich seiner selbst bewusst ist, man sich selbst vertraut und wertschätzt, sich aber Kommentare und Aussagen anhören muss, dass man arrogant und angeberisch wäre. In allen Fällen wird die Welt nicht mehr verstanden. Und das Sahnehäubchen wird einem dann noch aufgesetzt, wenn Hilfsangebote geäußert werden, die einem helfen sollen, aus dem gebrochenen Stock wieder einen geraden zu machen.

Bei allen Überlegungen über die Reaktion des Gegenüber fehlt der Ansatz. Es gibt keine Erklärung, warum nun genau diese Reaktion kam, man ist sich keiner „Schuld“ bewusst. Die Frage, warum man gesehen wird, wie man gesehen wird, ist unmöglich zu beantworten. Denn dafür müsste man in die betreffende Person hineinschauen können, müsste wissen, welche Erfahrungen gemacht, wie sich die Person fühlt oder welche Baustellen / Verletzungen vorhanden sind.

Kompliziert wird es, wenn die Selbstsicherheit durch die Reaktion von einem selbst in frage gestellt wird, wenn angefangen wird zu zweifeln. Oder wenn diese Selbstsicherheit gerade erst erarbeitet wurde, diese dann nicht sofort wieder einstürzen zu lassen, weil Gegenwind in Form von Unverständnis oder Fehleinschätzung geäußert wurden. Wichtig ist es, dass man sich ein Umfeld schafft, bei dem die einsturzgefährdende Selbstsicherheit gestärkt wird, sodass sie wieder komplett hergestellt werden kann. Dieses Umfeld, besteht es auch nur aus einer Person, ist wichtig, um auf solche Aussagen zu reagieren. Denn es ist ja keine Ausnahme, die einmal in einem Jahrzehnt vorkommt, sondern es ist eher an der Tagesordnung, dass solche Äußerungen getätigt werden.

Fremdwahrnehmung ist und bleibt eine Fremdwahrnehmung

In beiden Fällen ist es wichtig, dass eine Fremdwahrnehmung immer nur eine Fremdwahrnehmung bleibt. Keiner kann in einen hinein schauen. Und jeder Fremdwahrnehmung liegen die persönlichen Empfindungen, Erlebnisse, Erfahrungen, Verletzungen, Gefühle des Fremdwahrnehmenden zugrunde. Es ist immer subjektiv und wird von jeder anderen Personen entsprechend anders wahrgenommen. Und eine Fremdwahrnehmung wird nicht wahrer, nur weil sie von mehreren ausgesprochen wird. Eine Fremdwahrnehmung ist deshalb nicht falsch, sondern für die wahrnehmende Person richtig. Aber eben nur für diese Person. Diese Erkenntnis kann helfen die Unterschiede, die Diskrepanz oder gar den Konflikt zu verstehen. Auf keinen Fall sollte es dazu führen, dass die Selbstwahrnehmung aufgrund der Fremdwahrnehmung fallen gelassen oder ersetzt wird.

Was lernen Hochbegabte daraus?

Wer sich selbst in frage stellt und dafür keinen findet, der dieses ähnlich oder ebenso sieht, sollte sich fragen, ob die Stärke nicht vielleicht doch vorhanden und nur nicht deutlich genug sichtbar ist. Es kann überlegt werden, ob der Blick auf einen Selbst verändert werden sollte und wenn ja, in welche Richtung. Denn eine Fremdwahrnehmung kann einem eine Richtung vorgeben. Es könnte versucht werden die Diskrepanz zu verringern, indem man bei sich mehr auf die vorhanden Stärken schaut und weniger auf das, was nicht geht. Und wer sich wie in einem Hamsterrad fühlt, der könnte aus diesem heraustreten. Sein eigenes Ziel verfolgen und bei Zweifeln sich der positiven Fremdwahrnehmung annehmen.

Wer auf sich stolz ist und ins Zweifeln gerät, weil die Fremdwahrnehmung anderer Personen so gar nicht mit der Selbstwahrnehmung übereinstimmen, sollte sich nicht kirre machen lassen. Wer sich, sein Denken und sein Verhalten regelmäßig hinterfragt und reflektiert, der sollte stolz sein und dieses auch bleiben. Denn bei einer regelmäßigen Überprüfung des Selbst, kann keiner nicht falsch liegen. Anhören kann und darf sich jeder die Fremdwahrnehmungen, aber es sollte nicht zu viel Energie ins Verstehen der anderen Meinung investiert werden. Denn es braucht genügend Energien, um denen eigenen Weg konsequent zu verfolgen, besonders dann, wenn man glaubt auf dem richtigen Weg zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen die richtige Entscheidung für sich selbst!

 

p. s.

Neu, neu, neu, sind die Spendenmöglichkeiten mit flattr und paypal. Bei beiden Möglichkeiten muss man auf der Plattform angemeldet sein. Und denkt bitte daran, Weihnachten ist bald und mit euren Spenden würde ich mir gern ein schönes Weihnachtsgeschenk machen. Ich sage extra nicht, was ich mir schenken möchte, nicht, dass ich euch ausversehen in eurer Spendierfreudigkeit hemme. Nein, nein. Ich werde nun minütlich auf meine jeweiligen Konten schauen und ausrechnen, wie viel Prozent von euch bereits eingezahlt wurden. 🙂




Feb 132013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Unerkannte Hochbegabte

Was genau sind Höchstleistungen und was Underachiever? Werden Höchstleistungen immer erkannt? Und was ist, wenn nicht? Was, wenn noch nicht mal die Hochbegabung bekannt ist? Was passiert mit diesen Menschen und was können diese tun, wenn sie von ihrer Hochbegabung wissen? Wie sollte der Blickwinkel geändert werden?

Ellen Winners Untersuchungsergebnisse

Ellen Winner geht in ihrem Buch auf die Mythen und Realitäten von Hochbegabung ein und untersuchte, was aus außergewöhnlichen Kindern wurde. Sie ging auf die Kinder ein, die gemeinhin als Genies tituliert wurden. Also Höchstleistungen in einem oder mehreren Bereichen erzielten und entsprechend gefördert wurden. Interessant fand ich ihre Ergebnisse, was aus den kleinen Genies wurde. Es gab eine Gruppe, die sich im Erwachsenenalter allen Leistungen entzog und bei jeglichem Anflug von Leistung, Druck oder Hektik diesem aus dem Wege ging. Manche waren nicht mal mehr in der Lage zu arbeiten. Sei es im Beruflichen oder Privaten.

Gefühlte Underachiever

Der Gruppe Höchstleister gehörte ich nicht an. Ich war kein Einser Kandidat. Weder in der Schule, noch beim Studium. Weder war ich Expertin, noch glänzte ich mit Allgemeinwissen. Nach meinem überraschenden Testergebnis „hochbegabt“ war ich nun auf der Suche nach einer Kategorie. Laut Definition gehörte ich nicht zu den Underachievern. Wollte ich doch lernen, war wissbegierig, neugierig. Aber ohne Leistungen keine Höchstleistung, also war ich kein Achiever. Deshalb zählte ich mich zu den gefühlten Underachievern.

Gesellschaftlich anerkannte Höchstleistungen

Was genau sind Höchstleistungen? Wir kennen alle die Genies, die in ihrer Windel das Diplom hochhalten. Es gibt Leistungen, die werden von der Gesellschaft anerkannt. Einem Fußballer jubelt ganz Deutschland zu, wenn er ein Tor erzielt. Ein rockiger Geiger füllt ganze Stadien und ist in den Medien ein gern gesehener Gast. Der Rechenweltmeister ist kaum jemanden bekannt. (Oder kennt jemand seinen Namen?*) Es gibt also Unterschiede, die Gesellschaft unterscheidet und teilt ein, was nun als „gut“, „wertvoll“ oder „Leistung“ gilt.

Unerkannte Höchstleistungen

Allerdings zeigen viele (unerkannte) Hochbegabte Höchstleistungen auf Gebieten, die von der Gesellschaft nicht erkannt werden.

Höchstleistungen erbringt, wer:

  • sich als hochbegabter Mensch an die normalbegabte Gesellschaft anpasst.
  • sich selbst ignoriert, um den Anforderung der Gesellschaft zu entsprechen.
  • durch ständige Unterforderung und Langeweile trotzdem jeden Tag um die Zugehörigkeit kämpft.
  • auf seine Wünsche verzichtet, um anderen zu gefallen oder, um nicht mehr ausgeschlossen zu werden.
  • seine Emotionen und Gefühle durch die der anderen ersetzt.
  • das Gefühl des Nicht-richtig-Seins jeden Tag aufs neue verdrängt und trotzdem versucht im Leben zurechtzukommen.
  • nicht als Mensch mit seinen Eigenarten und Eigenschaften akzeptiert wird.
  • dem gesellschaftlichen Druck des Anpassend jeden Tag ausgeliefert ist.

Gefühlte Underachiever sind Höchstleister

Die oben genannten Hochbegabten, fühlen sich oftmals als (gefühlte) Underachiever oder sie werden von außen dieser Kategorie zugeordnet. Dafür gehörten sie in die Kategorie Achiever. Sie erbringen Höchstleistungen, die nur weder gesehen noch akzeptiert werden. Ein gefühlter Underachiever, der die oben genannten Höchstleistungen unerkannt von der Gesellschaft leistet, fühlt sich oftmals falsch, anders, minderwertig, faul oder gar dumm. Er bekommt alles, nur keine Anerkennung für seine Leistung. Eher das Gegenteil ist der Fall. Denn da ein Hochbegabter nunmal anders ist, als ein Normalbegabter, lebt er täglich mit der Kritik sich nicht anzupassen oder quer zu schießen. Er wird kritisiert, gemobbt, ausgeschlossen, ignoriert, obwohl dieser alles aus sich heraus holt und verzweifelt, weil nicht mehr geht. Er lebt bereits am Limit.

Auswirkungen unerkannter Höchstleistung

Die Konsequenz kann sein, dass diese Menschen zusammenbrechen und krank werden. Denn sie verausgaben sich und verzweifeln an sich. Es ist nie genug und sie wissen nicht warum. Sie ordnen sich meist nicht der Hochbegabung zu, denn dann würden sie ja Leistungen bringen, die von der Gesellschaft gewürdigt würde. Diese Menschen verleugnen ihre Persönlichkeit, ihre Identität, um sich selbst eine Lebensberechtigung zu geben. Nicht selten wird erst durch eine Depression oder einem Burnout eine Hochbegabung entdeckt.

Anderer Blick zu sich

Gefühlten Underachievern fehlt es oftmals an Selbstliebe, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, innerer Stärke und einer starken Persönlichkeit. Sie zweifeln und hadern, denn was können sie schon? Was haben sie erreicht? Womit könnten sie glänzen? Deshalb ist es wichtig den Blick auf die tatsächlichen Leistungen zu richten. Denn damit erstrahlen die Höchstleistungen und es kann stolz auf das bisherige Leben zurückgeblickt werden. Mit diesem geänderten Blick, verändert sich die Meinung über sich selbst. Sie beginnen, sich von Innen aufzubauen, zu stärken, zu lieben sowie wertzuschätzen.

Mit neuer Einstellung durchstarten

Als ich es schaffte meinen Blick zu wenden, ordnete ich mich nicht mehr den Underachievern, sondern den Achievern zu. Meine Leistung schätze ich mittlerweile richtig ein und blicke stolz auf sie zurück! Mit der Sicherheit, dass ich Großes leisten kann, gehe ich meinen Weg. Ein Weg, der für mich bestimmt ist und mir gefällt. Ich definiere, was Leistungen sind und starte durch. Wer noch?

Eure,

Manon García

 

Wer mehr über das Buch von Ellen Winner erfahren möchte, klicke auf folgendes Bild:

 


Sep 122012
 

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Es gibt wieder eine Umfrage, die ich bei facebook startete.

Der Link zur Umfrage: http://www.facebook.com/hochbegabung.erwachsene

Es gibt wieder verschiedene Antwortmöglichkeiten und ich werde auch diese Frage später auflösen.

Die Kommentare sind interessant zu lesen.

Ich würde mich freuen, wenn noch einige abstimmen und kommentieren.

Wir sehen uns! 🙂

Mrz 292012
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Hochbegabte Asperger werden von der Wirtschaft entdeckt

Mit untem stehenden Link gelangt ihr auf eine Reportage, die von Aspergern handelt, die mit ihren Stärken gezielt in der Wirtschaft, sprich im Bereich Informatik eingesetzt werden.

Mit ihren Stärken sind sie effektiver und produktiver und damit für den Arbeitgeber ein wichtiger Faktor. Zudem sind sie leistungsfähig und verlässlich, wenn bestimmte Strukturen eingehalten werden. Aber in dem Bericht wird deutlich, dass es jederzeit möglich ist.

Ein sehr informativer Bericht, der allen zu denken geben sollte. Denn was für Asperger gilt, gilt für alle Menschen. Also auch für Underachiever, Achiever, Hochbegabte, aber natürlich auch allen anderen Menschen. Jeden nach seinen Stärken einsetzen – es könnte so einfach sein.

Link zur Reportage von Pro 7

http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/clip/288557-asperg…

Viel Spaß beim Schauen und anschließendem Nachdenken! 🙂

Jan 162012
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Hochbegabung und / oder Hochsensibel

Gehört zur Hochbegabung die Eigenschaft der Hochsensibilität dazu oder sind es zwei verschiedene Eigenschaften, die unabhängig voneinander sind?

Andrea Brackmann schreibt in ihrem Buch „hochbegabt und hochsensibel“, dass diese beiden Eigenschaften zusammengehören. Allerdings kennt jeder von uns hochbegabte Menschen, denen man das Label hochsensibel nicht unbedingt anheften möchte. Hinzu kommt, dass in der Literatur von 20% Hochsensiblen gesprochen wird. Bei den Hochbegabten kommt man auch bei gutem Willen nur auf 2.38% (dank Gauß’scher Glockenkurve). Das alleine passt schon nicht zusammen. Die nächste Frage ist, wie viele hochbegabte Menschen denn nun zu den hochsensiblen Menschen gezählt werden. Oder ist der Anteil der Hochsensiblen bei den Hochbegabten auch bei 20%?

Fehlende Forschungen und Ergebnisse

Die Wissenschaft nähert sich seit ein paar Jahrzehnten dem Thema Hochbegabung. Hochsensibilität ist dagegen noch gänzlich unerforscht. Entsprechend liegen kaum / keine Ergebnisse vor. Das Wissen darüber befindet sich in den Kinderschuhen.

Deshalb ist alles, was ich hier aufschreibe, meine persönliche Meinung, die ich nicht wissenschaftlich untermauern kann. Was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.

„versteckte“ oder „unterdrückte“ Hochsensibilität

Aus eigener Erfahrung und aus vielen Gesprächen mit Betroffenen kann ich sagen, dass sich eine Hochsensibilität „verstecken“ kann oder anders: Hochsensibilität kann unterdrückt werden.

Es ist genauso wie bei der Hochbegabung. Auch diese muss gelebt werden. Der Umgang mit ihr, das Leben mit ihr, das Verständnis, alles muss erlernt werden. Hier hilft es natürlich, wenn im näheren Umfeld Erfahrungen mit diesem Thema vorliegen. Hochbegabung wird vorgelebt und Kinder schauen – wie bei allen anderen Themen – auf die Bezugspersonen. Wird eine Hochbegabung nicht gefördert und gefordert, wird ein hochbegabter Mensch unter Umständen nicht entdeckt, was dazu führen kann, dass dieser Mensch mit seiner Andersartigkeit täglich aneckt, sich zurückzieht oder sich selbst gar verleumdet.

Ich wusste von meiner Hochbegabung nichts bis zum Testergebnis. Im Gegenteil, ich ging davon aus, dass ich eher nicht hochbegabt bin. Zuviele Dinge konnte ich nicht, leichte Tätigkeiten verursachten mir im Vergleich mit anderen Schwierigkeiten und meine „Fähigkeiten“ konnte keiner Einordnung, wurde es doch nicht verstanden. Die Hochbegabung kam also aus dem Nichts zu mir und ließ sich nicht mehr abschütteln.

Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Hochbegabung, konnte ich mir vieles erklären, viele Fragen konnte ich beantworten, aber es kamen immer mehr Fragen hinzu. Besonders im Bereich der Wahrnehmen und des Fühlens. Im Bereich des Denkens fand ich Antworten und das Konstrukt wurde für mich schlüssig. Aber die Bereiche Wahrnehmen und Fühlen blieben mir ein Rätsel, welches ich nicht mit der Hochbegabung erklären konnte.

  • Woher kam die Fähigkeit Dinge zu spüren, die sonst keiner spürte?
  • Wieso konnte ich Gefühle von anderen Menschen spüren, aber nicht die eigenen?
  • Wie konnte es sein, dass ich meine Gefühle zusammen mit der Hochbegabung wegsperren konnte?
  • Woher kamen plötzlich Wahrnehmungen, die ich nicht kannte?

Hochsensibilität entwickelte sich

Mit der Erkenntnis, dass ich hochbegabt sei, fing ein neuer Lebensabschnitt an. Wie im Buch beschrieben fing eine Phase an, in der alles auf den Prüfstand kam. Alles wurde hinterfragt und ich versuchte herauszufinden, wer ich denn nun sei. Die Frage „Wer bin ich?“ sollte mich die ganzen Jahre begleiten und ich behaupte, dass ich es immer noch nicht endgültig sagen kann. Ich weiß mehr über mich, ich habe mich ein Stück weit kennengelernt, aber ich weiß immer noch nicht zu 100%, wer ich bin.

Auf dem Weg zu mir selbst, entdecke ich täglich neues an mir. Neue Gefühle, Emotionen, Wahrnehmungen, Interessen und Talente. Natürlich lerne ich auch immer mehr Schattenseiten, Ängste, Schmerzen, Verletzungen, Zweifel und Sorgen kennen. Das gehört zu einem Leben dazu. Dieser Mix macht ein Leben ja erst lebenswert.

Gefühl versus rationalem Denken

Der Weg beinhaltet auch, dass sich eine nicht gekannte Hochsensibilität äußerte. Im Grunde war ich früher immer stolz, dass ich rational mit Problemen umgehen konnte. War ich doch immer im Vorteil gegenüber anderen, die erst durch ein Tal der Gefühle gingen. Wenn andere sich aufmachten den Berg zu erklimmen, wartete ich bereits auf der Spitze und konnte neuen Taten entgegensehen. Probleme sachlich und rational, sprich ohne Gefühle oder  Gefühlsduseleien anzugehen, verschafft einen Vorsprung. Diesen hatte ich in der Vergangenheit für mich zu nutzen gelernt.

Auf der anderen Seite war es aber auch unvermeidlich, dass der rationale Kopf die Führung übernahm. Ich hatte niemals gelernt mit meinen Gefühlen oder meinen Emotionen umzugehen, sie zu benennen oder sie auszuhalten. Aus diesem Grunde wurden diese unterdrückt und stattdessen das rationale Denken forciert. Es gibt genügend Motivationstechniken, die jeden Menschen in bestimmten Situationen helfen. Diese zu 100% angewandt ergibt ein Leben ohne Gefühle, ohne Emotionen, sondern mit Zielen, Strukturen und Konstruktionen. Dazu gehört das Sich-ablenken, wenn die Ruhe nicht ausgehalten wird. Für einen Menschen, der an fast allem interessiert ist, den vieles fesselt, der gerne denkt und gerne knobelt, die einfachste Sache der Welt. Schwierig wird es, wenn dieses wieder rückgängig gemacht werden soll.

Gefühle zulassen, wahrnehmen und benennen

Auf meinem Weg stand ich vor der Herausforderung meine Gefühle wieder zuzulassen, diese wahrzunehmen, um sie benennen zu können. Je mehr ich diese zulassen konnte, je mehr ich mich mit ihnen auseinandersetzte, umso mutiger wurde weitere Gefühle, die sich äußerten.

Das Arbeiten an mir deckte langsam, aber sicher, die Hochsensibilität auf. Was anfangs nicht ausschließlich zu meiner Freude geschah. Denn nun musste ich lernen mit meinen Gefühlen umzugehen und zusätzlich, dass ich nicht so abgehärtet war, wie ich dachte. Denn die Sinne liefen mittlerweile auf Hochtouren und vermittelten mir immer Neues, was es galt einzuordnen.

Hochbegabt und hochsensibel

Hätte ich vor ein paar Jahren noch gesagt, dass ich nicht empfindlich oder sensibel sei, muss ich das heute revidieren. Früher galt für mich NICHT hochbegabt und NICHT hochsensibel und das änderte sich nun zu hochbegabt und hochsensibel.

Da ich bei mir und auch in Gesprächen mit vielen anderen Menschen dieses Phänomen feststellen konnte, sehe ich alle Menschen, die mir im ersten Moment unsensibel oder grob erscheinen in einem ganz anderen Licht. Wer weiß, ob dieser Mensch nicht auch einfach mit seinen Gefühlen und Wahrnehmungen nicht klarkommt und diese deshalb unterdrückt. Denn wer bestimmte Eigenschaften an sich unterdrückt, der entwickelt eine Abneigung gegen diese Dinge und gibt sich oftmals sehr aggressiv.

Nicht umsonst heißt es, dass ein Mensch nur dann sehr emotional reagiert, wenn es eine Schattenseite von diesem Menschen ist. Das bedeutet, dass der Mensch unerwünschte Eigenschaften besitzt, die er unterdrückt oder abspaltet. Also als Schutz vor sich selbst, werden andere Menschen (verbal) attackiert.

Fazit

Es gibt mehr hochsensible als hochbegabte Menschen, aber ich denke, dass viele Hochbegabte auch hochsensibel sind, auch wenn man es nicht immer erkennen kann. Gerade Menschen, die anders sind und sich anpassen oder funktionieren, um dazuzugehören, unterdrücken oder spalten gewisse Eigenschaften ab, sodass das äußere Erscheinungsbild täuschen kann.

 

Ich wünsche jedem, dass der eigene Weg gefunden wird.

Eure,

Manon García

 

Dez 262011
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Hochbegabung vorleben

Setzen sich Erwachsene mit ihrer eigenen Hochbegabung auseinander, kann die Entwicklung eines Kindes begleitet und unterstützt werden. Erwachsene verschweigen, verheimlichen oder wünschen sich Hochbegabung oft weg. In der Öffentlichkeit wird das Thema dagegen verstärkt thematisiert. Das kommt den Kindern und Jugendlichen von heute zugute. Ältere Hochbegabte dagegen lernten selten den Umgang mit der eigenen Hochbegabung, sollen aber als Eltern, LehrerInnen, ErzieherInnen etc. Kindern vorleben, wie ein Leben mit Hochbegabung gelingen kann.

Hochbegabte Kinder brauchen für ihre Entwicklung ein Umfeld, in dem die Hochbegabung gelebt werden kann. Viele Eltern, die wie ihre Kinder hochbegabt sind, wissen zum Teil bis heute nicht, um ihr eigene Hochbegabung. Wie können Sie Vorbilder sein?

Den Umgang mit der Hochbegabung übernehmen dann oft die Kindern. Deshalb ist es wichtig, dass sich Eltern mit ihrer eigenen Hochbegabung auseinandersetzen. Wer seine Entwicklung unter der Sichtweise der Hochbegabung betrachtet und analysiert, geht entspannter mit den Schwierigkeiten um. Wer Hochbegabung als Geschenk und Gabe sieht, kann diese leben.

Erwachsene Hochbegabte erfahren durch ihre Kinder von der eigenen Hochbegabung

Viele Eltern erfahren erst von diesem Thema, wenn ihre Kinder getestet wurden. Parallelen zur eigenen Kindheit, erlittene Schwierigkeiten und Probleme treten in den Vordergrund. Instinktiv werden diese vom Nachwuchs ferngehalten. Die Belange des Nachwuchses werden priorisiert und die eigene Hochbegabung ignoriert. Manche absolvieren einen Test, aber hinterfragen nicht, was es bedeutet, hochbegabt zu sein.

Eigene erlittene Verletzungen beeinflussen Gespräche

Eltern hochbegabter Kinder geraten häufig in Diskussionen zu diesem Thema, sei es in der Familie, im Kindergarten, in der Schule oder im Bekanntenkreis. Wer seine eigene Geschichte nicht versteht, kann sich nicht objektiv mit Erziehern, Lehrern, anderen Eltern, Bekannten und Entscheidungsträgern unterhalten. Oftmals spielt ein unbewusster Groll eine Rolle bei den aktuellen Diskussionen. Erlittene Verletzungen und Demütigungen in Bezug auf die auch selbst empfundene Andersartigkeit können dazu führen, dass aktuellen Diskussionen nicht sachlich bleiben.

Das eigene Verständnis für die Begabung hilft bei der Erziehung, bei der Kommunikation, beim Austausch, aber auch bei der Umsetzung geeigneter Lernstrategien für Kinder. Gemeinsam werden diese individuell angepasst, wenn bekannt ist, wie ein Gehirn im Allgemeinen und das hochbegabte Gehirn im Besonderen funktioniert.

Wer sich kennt und liebt ist ein gutes Vorbild

Ereignisse beeinflussen die Entwicklung. Wer diese und ihre Folgen kennt, kann auftretende Problematiken im Umgang mit Kindern auffangen. Aber es geht nicht nur um äußerliche Einflüsse, sondern auch um das Verstehen des eigenen Körpers. Die eigene Körpersprache wird bei Nichtverstehen gerne ignoriert und gerade bei intelligenten Menschen durch das rationale Denken ersetzt. Das funktioniert sehr gut, kann aber zu Folgeerscheinungen führen. Diese gilt es zu vermeiden.

Spät erkannte Hochbegabte erfahren den zweiten Frühling

Aber natürlich steht auch der Erwachsene selber im Fokus. Die Erkennung der eigenen Begabung kann Kräfte freisetzen und wie ein Brustlöser wirken. Nicht wenige, die spät von ihrer eigenen Hochbegabung erfahren, erfüllen sich nach der Erkennung alte Träume, verwirklichen sich selbst, finden eine innere Zufriedenheit und respektieren sich.

Das Wissen um die Hochbegabung erklärt die eigene Andersartigkeit und hilft beim Aufbau einer gesunden Eigenliebe. Wer unbewusste Baustellen schließt und sein Wohlbefinden steigert, wirkt positiv auf das Umfeld. Sich neue Ziele setzen, Herausforderungen annehmen, wirkt sich wiederum vorbildlich auf den Nachwuchs aus, der zum Nachahmen animiert wird.

Es gibt viele Gründe, die eigene Hochbegabung zu erkennen und zuzulassen – für hochbegabte Menschen oft der erste Schritt auf dem Weg zu einem erfüllten Leben.

Eure,

Manon García

Mrz 242011
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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_In den letzten Tagen las ich immer wieder diese oder ähnliche Fragen in den deutschen Tageszeitungen. Wie werden die Hochbegabten erkannt? Dazu gibt es dann Vorträge, Veranstaltungen und Workshops. Aber ist das nicht viel zu kurz gedacht? Oder ist das in der heutigen Zeit noch notwendig, weil die hochbegabten Menschen sonst durchs Rost fallen würden?

_Eine Mutter kommt mit ihrem Kind nicht zurecht und überlegt, ob es hochbegabt sein könnte. Aber muss denn erst ein Intelligenztest gemacht werden, damit sich die Eltern entsprechend um ihr Kind kümmern? Wieso verändert eine Zahl alles? Wieso beobachten sie ihr Kind nicht einfach und gucken, was es braucht und was es möchte? Wenn einem Kind langweilig ist, ist es doch immer noch dasselbe Kind, egal, welchen IQ es hat. Warum fordern die Eltern das Kind, wenn es hochbegabt ist? Fordern es aber nicht, wenn es eine Zahl kleiner 130 besitzen? Ist es richtig, dass die Eltern dieser Zahl so viel Bedeutung beimessen? Was passiert denn, wenn das Kind eigentlich hochbegabt ist, aber beim Test lustlos oder unkonzentriert war und es deshalb nicht zum Vorschein kam? Die Eltern würden dieses Kind nicht fordern, weil es angeblich nicht hochbegabt ist. Das ist eine verkehrte Welt! Die Eltern sind so nah an ihren Kindern dran, sie wissen genau, was mit ihren Kindern ist, was sie mögen, was nicht. Sie wissen, welche Hobbys sie haben. Wieso wird eine Forderung nicht in einer Interaktion mit dem Nachwuchs selber erarbeitet? Wieso brauchen Eltern eine „Erlaubnis“ in Form eines Testergebnisses? Es gibt so viele Formen von Hochbegabung und nur ein Teil wird mit dem Intelligenzquotienten abgebildet. Was ist mit den Kindern, die in anderen Teilen ihre Hochbegabung aufweisen? Würden diese keine Forderung mehr erhalten?

_Sowieso finde ich die Diskussion, wie man hochbegabte Kinder und Schüler am besten fordert, eine am falschen Ende. Wäre es nicht gerechter, wenn alle Kinder individuell gefördert werden? Jeder sollte entsprechend seiner Begabung gefordert, aber auch gefördert werden. Warum soll das einer kleinen Gruppe von 2% vorbehalten bleiben? Zumal bei dieser Forderung meist die unentdeckten Hochbegabten nicht berücksichtigt werden. Jedes Kind hat das Recht auf Herausforderungen, egal, ob zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule. Nur dieses Recht können sie zwar einklagen, aber nicht durchsetzen. Dafür sind die Bezugspersonen und Erziehungspersonen zuständig, die dieses Recht allzu oft vernachlässigen. Ich frage mich dann immer, ob die Eltern, die Lehrer, die Kindergärtner (und alles auch in weiblicher Form) nicht selber mal Kind und Schüler waren. Jeder Erwachsene musste durch seine Kindheit und hat entweder erfahren dürfen wie es sich anfühlt, wenn einem Herausforderungen gestellt werden oder er war in der traurigen Situation, dass er diese eben nicht erhielt. Aber in beiden Varianten müsste diese Person als Erwachsene alles daran setzen, um die Aussichten für den Nachwuchs zu verbessern. Aber leider scheint auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen eine Resettaste zu existieren. Anders ist es nicht zu erklären, dass Kinder und Schüler immer weniger in den Genuss von Herausforderungen kommen.

_Das Schulsystem wird trotz vieler Reformen und Änderungen nicht dahingehend geändert, dass Schüler gerne zur Schule gehen, dass sie sich auf die Herausforderung freuen und begeistert mitmachen. Das gilt für alle Schülerinnen und Schüler. Aus diesem Grunde kann ich doch verstehen, wenn sich Eltern engagieren, die die Voraussetzungen ändern wollen und sich für ihre Kinder einsetzen. Eigentlich müssten viel mehr Eltern auf die Barrikaden gehen und für eine Schulrevolution demonstrieren. Da sich diese Demonstration oftmals auf die Eltern hochbegabter Kinder beschränkt, ist es nicht verwunderlich, dass in der Öffentlichkeit öfters von der Förderung der Hochbegabten gesprochen wird und weniger vom Recht auf Forderung für alle.

_Es kann ein Anfang sein, es kann der Beginn sein, dass diese Forderung in absehbarer Zeit auf alle Schüler ausgeweitet wird. Ja, das kann sein. Aber eher sehe ich die Gefahr, dass mit den Fingern auf Hochbegabte gezeigt wird, weil man neidisch auf die Forderung ist, weil diese eigentlich jedem zusteht. Dieser Protest ist berechtigt, aber die Finger sollten nicht auf die Hochbegabten gezeigt werden, sondern auf die Urheber des Schulsystems und auf die eigenen Eltern. Würden sich alle Eltern für die Forderung ihrer Kinder einsetzen, nähmen die Hochbegabten keine Sonderstellung ein.

_Dazu passen Berichte über Schulen, die sich verstärkt um Hochbegabte kümmern. In dem Bericht wird nur über die Maßnahmen gesprochen, die die Hochbegabten betreffen und zurecht beschweren sich die anderen, die nicht in den Genuss dieser Maßnahmen kommen. Warum bekommen manche eine Extrawurst gebraten? Was können die Schüler dafür, die einen IQ kleiner 130 haben? Nichts! Sie haben dieselben Rechte.

_In der Hoffnung, dass sich in Zukunft die Eltern und Lehrer besinnen und nicht versuchen alles zu vereinheitlichen, sondern sich jedes Kind, jeden Schüler individuell anschauen und begegnen.

Manon Garcia. Autorin
Das aktuelle Buch: Sind Sie noch Katze oder schon Hund? Hochbegabung nach dem Testergebnis ist als Buch in allen Buchhandlungen (online, wie offline) und als eBook erhältlich.

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