Aug 132016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

Flattr this!

Menschen spiegeln einander

Menschen spiegeln sich im Kontakt. Was bedeutet, dass Gefühle, die ich anderen zuordne, gar nicht zu den anderen Personen gehören müssen. Es können auch meine ausgesendeten Signale sein, die ich dann durch das Spiegeln erst wahrnehme. Es ist also möglich, dass ich, wenn ich mich über andere aufrege, ich mich eigentlich über mich selbst ärgere. Fühle ich Traurigkeit bei jemanden, kann es sein, dass ich selber traurig bin. Möchte ich anderen helfen, kann es sein, dass ich selber Hilfe wünsche. Das bedarf allerdings Menschen, die ausgesendete Signale spiegeln.

Spiegelung fehlt

Aber was passiert, wenn ein Gegenüber nicht spiegeln kann, weil dieser Mensch keine Grenzen hat, sondern alles was dieser Mensch spürt in sich aufsaugt? Dieser Mensch gibt also die ausgesendeten Signale nicht an den Sender zurück, sondern versucht die aufgesogenen Signale für die andere Person zu verarbeiten.

Mit anderen Worten. Ich habe beispielsweise ein Problem und brauche Hilfe. Ich weiß aber nichts davon, sende nun unbewusst meine Signale aus, aber anstatt, dass mein Gegenüber diese spiegelt, und ich mein Problem lösen kann, versucht diese Person meine Probleme für mich zu lösen. Das hört sich im ersten Moment gut an. So muss ich nicht selbst für die Lösung sorgen. Aber ist das in meinem Sinne?

Grenzüberschreitendes Verhalten

Nein! Zum einen, würde ich gern wissen, warum man mir ein Hilfsangebot macht, zum anderen, möchte ich selbst entscheiden, wie ich mit meinem Problem umgehen möchte. Ich möchte als Erwachsene, nicht wie ein Kind behandelt werden, dem man alles abnimmt. Ich bin für mich selbst verantwortlich und möchte das auch sein!

Zudem ist es für Menschen schwierig sich einzuordnen, wenn die Informationen des Spiegelns fehlen. Was machen die Menschen, die plötzlich Signale aussenden, aber keine Antworten erhalten? Aber stattdessen hagelt es Hilfsangebote oder Änderungsvorschläge. Sie bekommen ein falsches Selbstbild. Glauben vielleicht, wenn so viel Hilfe angeboten wird, dass man schwach und hilflos ist.

Gefahr des Ungleichgewichts

Ein Mensch muss sehr stark sein, um zu wissen, wo man steht, wenn die Spiegelung von außen fehlt. Immerhin gehört zu einer Selbsterkenntnis die Selbstwahrnehmung des eigenen Erlebens und die Wahrnehmung durch die Spiegelung von außen. Das zusammen ergibt ein Mix, welches einem verdeutlicht, wo man steht. Fehlt eines, gerät das System ins Wanken.

Auch fehlt, dass man selbst die Chance hat, auf die zurückgesendeten Signale zu reagieren. Es fehlt die Rückspiegelung der ausgesendeten Signale, also fehlt auch, was einem im Inneren beschäftigt. Alles, was nun für die eigene Entwicklung getan wird, ist nun auf einer fehlerhaften Basis entstanden.

Jeder ist für sich selbst verantwortlich

Denken Sie also immer daran, dass Sie andere Menschen aus ihrem Gleichgewicht bringen können, wenn Sie glauben, die Verantwortung für jemanden übernehmen zu müssen. Bleiben Sie bei sich und schauen Sie, sollten Sie so ein Verhalten an den Tag legen, warum Sie (ungefragt) für andere die Verantwortung übernehmen. Ist es gar ein Hilfeschrei Ihres Inneren, weil es einfordert, dass Sie die Verantwortung lieber für sich übernehmen sollten?

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Tag!

Eure,

Manon García

 

 

 

Mrz 042016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

Flattr this!

Der Blick zu sich ist der schwerste

Wer mit sich unzufrieden ist und etwas ändern möchte, der sollte lernen den Blick zu sich zu wenden. Aber gerade das ist so verdammt schwierig und wird oftmals mit Händen und Füßen verhindert.

Wie oft höre ich, ich würde so gern was ändern, aber ich weiß nicht was oder wie. Wenn dann gesagt wird, man müsste zu sich schauen, heißt es, klar, aber da habe ich nichts gefunden. Oder, es wird alles entschuldigt und erklärt. Damit meinen sie, das Zu-sich-Schauen abgeschlossen zu haben. Beharrt man darauf, dass der andere zu sich schauen sollte, wird von Selbstgeißelung gesprochen oder blockiert. Oftmals mit dem Zusatz, wer mal zu sich schauen sollte oder wer richtige Probleme hätte.

Gegenangriff, als Verteidigung

Das Schwierigste an dem Weg zu sich ist die Angst vor sich selbst. Was wird entdeckt, wenn bei sich genauer geschaut wird? Außerdem wird meist alles als persönlicher Angriff gewertet. Die Reaktion ist häufig ein Gegenangriff. „Schau lieber erstmal zu dir, bevor du hier solche Andeutungen machst.“ Dabei wird vergessen, dass der Ursprung dieses Gespräches die eigene Unzufriedenheit war.

Selbstakzeptanz und Selbstliebe

Es erfordert Mut und Kraft, sich seiner Angst zu stellen, mit offenen Augen das anzuschauen, was ein Leben lang bis dato verdrängt oder ausgeblendet wurde. Dabei ist das Ergebnis das Schönste, was einem passieren kann. Eine Selbstakzeptanz, die übergeht in Selbstliebe.

Was hilft auf dem Weg zu sich?

Folgende Punkte helfen:

  1. Reflektieren, wenn Sie sich erregen oder ereifern
  2. Alle körperlichen Symptome nachschlagen und die Erklärungen bearbeiten
  3. Träume merken und deuten
  4. Schriftlich mit sich kommunizieren, wenn es Gedankenkreisel gibt

Reflexion bei emotionaler Reaktion

Zum ersten Punkt. Emotionale Reaktionen nutzen, um herauszufinden, was von der Schmuddelecke abgeholt werden möchte. Schauen Sie, warum Sie sich über eine Aussage aufregen und was das mit Ihnen zu tun hat. Hierbei schauen Sie natürlich nicht (!) zu der Person, weshalb Sie sich aufregten, sondern zu sich. Geben sie nicht auf, nur weil nicht sofort ein Ergebnis auf dem Tisch liegt. Bleiben Sie dran, es lohnt sich!

Ihre Grenzen werden übergangen

Wenn sie sich beispielsweise aufregen, weil jemand ihre Grenzen nicht beachtete, dann schauen sie, wie sie der Person Einhalt gebieten können. Wie sie Ihre Grenzen höher oder stabiler bauen können. Seien sie froh über die Person, die ihre Grenzen übertrat. Denn nur so sehen Sie, woran es noch zu arbeiten gilt. Wenn jemand über ihre Grenzen hinweg ging, hatten Sie sie nicht deutlich genug aufgestellt. Natürlich kann man dann sauer auf den anderen sein, weil der die Grenze missachtete. Aber das ist der falsche Blick. Denn ihre Grenze konnten übertreten werden, weil Sie nicht in der Lage waren diese zu kommunizieren oder auf deren Einhaltung zu pochen. Kann es sein, dass sie ein Problem haben Ihre Grenzen zu benennen oder einzufordern? Sie deshalb diese nur halbherzig flüsterten? Oder mal einfordern und mal nicht? Kann es sein, dass die Grenze für andere gar nicht sichtbar war? Ist es also wirklich richtig, wenn Sie sich über die andere Person aufregen? Oder wäre es nicht angebrachter dieses Ereignis zu nutzen, um an sich zu arbeiten? Grenzen zu setzen und einzufordern? Ganz sicher sogar!

In den nächsten Beiträgen schreibe ich über die anderen Punkte. Bis dahin freue ich mich über Rückmeldungen und Kommentare.

Eure,

Manon García

 

 

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers