Mrz 092016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Am Montag, den 29. Februar 2016 habe ich den ersten Teil zu diesem Thema veröffentlicht, der unter folgendem Link nachgelesen werden kann:

Der eigene Weg: Emotionen verstehen (1)

Darin ging es um den Blick zu sich. Dieser ist der Schwerste überhaupt, viele haben Angst davor und wehren sich mit Händen und Füßen. Wer es schafft, zu sich zu schauen, und vor allem, zu lernen, was sich Wertvolles in einem versteckt, der ist froh, wenn er weiß, wie er an sich arbeiten kann. Im ersten Teil ging es darum, wie wichtig es sein kann, seine Emotionen zu verstehen, weil sich dahinter vieles von einem Selbst versteckt, was endlich an die Oberfläche möchte.

Vernachlässigung unseres Körpers

In diesem zweiten Teil geht es darum, was uns die Körpersignale sagen möchten. Unser Körper ist in unserem Ansehen meist ganz unten angesiedelt. Viel wichtiger ist das Funktionieren oder das Anpassen. Mit großen Abstand folgt abgeschlagen unser Körper. Dabei kann ein Mensch nur dann zufrieden sein und in sich ruhen, wenn der Körper voll akzeptiert und geachtet wird.

Körpersignale richtig deuten

Unser Körper spricht mit uns, ist uns wohlgesonnen, auch, wenn er jahrelang oder jahrzehntelang vernachlässigt wurde. Jede Erkältung, jeder Kopf- oder Rückenschmerz, deutet auf einen seelischen Schmerz, den es zu verstehen gilt. Denn immerhin ist das nicht der Schmerz irgendeiner wildfremden Person, nein, es ist Ihr Schmerz. Es geht um Sie!

Es gibt einige Bücher, die sich mit diesem Thema beschäftigen und die Ihnen bei der Deutung der verschiedenen Symptome helfen. Denn oftmals ist die Ursache nicht einfach enträtselt, sondern ist gut versteckt. Hier können Bücher, wie die von Rüdiger Dalhlke – Krankheit als Symbol*,  helfen. Dieses Lexikon gibt zum Beispiel Hinweise in welche Richtung geschaut werden kann, um sich und seinem Körper zu helfen. Denn die Krankheiten sind ein Schrei, ein Hilfeschrei, und wie schön wäre es, wenn Sie keine Krankheiten mehr bräuchten, um auf sich aufzupassen und für sich zu sorgen?

Sich selbst akzeptieren

Probieren Sie es aus, hinterfragen Sie, was sich hinter Ihren Krankheiten versteckt und befreien Sie das, was Sie bis dato immer verdrängten. Es will endlich dazugehören und nicht mehr verschwiegen werden. Glücklich kann nur sein, wer sich akzeptiert. Mit allem, was dazu gehört. Seien Sie mutig, es lohnt sich.

In den nächsten Beiträgen geht es darum, was Ihnen Ihre Träume verraten und wie Sie sich selbst der Coach sein können.

Ich freue mich über Rückmeldungen und Kommentare.

Eure,

Manon García

 

* Dieser Link führt zu Amazon und beherbergt einen Partnercode. Wenn also über diesen Link jemand etwas einkauft, erhalte ich ein paar Cent.

Mrz 042016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Der Blick zu sich ist der schwerste

Wer mit sich unzufrieden ist und etwas ändern möchte, der sollte lernen den Blick zu sich zu wenden. Aber gerade das ist so verdammt schwierig und wird oftmals mit Händen und Füßen verhindert.

Wie oft höre ich, ich würde so gern was ändern, aber ich weiß nicht was oder wie. Wenn dann gesagt wird, man müsste zu sich schauen, heißt es, klar, aber da habe ich nichts gefunden. Oder, es wird alles entschuldigt und erklärt. Damit meinen sie, das Zu-sich-Schauen abgeschlossen zu haben. Beharrt man darauf, dass der andere zu sich schauen sollte, wird von Selbstgeißelung gesprochen oder blockiert. Oftmals mit dem Zusatz, wer mal zu sich schauen sollte oder wer richtige Probleme hätte.

Gegenangriff, als Verteidigung

Das Schwierigste an dem Weg zu sich ist die Angst vor sich selbst. Was wird entdeckt, wenn bei sich genauer geschaut wird? Außerdem wird meist alles als persönlicher Angriff gewertet. Die Reaktion ist häufig ein Gegenangriff. „Schau lieber erstmal zu dir, bevor du hier solche Andeutungen machst.“ Dabei wird vergessen, dass der Ursprung dieses Gespräches die eigene Unzufriedenheit war.

Selbstakzeptanz und Selbstliebe

Es erfordert Mut und Kraft, sich seiner Angst zu stellen, mit offenen Augen das anzuschauen, was ein Leben lang bis dato verdrängt oder ausgeblendet wurde. Dabei ist das Ergebnis das Schönste, was einem passieren kann. Eine Selbstakzeptanz, die übergeht in Selbstliebe.

Was hilft auf dem Weg zu sich?

Folgende Punkte helfen:

  1. Reflektieren, wenn Sie sich erregen oder ereifern
  2. Alle körperlichen Symptome nachschlagen und die Erklärungen bearbeiten
  3. Träume merken und deuten
  4. Schriftlich mit sich kommunizieren, wenn es Gedankenkreisel gibt

Reflexion bei emotionaler Reaktion

Zum ersten Punkt. Emotionale Reaktionen nutzen, um herauszufinden, was von der Schmuddelecke abgeholt werden möchte. Schauen Sie, warum Sie sich über eine Aussage aufregen und was das mit Ihnen zu tun hat. Hierbei schauen Sie natürlich nicht (!) zu der Person, weshalb Sie sich aufregten, sondern zu sich. Geben sie nicht auf, nur weil nicht sofort ein Ergebnis auf dem Tisch liegt. Bleiben Sie dran, es lohnt sich!

Ihre Grenzen werden übergangen

Wenn sie sich beispielsweise aufregen, weil jemand ihre Grenzen nicht beachtete, dann schauen sie, wie sie der Person Einhalt gebieten können. Wie sie Ihre Grenzen höher oder stabiler bauen können. Seien sie froh über die Person, die ihre Grenzen übertrat. Denn nur so sehen Sie, woran es noch zu arbeiten gilt. Wenn jemand über ihre Grenzen hinweg ging, hatten Sie sie nicht deutlich genug aufgestellt. Natürlich kann man dann sauer auf den anderen sein, weil der die Grenze missachtete. Aber das ist der falsche Blick. Denn ihre Grenze konnten übertreten werden, weil Sie nicht in der Lage waren diese zu kommunizieren oder auf deren Einhaltung zu pochen. Kann es sein, dass sie ein Problem haben Ihre Grenzen zu benennen oder einzufordern? Sie deshalb diese nur halbherzig flüsterten? Oder mal einfordern und mal nicht? Kann es sein, dass die Grenze für andere gar nicht sichtbar war? Ist es also wirklich richtig, wenn Sie sich über die andere Person aufregen? Oder wäre es nicht angebrachter dieses Ereignis zu nutzen, um an sich zu arbeiten? Grenzen zu setzen und einzufordern? Ganz sicher sogar!

In den nächsten Beiträgen schreibe ich über die anderen Punkte. Bis dahin freue ich mich über Rückmeldungen und Kommentare.

Eure,

Manon García

 

 

Dez 132014
 
Buchcover vom Ratgeber: Hochbegabt oder hochsensibel - Das Anderssein leben von Manon Garcia

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Hochbegabt oder hochsensibel – das Anderssein leben.

Es gibt einen neuen Titel. Während der Arbeit an meinem zweiten Ratgeber zeigte sich, dass der ehemals überlegte Titel zu klein wurde. Es zwickte und zwackte an allen Ecken, weshalb ich mir einen passenden Titel aussuchte. Dieser ist nun abgestimmt mit dem Inhalt. Bin gespannt, was ihr nach eurer Lektüre sagen werdet.

Veröffentlichung im März 2015

Vom Lektorat habe ich die Rückmeldung erhalten, dass dieses im Januar 2015 beendet wird. Anschließend brauche ich noch etwas Zeit, um es final zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Deshalb ist der März 2015 in meinen Augen ein sehr realistisches Ziel.

Leider bedeutet das, dass ihr meinen Ratgeber „Hochbegabt oder hochsensibel – das Anderssein leben“ nicht mehr vor Weihnachten unter den Gabentisch legen könnt und die Weihnachtszeit anderweitig verbringen müsst. Aber Ostern ist nah, legt meinen Ratgeber einfach ins Nest. Das hat doch auch was.

Die Veröffentlichung verschiebt sich, weil ich den Text noch mal komplett überarbeitete. Ich nahm einige Punkte auf und überarbeitete oder strich andere. Das Ergebnis überzeugt. Der Text, der Ratgeber und damit ihr seid eindeutig die Gewinner. Und so soll es sein.

Neues Buchcover

Mit dem neuen Titel wurde natürlich auch das Buchcover angepasst. Aber seht selbst.

Buchcover vom Ratgeber: Hochbegabt oder hochsensibel - Das Anderssein leben von Manon Garcia

Hochbegabt oder hochsensibel – Das Anderssein leben von Manon García

Ich wünsche euch eine besinnliche und entspannte Weihnachtszeit,

eure

Manon García

 

Sep 162014
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Selbstbewusstsein

Woran erkennt man Menschen mit Selbstbewusstsein? Und wie kann eine Selbstbewusstsein-Fassade von einem wahren Selbstbewusstsein unterschieden werden? Gibt es Anzeichen für Selbstbewusstsein? Und wenn ja, welche? Oder erkennt man eher die Zeichen, wann jemand kein Selbstbewusstsein hat?

Sich selbst bewusst sein

Was bedeutet Selbstbewusstsein? Eine Person ist sich selbst bewusst, weiß, was sie im Stande ist zu leisten, was sie kann und was nicht. Sie weiß, welche Leistungen sie erbringen kann und kennt ihre Grenzen. Ebenso weiß sie, was sie wert ist. Durch dieses Bewusstsein tritt diese Person selbstsicher auf. Denn das Wissen und das Bewusstsein in die eigenen Fähigkeiten gibt Sicherheit und Vertrauen.

Selbstbewusstseins-Fassade

Ich kenne Menschen, die zeigen nach außen genau diese Facetten, sodass ich meinen könnte, dass diese Personen selbstbewusst sind. Aber es bleiben Zweifel, weil in verschiedenen Handlungen oder Reaktionen ein selbstbewusster Mensch souveräner und entspannter reagiert hätte. Ein selbstbewusster Mensch muss nicht Recht behalten. Er nimmt Menschen so, wie sie sind und respektiert sie. Tun das die vermeintlichen selbstbewussten Menschen nicht, bleiben Zweifel und der Verdacht hegt sich, dass es sich um eine Fassade handelt. Bei mir habe ich erfahren dürfen, dass eine Fassade nicht/kaum zu erkennen ist. Oftmals sogar noch nicht Mal von der Person selbst. Es gibt verschiedene Arten von Fassaden.

Immer gut drauf

Da gibt es die Personen, die immer gut drauf sind. Bei denen gibt es keine/kaum Tiefpunkte und wenn, dann nur, um daran zu wachsen. Sie lachen immer, auch wenn Sie am Boden liegen. Diese Personen haben keine Zeit zu trauern, weil sie schon wieder den nächsten Zielen hinterher rennen. Bloß keine Zeit verlieren, um das Leben noch positiver zu gestalten. Meisten erzählen diese Menschen auch viel, was sie alles tolles wieder geschafft oder erreicht haben. Selten genießen diese Menschen ihre Erfolge für sich. Dabei sind Erfolge bei selbstbewussten Menschen lediglich für sich selbst. Es gibt keine/kaum Phasen des Durchschnaufens. Manche von ihnen sind in der Zukunft unterwegs. Damit entfällt die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und auch der Gegenwart wird davongelaufen. Der Blick ist stur auf das nächste Ziel gerichtet und darauf „immer gut drauf zu sein“.  Dafür wird gerne übertrieben. Es wird aufgerundet und beschönigt, alles für den schönen Schein.

Besserwisser

Dann gibt es Personen, die anderen „aus Erfahrung“ sagen, was alles nicht geht. Es wird unter dem Deckmantel der Fürsorge bei allem kritisiert und ungefragt mitgeteilt, was es zu verbessern gibt. Es wird auf Dinge hingewiesen, die noch nicht perfekt sind, denn für dieses Menschen gilt nur Perfektionismus als Ideal und erstrebenswert. Der Blick gilt den Schwächen, die (gefälligst) abzustellen sind. Indem den anderen Personen mitgeteilt wird, was bei denen noch nicht perfekt ist, kann sich zum einen als Besserwissende aufgespielt werden, diese Personen fühlen sich gut, weil sie glauben mit ihrer ständigen Kritik und den Verbesserungsvorschlägen den anderen etwas Gutes zu tun, sie fühlen sich als Samariter und vergessen, dass ihre Äußerungen nicht gewünscht noch eingefordert wurden, und zum anderen, wird von sich abgelenkt. Wer zu anderen blickt, hat keinen Blick mehr für sich selbst. Dabei ist bekannt, wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst.

Gibt es überhaupt selbstbewusste Menschen?

Blicke ich mich so um, sehe ich viele Menschen, aber keine, die vor Selbstbewusstsein strotzen. Noch nicht mal mit viel ausgestattet sind. Eher dümpeln alle bei kaum bis wenig oder gar nicht herum. Allerdings sehe ich Menschen, die glauben, dass sie selbstbewusst sind. Davon gibt es viele, mit den negativen Strategien, wie oben beschrieben.

Wohin führen die Strategien?

Personen ohne Selbstbewusstsein versuchen diesen Umstand (unbewusst) zu verheimlichen. Menschen mit ihren Fassaden benutzen folgende Werkzeuge: sich wichtig machen, übertreiben, anderen vorspielen wie schön ein perfektes Leben mit Selbstbewusstsein wäre, andere schlecht oder klein machen, von sich ablenken, nie in die Tiefe gehen, immer an der Oberfläche lächeln. Das führt dazu, dass anderen – denen auch das Selbstbewusstsein fehlt – immer und immer wieder vermittelt wird, dass ihr Leben nicht gut und erstrebenswert ist. Es wird vermittelt, dass es etwas gibt, was glücklich macht. Dass es ein Leben in 100% Zufriedenheit gibt. Womit die Personen ohne Selbstbewusstsein immer tiefer fallen und damit wiederum umso vehementer versuchen davon abzulenken, dass dem so ist. Womit ein Kreislauf beschrieben ist, der nicht endet und sich selbst nach unten zieht.

Welche Lösung gäbe es?

Das Menschen lernen zu sich zu stehen. Mit allem was sie sind und haben. Es gibt keine perfekte Person und das sollte auch nicht mehr angestrebt werden. Es gibt auch kein gesundes Leben, welches immer aus Glück und Zufriedenheit besteht. Negative Gefühle zu erleben, auszuhalten und zu leben, gehört zu einem erfüllenden Leben dazu. Auch das Wissen, dass die Menschen, die einem am meisten kritisieren, diejenigen mit dem wenigsten Selbstbewusstsein sind, hilft, sich davon zu befreien und die Kritik als solche einzusortieren. Und es gilt den Blick zu sich wenden und weg von den anderen.

Nehmen Sie sich als Person wahr und wichtig

Sich wahrnehmen mit allem, was da ist. Und weg von dem, was andere vermeintlich haben bzw. einem vorspielen. Denn selten sind die „immer gut drauf“ Menschen wirklich glücklich. Selten wissen die Besserwisser alles, sie vermitteln oftmals lediglich den Eindruck, als wüssten sie alles, aber das ist eine Lüge. Suchen Sie sich andere Vorbilder, weg von den Fassaden hin zu den in-sich-ruhenden-Personen. Davon gibt es einige, die sind nur vorher nicht aufgefallen. Vor lauter „ich-bin-immer-glücklich-Menschen“ sind die wahren selbstbewussten Menschen untergegangen, denn diese müssen nicht prahlen, nicht übertreiben, nicht schauspielern. Und trauen Sie sich einfach mal Dinge zu tun, die Sie für sich tun und wo Sie vielleicht ganz bewusst mal gegen den Strom schwimmen. Probieren Sie es aus!

Machen Sie für sich den Anfang, andere werden folgen. Aber warten Sie nicht, dass andere beginnen. Den ersten Schritt müssen Sie für sich tun. Jetzt.

In diesem Sinne wünsche ich viele Schritte auf Ihrem Weg,

eure

Manon García

Feb 132013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Unerkannte Hochbegabte

Was genau sind Höchstleistungen und was Underachiever? Werden Höchstleistungen immer erkannt? Und was ist, wenn nicht? Was, wenn noch nicht mal die Hochbegabung bekannt ist? Was passiert mit diesen Menschen und was können diese tun, wenn sie von ihrer Hochbegabung wissen? Wie sollte der Blickwinkel geändert werden?

Ellen Winners Untersuchungsergebnisse

Ellen Winner geht in ihrem Buch auf die Mythen und Realitäten von Hochbegabung ein und untersuchte, was aus außergewöhnlichen Kindern wurde. Sie ging auf die Kinder ein, die gemeinhin als Genies tituliert wurden. Also Höchstleistungen in einem oder mehreren Bereichen erzielten und entsprechend gefördert wurden. Interessant fand ich ihre Ergebnisse, was aus den kleinen Genies wurde. Es gab eine Gruppe, die sich im Erwachsenenalter allen Leistungen entzog und bei jeglichem Anflug von Leistung, Druck oder Hektik diesem aus dem Wege ging. Manche waren nicht mal mehr in der Lage zu arbeiten. Sei es im Beruflichen oder Privaten.

Gefühlte Underachiever

Der Gruppe Höchstleister gehörte ich nicht an. Ich war kein Einser Kandidat. Weder in der Schule, noch beim Studium. Weder war ich Expertin, noch glänzte ich mit Allgemeinwissen. Nach meinem überraschenden Testergebnis „hochbegabt“ war ich nun auf der Suche nach einer Kategorie. Laut Definition gehörte ich nicht zu den Underachievern. Wollte ich doch lernen, war wissbegierig, neugierig. Aber ohne Leistungen keine Höchstleistung, also war ich kein Achiever. Deshalb zählte ich mich zu den gefühlten Underachievern.

Gesellschaftlich anerkannte Höchstleistungen

Was genau sind Höchstleistungen? Wir kennen alle die Genies, die in ihrer Windel das Diplom hochhalten. Es gibt Leistungen, die werden von der Gesellschaft anerkannt. Einem Fußballer jubelt ganz Deutschland zu, wenn er ein Tor erzielt. Ein rockiger Geiger füllt ganze Stadien und ist in den Medien ein gern gesehener Gast. Der Rechenweltmeister ist kaum jemanden bekannt. (Oder kennt jemand seinen Namen?*) Es gibt also Unterschiede, die Gesellschaft unterscheidet und teilt ein, was nun als „gut“, „wertvoll“ oder „Leistung“ gilt.

Unerkannte Höchstleistungen

Allerdings zeigen viele (unerkannte) Hochbegabte Höchstleistungen auf Gebieten, die von der Gesellschaft nicht erkannt werden.

Höchstleistungen erbringt, wer:

  • sich als hochbegabter Mensch an die normalbegabte Gesellschaft anpasst.
  • sich selbst ignoriert, um den Anforderung der Gesellschaft zu entsprechen.
  • durch ständige Unterforderung und Langeweile trotzdem jeden Tag um die Zugehörigkeit kämpft.
  • auf seine Wünsche verzichtet, um anderen zu gefallen oder, um nicht mehr ausgeschlossen zu werden.
  • seine Emotionen und Gefühle durch die der anderen ersetzt.
  • das Gefühl des Nicht-richtig-Seins jeden Tag aufs neue verdrängt und trotzdem versucht im Leben zurechtzukommen.
  • nicht als Mensch mit seinen Eigenarten und Eigenschaften akzeptiert wird.
  • dem gesellschaftlichen Druck des Anpassend jeden Tag ausgeliefert ist.

Gefühlte Underachiever sind Höchstleister

Die oben genannten Hochbegabten, fühlen sich oftmals als (gefühlte) Underachiever oder sie werden von außen dieser Kategorie zugeordnet. Dafür gehörten sie in die Kategorie Achiever. Sie erbringen Höchstleistungen, die nur weder gesehen noch akzeptiert werden. Ein gefühlter Underachiever, der die oben genannten Höchstleistungen unerkannt von der Gesellschaft leistet, fühlt sich oftmals falsch, anders, minderwertig, faul oder gar dumm. Er bekommt alles, nur keine Anerkennung für seine Leistung. Eher das Gegenteil ist der Fall. Denn da ein Hochbegabter nunmal anders ist, als ein Normalbegabter, lebt er täglich mit der Kritik sich nicht anzupassen oder quer zu schießen. Er wird kritisiert, gemobbt, ausgeschlossen, ignoriert, obwohl dieser alles aus sich heraus holt und verzweifelt, weil nicht mehr geht. Er lebt bereits am Limit.

Auswirkungen unerkannter Höchstleistung

Die Konsequenz kann sein, dass diese Menschen zusammenbrechen und krank werden. Denn sie verausgaben sich und verzweifeln an sich. Es ist nie genug und sie wissen nicht warum. Sie ordnen sich meist nicht der Hochbegabung zu, denn dann würden sie ja Leistungen bringen, die von der Gesellschaft gewürdigt würde. Diese Menschen verleugnen ihre Persönlichkeit, ihre Identität, um sich selbst eine Lebensberechtigung zu geben. Nicht selten wird erst durch eine Depression oder einem Burnout eine Hochbegabung entdeckt.

Anderer Blick zu sich

Gefühlten Underachievern fehlt es oftmals an Selbstliebe, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, innerer Stärke und einer starken Persönlichkeit. Sie zweifeln und hadern, denn was können sie schon? Was haben sie erreicht? Womit könnten sie glänzen? Deshalb ist es wichtig den Blick auf die tatsächlichen Leistungen zu richten. Denn damit erstrahlen die Höchstleistungen und es kann stolz auf das bisherige Leben zurückgeblickt werden. Mit diesem geänderten Blick, verändert sich die Meinung über sich selbst. Sie beginnen, sich von Innen aufzubauen, zu stärken, zu lieben sowie wertzuschätzen.

Mit neuer Einstellung durchstarten

Als ich es schaffte meinen Blick zu wenden, ordnete ich mich nicht mehr den Underachievern, sondern den Achievern zu. Meine Leistung schätze ich mittlerweile richtig ein und blicke stolz auf sie zurück! Mit der Sicherheit, dass ich Großes leisten kann, gehe ich meinen Weg. Ein Weg, der für mich bestimmt ist und mir gefällt. Ich definiere, was Leistungen sind und starte durch. Wer noch?

Eure,

Manon García

 

Wer mehr über das Buch von Ellen Winner erfahren möchte, klicke auf folgendes Bild:

 


Jun 072011
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Hochbegabte/Hochsensible sind wissbegierig, lernwillig, an vielem interessiert, ehrgeizig, experimentierfreudig und neugierig. Dieses mündet im Belegen von Kursen, Workshops, Seminaren oder Studiengängen. Der Wissensdurst ist unersättlich. Doch meistens sind sie nach Beendigung enttäuscht. Die Vermittlung von Informationen, Zusammenhängen ist enttäuschend und hatten sich Hochbegabte/Hochsensible bereits bei der Vorbereitung auf diese Kurse angeeignet. Doch was lernen sie aus dieser Situation?

Die Suche nach dem richtigen Angebot

Viele der enttäuschten Hochbegabten/Hochsensiblen suchen weiter, weil sie die – aus ihrer Sicht – mangelnde Qualität nicht global, sondern punktuell auf dieses eine Angebot sehen. Es war einfach der falsche Kurs. Deshalb wird weiter gesucht und weiter gesucht. Die Qualität ändert sich nicht gravierende und sobald sie EINE Erkenntnis aus dem Kurs mitnehmen, versuchen sie damit den gesamten Kurs zu rechtfertigen. „Hat sich doch gelohnt.“ Und weiter geht die Suche nach einem Kurs, in dem mehr als eine Erkenntnis oder Erfahrung vermittelt wird.

Fehlende Qualität wird auf sich zurückgeführt

Die Enttäuschung, die bei den jeweiligen Kursen entsteht, wird selten von anderen Teilnehmern geteilt. So steht man alleine mit der Aussage, der Kurs hat nicht viel gebracht. Spricht dann die Leiterin noch von Erkenntnissen, die sich teilweise erst später einstellen, wartet ein Hochbegabter/Hochsensibler mitunter lange vergebens.

Warum sind alle anderen immer zufrieden, nur man selbst nicht? Es sind ja wechselnde Teilnehmer und die Zahl der zufriedenen Teilnehmer steigt mit jedem Kurs. Das Verhältnis ist arg ungleichgewichtig und wird mit jedem Kurs schlimmer. Die Anstrengungen werden erhöht, denn es muss doch möglich sein, dass man selbst auch endlich mal zufrieden aus einem beendeten Kurs herausgeht. Dieses herbeigesehnte Gefühl, stellt sich nicht ein.

Es liegt nicht immer an einem selbst, wenn man unzufrieden aus einem Kurs herausgeht. Es kann auch an der Qualität des Kurses liegen. Mit Qualität meine ich hier für den hochbegabten Menschen, der mehr erwartet hat, der sich bereits bei der Vorbereitung mehr Wissen aneignete als der Kurs vermitteln konnte. Die Frage ist doch, wie kann diese Lage verändert werden?

Der Glaube an die eigene Stärke

Jeder Hochbegabte/Hochsensible, der diese Situation kennt, sollte erstmal analysieren, warum er der Meinung ist, noch etwas hinzu lernen zu müssen. Warum werden diese ganzen Kurse, Bücher, Experten aufgesucht? Welche Erwartungen stecken hinter diesen Besuchen? Welche Ziele sollen erreicht werden?

Im Grunde genommen geht doch nur die Person zu einem Lehrkurs, der glaubt, nicht genügend Wissen zu haben; der glaubt, er müsse für bestimmte Aufgaben oder Probleme mehr Wissen aneignen; der glaubt, er müsse für bestimmte Positionen sein Blickfeld erweitern. Was aber bedeutet es jetzt, wenn diese Wünsche bestehen, sie aber nicht durch Kurse oder Bücher gedeckt werden kann?

Richtig. Der Blick zu den eigenen Stärken sollte geschärft werden. Wenn einem in diesen Kursen nichts mehr beigebracht werden kann, besteht bereits ein großer Fundus an Wissen. Dieses sollte sich vor Augen geführt und verinnerlicht werden. Das heißt nicht, dass es nichts mehr zu lernen gibt. Aber anders, als es bisher der Fall war. Sich selbst mehr zutrauen, auf sich vertrauen und seinen eigenen Weg gehen.

Gesellschaftsdenken

Beeinflusst werden wir alle von unserem Umfeld, von der Gesellschaft und natürlich durch die Erziehung. Besonders in Deutschland zählt nur, wer etwas vorzuweisen hat. Das ist in den seltensten Fällen das Wissen, sondern das bezieht sich auf Urkunden, Diplome, Auszeichnungen, Zeugnisse. Wer diese nicht vorlegen kann, kann nichts. So einfach ist das manchmal. Das lernt jeder von klein an.

Wer kennt es nicht, wenn man eine Information preisgibt, dass postwendend die Frage kommt: „Woher weißt du das?“ oder schlimmer „Und woher willst du das wissen?“. War das eigene Wissen gerade unpassend für den Gesprächspartner kommen auch Äußerungen wie: „Woher willst du das wissen, wenn du das nicht studiert hast?“

Auf Dauer werden durch diese Äußerungen einige eingeschüchtert, die sich dann auf die Suche nach Kursen, Büchern, Experten begeben. Damit schließt sich der Kreis. Der Hochbegabte auf der Suche nach dem richtigen Angebot.

Freimachen von gesellschaftlichen Druck und Denken

Vielen wurde aberzogen auf sich zu hören und sich selbst wichtig zu nehmen. Aber genau das, sollte jeder wieder lernen. Lernen auf sich zu hören und sich ernst zu nehmen. Sich respektieren und akzeptieren. Gerade Hochbegabte/Hochsensible, die diese Wertschätzung nicht von anderen bekamen, sollten daran arbeiten sich selber zu vertrauen. Der Glaube an sich stärkt das Selbstbewusstsein und die Selbstliebe.

Für dieses Umdenken ist es wichtig, sich Zeit zu lassen. Wer jahrelang oder jahrzehntelang seine Meinung, seine Intuition oder seine Auffassungsgabe, sein schnelles Denken, dein Einfühlungsvermögen und Mitgefühl, seine hohe Auffassungsgabe, seine Detailwahrnehmung etc. nicht zuließ, der muss sich auf die Suche seiner Stärken begeben. Diese Eigenschaften und Merkmale liegen verschüttet unter einem Berg vergraben. Dazu gehört, dass Sie sich in jeder Situation, bei jedem Problem, bei jeder Aufgabe, Zeit nehmen. Versuchen Sie nicht sofort nach Lösungen zu suchen, die Ihnen für ähnliche Fälle von Dritten vermittelt wurden. Nein, betrachten Sie sich die Aufgabe, nähern Sie sich ihr in langsamen Schritten und Sie werden merken, dass die Lösung kommt. Von Ihnen, von innen. Sie werden eine Antwort finden, wenn Sie sich die Zeit nehmen.

Schließen Sie Lücken gezielt

Sollten Sie an Aufgaben herangehen mit der Gewissheit, dass Sie sie lösen können und sich die Zeit für die Problemlösung genehmigen, werden Sie wissen, ob Sie noch Wissenslücken besitzen. Sie werden feststellen, ob eine Information fehlt, um zur Lösung zu kommen. Diese schließen Sie ab nun gezielt. Indem Sie im Internet recherchieren oder sich an Experten wenden, aber nicht um einen pauschalen Kurs zu belegen, sondern um eine Frage gezielt beantwortet zu bekommen. Diese Antwort holen Sie sich und setzen sich wieder an Ihre Aufgabe oder an Ihr Problem. Sie werden sehen, dass Sie bald keine allgemeinen Kurse mehr benötigen, dass Ihre Lebensqualität steigt und der Durst nach allgemeinem Wissen schnell versiegt.

Lernen Sie Ihre Hochbegabung/Hochsensibilität zu leben!

Eure,

Manon García

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