Dez 282016
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Im Rahmen das alljährig stattfindenden Blogwichtelns vom Texttreff (www.texttreff.de) habe ich Sabine Schlimm gezogen. Ihr Blog: Schmeckt nach mehr (www.blog.punktkommatext.de) beschäftigt sich mit den Themen Gefühle und Essen.

Diesen Themen habe ich mich aus der Sicht der Hochbegabung, Hochsensibilität und dem Asperger-Syndrom genähert und meine Gedanken dazu aufgeschrieben. Es kam ein interessanter Beitrag dabei heraus, wie ich finde.

Mit diesem Link kommt ihr direkt zu meinem Gastbeitrag: http://blog.punktkommatext.de/blogwichtelbeitrag-meine-gefuehle-zum-thema-essen/ Viel Spaß beim Lesen!

Kennt ihr das? Habt ihr Fragen oder Anregungen? Dann nutzt die Kommentarfunktion. Ich freue mich.

Eure,

Manon García

Jan 092016
 
Petra A. Bauer - Autorin, Bloggerin, Journalistin und GartenFee aus Berlin

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Beim alljährlichen Blogwichteln des weltbesten Frauennetzwerks Texttreff wurde mir erneut Petra A. Bauer zugelost. Dieses Mal hat sie mir einen interessanten (privaten) Beitrag zum Thema Hochbegabung und Hochsensibilität geschrieben. Vielen Dank liebe Petra und allen anderen viel Spaß beim Lesen! 🙂

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Für das Texttreff-Blogwichteln 2015 /16 darf ich Manon Garcia im Hochbegabungsblog bewichteln. Vielen Dank!

Hochbegabt oder hochsensibel?

Ich denke, Hochsensibilität kann ich bei mir ausschließen. Bevor ich danach gegoogelt habe, was es eigentlich genau bedeutet hochsensibel zu sein, habe ich gedacht, dass ich schreibe: „Ich habe eher ein Gemüt, wie ein Schaukelpferd!“. Aber es geht ja gar nicht um das „sensibel“, wie wir es kennen, wenn auf dem Schulhof jemanden hinterhergerufen wird: „Du bist ja ne Mimose!“. Offenbar geht es aber tatsächlich um unsere Sinne und darum, dass hochsensible Menschen Reize intensiver wahrnehmen als der Durchschnitt der Bevölkerung . Ich habe sogar einen „Hochsensibel-Test“ gemacht. Manche Dinge treffen zu, aber das liegt dann wohl eher an meinem ADS. Hochsensibel bin ich also schonmal nicht.

Hochbegabt? Ich würde das Wort so uneingeschränkt auf mich nicht anwenden wollen, denn „Hochbegabung“ ist ein starker Begriff, der heutzutage schon beinahe inflationär gebraucht wird. Und trotzdem sprach lange Zeit einiges bei mir dafür hochbegabt zu sein, mit diversen daraus resultierenden Problemen:

„Altklug“

Im Alter von vier Jahren habe ich mir das Lesen beigebracht. Ich habe meine Eltern immer gelöchert, was denn das alles so heißt, auf Verpackungen und Leuchtreklamen. Einzelne Buchstaben habe ich nie gepaukt und meine Eltern haben nur meine Fragen beantwortet und nicht auf irgendwelche Zirkusnummern hingearbeitet. Ich war ihnen sowieso schon viel zu altklug, weil ich nur mit Erwachsenen aufwuchs.

Mit fünf Jahren konnte ich dann schreiben und habe meinem Vater die Artikel aus unserer Tageszeitung vorgelesen. Als die Einschulungsuntersuchung anstand, legte man meinen Eltern ans Herz, mich die Erste Klasse überspringen zu lassen. Diese hatten jedoch die Befürchtung, dass der soziale Aspekt dann kompliziert sein und ich keinen Anschluss finden würde.

Also kam ich in die Erste Klasse – gemeinsam mit 41 anderen Schülern. Ich war von Anfang an die Außenseiterin. Das doofe Einzelkind, das alles besser wusste. Wenn ich mich meldete, sagte meine Lehrerin: „Du musst dich nicht melden. Dass DU das weißt, wissen wir.“

Langeweile pur

Einmal habe ich in einem Diktat alle i-Punkte und Satzzeichen in Sternchen verwandelt, weil ich immer schon ewig fertig war, wenn der Klassenletzte immer noch fragte, wie die drei gerade diktierten Worte nochmal hießen. Ich hatte null Fehler und bekam wegen der Sternchen einen Anschiss, den ich bis heute nicht vergessen habe. Und das, wo unsere Lehrerin ja angeblich so fortschrittlich war. Sie diskutierte mit uns über Atomkraft und den §218 und war ein Fan von Baader-Meinhof. Aber unterforderte Schüler zu fördern – oder wenigstens nicht zu dissen – das bekam sie nicht hin. So habe ich mich unter ihrer „Obhut“ sechs Jahre lang durch das Berliner Grundschulsystem gelangweilt.

Manchmal kam tatsächlich etwas, das ich noch nicht konnte, das habe ich dann aber oft nicht mitbekommen, weil ich mit meinen Gedanken natürlich woanders war. Und da wir nie Hausaufgaben aufbekamen, habe ich nie das Lernen an sich gelernt. Dinge, die mich aus eigeneer Motivation heraus interessierten, sog ich auf, wie ein Schwamm und vergaß sie auch nicht.

Queen of forgotten Homework

Als ich später auf dem Gymnasium auch Dinge lernen sollte, die mich NICHT interessierten (und das waren viele) und Hausaufgaben machen sollte, wurde es schwierig. Ich war die Queen of forgotten homework, und hätte es für jede nicht gemachte Hausaufgabe eine Sechs gegeben, wie das ja leider heute praktiziert wird, wäre ich wohl nicht zum Abitur zugelassen worden. Und das, obwohl ich auch in den ungeliebten Fächern nicht viel tun musste, um eine akzeptable Zensur zu bekommen. Außer in Mathe, aber das durfte ich in der Oberstufe nach zwei Semestern abwählen.

Ich habe mein Abi letztlich mit Lern-Minimalaufwand gemacht (faul bin ich nämlich außerdem) und mich mit einer gemütlichen 2,9 zufriedengegeben. In der Retrospektive würde ich sagen, dass ich Teilleistungsstärken hatte (habe?). Wie gesagt, Hochbegabung ist ein starkes Wort, das ich nicht uneingeschränkt für mich in Anspruch nehmen möchte. Mir fällt es heute noch genauso leicht, Dinge zu lernen, die mich interessieren und ebenso schwer, Dinge zu lernen (oder über Dinge zu schreiben), die ich nicht mag. Anständige Strategien zum Lernen und Arbeiten habe ich bis heute nicht.

Kind 4 – hochbegabt?

Als ich 14 war, wurde ein IQ-Test bei mir durchgeführt, der bei irgendwas über 130 lag. Genaueres haben meine Eltern nicht verraten, weil sie nicht wollten, dass ich irgendwelche Flausen in den Kopf bekam. Dabei hat mich das alles gar nicht sonderlich interessiert. Hochbegabung war gar kein Thema, bis meine Jüngste Tochter ihren Namen in den Lack unseres VW-Busses ritzte, als sie vier Jahre alt war.

Im Kindergarten langweilte die Kleine sich schon lange und niemand interessierte sich dafür, dass sie zu lesen begann. Dass sie schreiben konnte, zeigte sie dort lieber erst gar nicht. Nachdem es früher zwei altersgemischte Gruppen gab, hatte man die beiden Gruppen irgendwann nach Alter sortiert und sie war bei den „Babys“ gelandet, wo sie im Prinzip gar nichts durfte.

Nicht überall wo „Hochbegabtenförderung“ draufsteht, ist auch Hochbegabtenförderung drin

Nachdem Gespräche mit den Erziehern ins Leere liefen, kam sie aus der Kita mit viereinhalb Jahren in die Vorschule, wo sie aufblühte. Mit fünfeinhalb Jahren wurde sie eingeschult – blöderweise in eine Schule, die sich Hochbegabtenförderung auf die Fahne geschrieben hatte.

Was eigentlich gut sein sollte, verkehrte sich nämlich ins Gegenteil: Binnendifferenzierung blieb eine Worthülse und zusätzlich war sie in eine Klasse mit Schülern gekommen, die teilweise einen IQ von über 140 hatten. Darunter war ein Mathegenie, dass sie immer damit aufzog, dass sie Mathe eben überhaupt nicht konnte (und bis heute nicht kann). Ganz schnell war sie durch diese Rädelsführerschaft „die Doofe“ in der Klasse und trug die rote Laterne mit sich herum. Die Lehrerin, die sich mehr Sorgen darüber machte, wenn unsere Tochter mal wieder ihre Buntstifte vergessen hatte, als dass sie andere Aufgaben bekommen hätte, wenn sie im Deutschunterricht vor allen anderen fertig war, hat ein übriges dazu beigetragen, dass die Kleine immer frustrierter und lernunwilliger wurde. Das änderte sich endlich, als die ganzen „Cracks“ nach der Vierten Klasse auf die Schnelläufergymnasien wechselten. Die paar Kinder, die noch in der Klasse verblieben, wurden auf andere Klassen aufgeteilt. In ihrer neuen Klasse gehörte sie zu den Besten und fand ihr Selbstvertrauen wieder.

Brauchen wir Schubladen? Nein, aber Verständnis.

Auch im Fall unserer Tochter tippe ich eher auf eine Teilleistungsstärke oder einen altersbedingten Leistungsvorsprung als auf Hochbegabung, obwohl ich lange Mitglied in einer Mailingliste von Müttern hochbegabter Kinder war. Diese Grenze zu ziehen ist schwierig, und Zahlen der IQ-Tests hängen auch von vielen Faktoren ab. Meine Tochter ist kein sogenanntes Wunderkind, ebensowenig wie ich eines war.

Ich denke, für Otto Normalverbraucher sind hochbegabte Kinder weiterhin die, die schon mit drei Jahren ihre erste Oper komponieren, hundertstellige Zahlenkolonnen binnen Sekunden im Kopf mutliplizieren und nebenbei noch Jugendschachweltmeister sind. Ach, und sportliche Höchstleistungen erbringen sie außerdem, jedenfalls denken viele das so. Möglicherweise benötigen wir bei der Schubladisierung überdurchschnittlich intelligenter Kinder andere Begrifflichkeiten. Oder wir lassen die Schubladen weg und versuchen zu erkennen, dass es ebenso eine Bürde sein kann zu viel zu wissen, als wenn man zu wenig in seinen Kopf hineinbekommt.

Gerade Eltern, Erzieher und Lehrer sind hier gefragt, denn wie hilflos und ausgeschlossen man sich fühlt, wenn es heißt „Dass DU das kannst, wissen wir“ oder wenn immer auf den durchaus vorhandenen Defiziten (wie überdurchschnittliche Schusseligkeit) herumgehackt wird, das haben meine Tochter und ich erlebt. Es tut nicht Not, immer und immer wieder auszuprobieren, wie viel eine Kinderseele aushält.

Petra A. Bauer - Autorin, Bloggerin, Journalistin und GartenFee aus Berlin

Petra A. Bauer – Autorin, Bloggerin, Journalistin und GartenFee aus Berlin

Petra A. Bauer, 2016

 

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Feb 112015
 
Mag.a Susanne Gurschler, freie Journalistin und Autorin mit Schwerpunkt Kunst und Kultur, Architektur, Zeitgeschichte, Kulinarik und Wandern

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Wie jedes Jahr gibt es beim Texttreff.de das Blogwichteln.

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texttreff-Blogwichteln

Dieses Jahr wurde mir für den Hochbegabungs-Blog Susanne Gurschler zugelost. Susanne Gurschler ist eine freie Journalistin und Autorin mit Schwerpunkt Kunst und Kultur, Architektur, Zeitgeschichte, Kulinarik und Wandern. Sie schrieb Beiträge für diverse Magazine, Kataloge und Sammelbände. 2011 erschien „Panorama der ‚Schlacht am Bergisel’. Derzeit arbeitet sie an einem neuen Buch. Sie lebt in Innsbruck und wer weitere Infos wünscht, erhält diese unter www.susannegurschler.at.

Mag.a Susanne Gurschler, freie Journalistin und Autorin mit Schwerpunkt Kunst und Kultur, Architektur, Zeitgeschichte, Kulinarik und Wandern

Mag.a Susanne Gurschler, freie Journalistin und Autorin, copyright Ursula Aichner, Fotowerk Aichner

Ich freue mich sehr über den Beitrag und hoffe, dass Ihr ebenso Spaß habt beim Lesen. Anschließend ist jeder eingeladen die abschließende Frage zu beantworten.

—- Gastbeitrag Anfang

Texttreff-Blogwichteln

Das Texttreff-Blogwichteln ist eine feine Sache. Immer aufregend. Gerne auch ein bisschen raus aus der Komfortzone: Könnte ja sein, dass dir gar nix einfällt zum Blog deines Wichtels. Heuer wurde mir Manon Garcia zugewichtelt. Ein Blick auf ihren Blog und ich dachte: Oh, mein Gott! Hochbegabung. … Hochbegabung? – Was, bitte, soll ich da schreiben?

Muffensausen

Muffensausen also. Erst mal. Und raus aus der Komfortzone, nicht nur ein bisschen. Raus aus der Komfortzone heißt auch Herausforderung. Das mag ich eigentlich: ab und an von der kuscheligen Couch rutschen oder gestoßen werden. Je nachdem. Erst vor kurzem ein Anruf: Hättest du Zeit und Lust eine Veranstaltung zu moderieren? Der innere Schweinehund, noch voll im Couchmodus, horcht auf, will sich einmischen, mein Ja fährt dazwischen.

Ich also: Klar. Sehr gerne!

Und das Ding ist im Kasten.

Innerer Schweinehund

Das Muffensausen folgt auf dem Fuß. Ich kenne meinen inneren Schweinehund. Ich moderiere gerne, ich finde das spannend – aber ich habe Lampenfieber. Richtiges Lampenfieber mit allem Pipapo. Mein innerer Schweinehund würde also sofort Nein sagen, wenn er dazu käme. Die Tage, die Stunden, die Minuten und Sekunden vor dem „Ereignis“: Lampenfieber in allen Facetten. Und ein innerer Schweinehund, der ständig wiederholt: Ich sag’s ja, lass es!

Ich habe die Moderation gemacht. Natürlich. Sie ist prima gelaufen. Sie hat mir Spaß gemacht. Ich habe wieder viel dazugelernt. Und ich werde es wieder tun. Aber frage nicht, wie es meinen Nerven ging.

So ging es mir mit Manons Blog. Also nicht ganz so, aber so ähnlich.

Hochbegabung – völlig unbekannt

Je mehr ich darüber nachdachte, desto weniger wusste ich, was ich bloggen könnte.

Raus aus der Komfortzone hieß immer mehr: rein in etwas völlig Unbekanntes. Was ist Hochbegabung? Wie erkennt man sie? Wie geht man damit um? Als Betroffene(r)? Im Umfeld? Ich grübelte.

Ich las den Wikipedia-Beitrag zum Thema: Von Intelligenztests ist da die Rede, von Unterforderung in der Schule, sozialen Schwierigkeiten. Alles sehr theoretisch, trocken. Dann einige Blogeinträge, natürlich das, was Manon in ihrem Blog schreibt. Ihr Buch „Hochbegabung bei Erwachsenen: Erkennen, akzeptieren und ausleben“ habe ich – leider – nicht gelesen.

Ich las … und fühlte mich überfordert.

Überforderung

Wie immer befragte ich auch mein Regal. Schließlich habe ich mir ganze Welten lesend erschlossen.

Hochbegabung. Hab ich da was? Im Sachbuchbereich fällt mir nichts ein. Ein Blick auf die Buchrücken bringt erste Annäherungen: die wunderbare Biografie über den genialen Mathematiker Kurt Gödel, hochintelligent, brillanter Denker, schwieriger Mensch, tragisches Ende; eine über Leonardo da Vinci, Maler, Architekt, Erfinder, ein Universalgelehrter, so clever und vielseitig, dass einem vor Ehrfurcht ganz mau wird; eine über Goethe, auch so einer. Aber ist es das? Genie? Universalgelehrter?

Ich bin unsicher.

Recherche in der Literatur

Ich wende mich der Literatur zu. Langsam tröpfeln Namen. Sherlock Holmes fällt mir ein, der geniale Kombinierer, der überragende Detektiv. In seinem Windschatten zwinkert der äußerst intelligente Artemis Fowl, Held einer Reihe von Science-Fiction-Romanen von Eoin Colfer. Ein herzerfrischend kecker Held.

Könnte man Goethes Faust als Hochbegabten bezeichnen? Wie ist es mit Elias in „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider? Oder Michel Djerzinski in Michel Houellebecqs Roman „Elementarteilchen“? Mit Lisbeth Salander in den Krimis von Stieg Larsson? – Hm?

Lange stehe ich vor dem Bücherregal und überlege.

Recherche bei Filmtiteln

Filmtitel drängen sich immer wieder auf: „Rain Man“. „A Beautiful Mind“. „Good Will Hunting“. „Das Wunderkind Tate“. Oder, ganz aktuell: „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, die Verfilmung der Lebensgeschichte des Physikers Stephen Hawking.

Sind das Hochbegabte? Inselbegabte?

Verwirrung.

Recherche im Internet

Ich durchforste weiter mein Regal. Suche erneut im Internet: Roman Hochbegabung; Belletristik Hochbegabung. Protagonist Hochbegabung. Seite über Seite. Ähnliche Verwirrung, ähnliche Fragen.

Nun bin ich angestachelt: Gibt es einen spannenden Roman, einen zeitgenössischen, der Hochbegabung zum Thema hat? Gibt es einen Roman mit einer Hochbegabten, einem Hochbegabten als Hauptfigur? Einen, den Sie mir empfehlen würden, damit ich eintauchen kann in diese Welt?

—- Ende Gastbeitrag

Nun bin ich gespannt, wer sich alles meldet und was für Vorschläge, Anregungen oder Tipps gegeben werden, mit denen Susanne Gurschler in diese Welt eintauchen kann.

Eure,

Manon García

Dez 142011
 

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Alcatraz

Henrik, mein Neffe, besuchte vor wenigen Wochen die Gefangeneninsel Alcatrez. Seit dem Klassiker Escape from Alcatrez mit Clint Eastwood in der Hauptrolle, ist Einzelhaft, abgeschnitten von sozialen Kontakten, alleine und isoliert zu sein, für viele die ultimative Bestrafung. Doch nicht Gitterstäbe isolieren.  Hochbegabung oder Behinderung, beides kann Betroffenen wie ein Isolationsgefängnis vorkommen.

Umgang Hochbegabung

Meine Mitschülerin Christina, die einen Jahrgang übersprang, war sicher hochbegabt, auch wenn keiner in den achtziger Jahren dieses Wort aussprach. Eher wurde hinter vorgehaltener Hand über das arme Kind getuschelt. Trimmten die Eltern sie nicht auf Leistung? Was war das nur für ein ungesundes Elitedenken! Dem Mädchen wurde doch die Kindheit geraubt. Und jetzt hatte das stille Kind auch keine Freunde mehr. Bedauernswerte Christina!

Ob man ihr gerecht wurde, ist schwer zu sagen. Hochbegabte Kinder wie Christina fühlen sich oft übersehen und nicht verstanden. Wut und Ohnmacht zeigt sich, wenn sie das Lernen verweigern, nur um in der sozialen Liga der Klasse mitzuspielen. Andere werden verhaltensauffällig, weil sie isoliert sind und nicht ihr menschliches Potential ausleben können. Wie alle wollen sie doch einfach sie selbst sein.

Hochbegabung in Deutschland

Über Hochbegabung wird gesprochen. Zumindest in Deutschland, während in meiner Wahlheimat Dänemark immer noch das vom Autor Aksel Sandemose umschriebene Gesetz Jantelov herrscht. Dieses beschreibt mit zehn Geboten den kulturellen und politischen Umgangscode. Wage es nicht, dich über andere zu erhöhen. Stell dich niemals klüger und besser als andere dar. Noch heute gibt es hier die Einheitsschule mit allen Vor- und Nachteilen bis zur 9. Klasse.

Hochbegabung oder Behinderung

Was macht man mit Kindern, die unterfordert sind? Hochbegabte brauchen wie Behinderte – auf Dänisch heißen sie „entwicklungsgehemmte Menschen“ – eine individuelle Stütze, um das Leben ausschöpfen zu können. Menschen mit einer Behinderung haben Anspruch auf Pflege, bekommen Hilfsmittel wie Rollstühle oder Krücken bereitgestellt. Hochbegabte dagegen werden in ihrem menschlichen Potential beschränkt, und von der Gesellschaft „behindert“. Das drängt sich die Frage auf, wer die besseren Karten gezogen hat? Der Behinderte oder der Hochbegabte?

Würde des Menschen

Natürlich ist die Würde eines Menschen nicht abhängig von seinen Leistungen – das will Mensa ja auch gar nicht erzählen! Zum Menschsein gehören auch soziale Intelligenz und Empathie, aber halt, ich sage nicht, dass das eine das andere ausschließt. Vielmehr schließen wir Menschen aus unserer Mitte aus, wenn unsere Gesellschaft nicht auf deren Bedürfnisse achtet. Und die sind individuell.

Schwerhörigkeit als Kind

Für mich war das Thema Hochbegabung nie aktuell. Ich habe mit anderen Hürden auf meinem Lebensweg gekämpft. Als schwerhöriges Kind, welches in der Welt der Hörenden navigieren musste, hatte ich genug damit zu tun, zu überleben – so wie hochbegabte Kinder, aber mit meiner Behinderung.  Hochbegabung und Behinderung ähneln sich. Und die Überlebensstrategien sind vergleichbar.

Meine war einfach. Ich wollte dazu gehören. Also musste ich beweisen, dass ich auch mit fehlenden Tönen und Lauten Musik machen konnte. Kinder sind Überlebenskünstler.

Kaum vorstellbar, aber damals war die Glotze noch eine neumodische Errungenschaft, und nach dem Abendessen kauerte Deutschland vor dem Hausaltar. Ich langweilte mich, denn ich konnte nicht vom Mund der Schauspieler ablesen; entweder, weil die Filme synchronisiert waren oder die Kamera nicht auf den Mund des Sprechers fokussierte.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie oft bei der Tagesschau Bilder vom Ort des Unglücks gezeigt werden, während der Sprecher gleichzeitig darüber zu berichtet? Ein Ding der Unmöglichkeit für Hörbehinderte, die vom Mund ablesen.

Bücher retteten mich aus meiner Isolation. Ich las alles und überall. Je dicker das Buch, umso besser. Während andere Kinder spielten oder vor der Flimmerkiste hockten, verschlang ich Klassiker und dicke Wälzer.  Ich lernte die Wörter anhand des Kontextes, eignete mir die korrekte Sprache, moderne Slangausdrücke und umgangssprachliche Wendungen an. Also war der Landstreicher kein Anstreicher und Töllerei keine Döllerei, das Kopfsteinpflaster kein Kropfsteinpflaster….Romane waren für mich das Tor zur Welt der Hörenden. Sie waren meine Freunde, denn abgesehen von meinen Romanfiguren fühlte ich mich oft isoliert. Nicht, dass ich kein soziales Netzwerk hatte.

Im Gegenteil, oft fühlte ich mich ausgeschlossen. Allein zu sein ist wirklich nicht das schlimmste Schicksal. Grausamer ist es, unter fröhlichen Menschen nicht zu wissen, worüber sie sich unterhalten oder warum sie lachen. Allein in einer Gruppe zu sein ist die ärgste Einzelhaft. Die ist nicht nur Straftätern vorbehalten, sondern auch das Schicksal Hochbegabter und Behinderter. Isoliert, ohne Gitterstäbe, unter Normalos….oder wie war das noch?

Das Jantegesetz, aufgestellt in 10 Geboten.

  1. Du sollst nicht glauben, dass du etwas bist.
  2. Du sollst nicht glauben, dass du genauso viel bist wie wir.
  3. Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als wir.
  4. Du sollst dir nicht einbilden, dass du besser bist als wir.
  5. Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir.
  6. Du sollst nicht glauben, dass du mehr bist als wir.
  7. Du sollst nicht glauben, dass du zu etwas taugst.
  8. Du sollst nicht über uns lachen.
  9. Du sollst nicht glauben, dass sich irgendjemand um dich kümmert.
  10. Du sollst nicht glauben, dass du uns etwas beibringen kannst.

Dez 042011
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Der Texttreff veranstaltet dieses Jahr das Blogwichteln, bei dem verschiedene Textinen teilnahmen und einem Blog zugelost wurden. Mit meinem Hochbegabungs-Blog wurde ich einem Katzen-Blog zugelost.

Ich musste nicht lange überlegen und schrieb über den Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Katzen oder eben keine Hochbegabung und Katzen. Konnte ja auch nicht anders sein. Zumindest, wenn man meinem Titel: Sind Sie noch Katze oder schon Hund? Glauben schenkt.

Der Gastbeitrag kann auf dem Blog von Anika Abel nachgelesen werden. Sehr interessant sind auch die Kommentare!

Viel Spaß beim Lesen!

Dez 022011
 

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Manon Garcia nimmt als Textine beim Texttreff-Blogwichteln teil.Texttreff-Blogwichteln

So heißt die neue Aktion von texttreff. Nun ist die Frage, was ist texttreff? Und was hat es mit dem Blogwichteln auf sich? Und vor allem, wie ist die Verbindung zum Hochbegabungs-Blog? Der Reihe nach!

Was ist der texttreff?

Texttreff ist ein Netzwerk von wortstarken Frauen, die in irgendeiner Weise mit Text zu haben. Sei es Freelancerin, eLancerin, Autorin, Werbetexterin, PR-Frau, Journalistin, Lektorin, etc.

Das Netzwerk dient als Anlaufstelle für alle wichtigen und unwichtigen Themen von A wie AGB bis Z wie Zusammenarbeit. Viele Aktionen sind bereits durch das texttreff initiiert worden, wie zum Beispiel im letzten Jahr der SChreibwettbewerb oder in diesem Jahr das Blogwichteln.

Was ist Blogwichteln?

Das Blogwichteln wurde von einer Textine, wie wir uns selber nennen, ins Leben gerufen. Es nahmen 45 Texttreff-Frauen mit 55 Blogs teil. Alles Blogs kamen in die Lostrommel und wurden jeweils einer Textine zugeordnet. Diese schreibt einen Gastbeitrag für das zugeloste Blog und wartet auf einen Gastbeitrag einer Textine auf ihrem Blog.

Das Interessante an dieser AKtion ist, dass Frauen mit ihren Spezialgebieten sich mit dem zugelosten Themen-Blog auseinandersetzt und einen Gastbeitrag aus Ihrer Sicht schreibt. Das kann nur interessant werden!

Ich nahm mit dem Hochbegabungs-Blog und dem HSV-Blog teil und bekam zwei Blogs zugelost. Wie unterschiedlich die Themen sind, sieht man an den zugelosten Blogs. Denn der Hochbegabungs-Blog wurde einem Katzen-Blog und der HSV-Blog einem Depressions-Blog zugelost.

Beim Katzenblog war die Verbindung von Hochbegabung und Katzen schnell hergestellt. Sind doch Katzen und Hunde im Ratgeber enthalten.

Der HSV-Blog hat es da schon schwieriger. Vor wenigen Wochen wäre mir die Verbindung leichter gefallen, schienen doch alle HSV-Fans in einer tiefen Depression zu stecken, aber da sich beim HSV gerade alles zum Guten wendet, werde ich mir etwas anderes einfallen lassen. Seid gespannt!

Verbindung zum Hochbegabungs-Blog?

Der wurde bereits hergestellt. Eine Textine wird hier auf diesem Blog einen Gastbeitrag schreiben und im Dezember veröffentlichen. Auf diesen Beitrag werde ich bei Twitter und Facebook hinweisen, so dass alle Interessierte die Chance erhalten davon zu erfahren. Oder schaut einfach hier wieder vorbei.

Wer sich über diese Aktion informieren möchte, kann das natürlich machen. Es gibt den tt-Blog (texttreff-Blog) und die Webseite von texttreff.

Eva Maria Nielsen

Eva Maria Nielsen wurde mein Hochbegabungs-Blog zugelost. Sie wird hier im Dezember einen Gastbeitrag zum Thema Hochbegabung schreiben, worauf ich mich sehr freue.

Eva Maria Nielsen ist eine Textine wie ich und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sie arbeitet als freiberufliche Journalistin und Sachbuchautorin. In ihrer Freizeit schreibt sie Thriller und Kinderbücher. Interessierte können ihr in ihrem Sprachlabor über die Schulter schauen.

 

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