Dez 082013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Zwei Menschen können aus derselben Distanz einen Sachverhalt betrachten und sehen doch Unterschiedliches. Manchmal völlig unterschiedliches, was zum Konflikt führen kann, wenn versucht wird sich über das Gesehene oder Wahrgenommene zu unterhalten. Woran kann das liegen? Womit hat es zu tun?

Sehen ist nicht gleich Sehen

Aufgrund des Beitrags zwei Sichtweisen – ein Konflikt: Hochbegabung im Blick  auf meinem Blog (Sehen aus der Distanz, Nähe oder beides), ist die Fragestellung aufgetreten, wieso und warum es dieses Phänomen gibt, dass zwei Menschen mit gesunden und funktionierenden Augen etwas betrachten, aber zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen in der Wahrnehmungen kommen. Diese sind mitunter so verschieden, dass es eine Auseinandersetzung, Diskussion oder gar zum Streit führen kann, wenn nicht bedacht wird, dass derselbe Blick nicht derselbe Blick bedeutet.

Bilder, bei denen sich zwei Motive abwechseln

Vermutlich kennt jeder die Umspringbilder. Das bekannteste ist vermutlich der Rubinsche Pokal, bei dem entweder ein weißer Pokal auf schwarzem Hintergrund oder zwei schwarze Gesichter im Profil vor weißem Hintergrund zu sehen sind. Manche sehen das eine Bild, manche das andere und manche beide. Oder es gibt das Bild, was auf dem ersten Blick eine alte Frau darstellt und auf dem zweiten Blick, wer es denn sieht, eine schöne Frau. Davon gibt es unendlich viele Motive und Beispiele, die im Internet unter dem Stichwort „Umspringbilder“ zu finden sind. Aber was hast das nun mit der Ausgangsfrage zu tun?

Beim Sehen kommt immer auch was hinzu

Beim Sehen passiert zweierlei. Zum einen wird das Bild auf dem Kopf und verkleinert auf der Netzhaut dargestellt. Die Reize werden ans Gehirn weitergeleitet. Diese kurze Erklärungsform zum Sehen soll hier reichen. Zum anderen passiert aber noch etwas, was bei jedem gleich ist. Es kommt zu den Reizen noch etwas hinzu. Dieses was hinzukommt hat mit den Erfahrungen, Deutungen und Erinnerungen zu tun, die jeder Mensch erlebte. Mit anderen Worten: ein Sehen ist nicht gleich Sehen, sondern Sehen ist Sehen plus etwas. Dieses was dazu kommt, ist aber bei jedem unterschiedlich.

Trotz Anstrengungen wird nicht dasselbe gesehen

Vielleicht hatten Sie mal eine Situation, wo in einen Teich, See, Meer geschaut wurde und jemand etwas sah und es ihnen zeigen wollte. Er hat also etwas im Wasser entdeckt und da Sie nicht wissen, worauf Sie achten sollen, sehen Sie es nicht oder später. Wird Ihnen nun genau beschrieben, was der andere sieht, wo es sich befindet, wie es aussieht und in welche Richtung Sie blicken müssen, dann sahen Sie es auch. Kommen Sie ein zweites Mal an diese Stelle, werden Sie das sofort wieder erkennen, denn Sie wissen jetzt, worauf Sie achten müssen. Das Sehen, war in beiden Fällen gleich. Aber es kam in diesem Fall eine Erinnerung hinzu. So wie bei diesem Beispiel ist es bei jedem Sehen. Je nach Fokus, nach Interesse, nach Erfahrungen, nach Deutungen, nach Erinnerungen usw. wird unterschiedlich gesehen. Und manchmal kann es trotz Anstrengung nicht das gesehen werden, was die andere Person sieht.

Jeder ist anders

Deshalb können wir auch hier wieder festhalten, dass jeder anders ist. Auch hier ist es wichtig zu respektieren, dass das eigene Sehen nicht von anderen Gesehen wird. Jeder sieht das eigene. Deshalb sollte auch hier Gelassenheit an den Tag gelegt werden, wenn zwei Menschen auf dieselbe Sachen schauen, aber nicht dasselbe sehen. Es kann nicht dasselbe sein. Es kann sich vielleicht auf eine Gemeinsamkeit, auf einen gemeinsamen Nenner oder eine Schnittmenge geeinigt werden, aber das Sehen an sich ist bei jedem anders. Was ja auch schön ist. 🙂

Eure,

Manon García

 

Nov 122013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Respekt und Wertschätzung

Der Ruf nach Respekt im Sinne von Wertschätzung und Anerkennung wird immer lauter. Wertschätzung ist eine positive Bewertung einer anderen Person. Sie sollte wohlwollend sein und sich auf die ganze Person beziehen. Und obwohl Leistungen die Wertschätzung beeinflussen ist der Wunsch nach Respekt ohne Berücksichtigung von Leistungen groß. Geliebt werden, so wie man ist. Angenommen, weil man ist, wie man ist.

Respekt! Du bist anders

Ist das in der heutigen Gesellschaft noch möglich? Anderen Menschen respektvoll zu begegnen? Sie zu mögen, weil sie sind, wie sie sind? Und nicht als erstes nach Leistungen und Status zu fragen? Oder jemanden nicht abzulehnen, wenn er anders ist, sondern ihn zu nehmen, wie er oder sie ist? Respektieren, auch wenn nicht jede Handlung oder jedes Verhalten verstanden wird? Wie schön wäre es, wenn nicht sofort abgelehnt wird, was anders und fremd ist.

Heterogenität

Es ist erforscht, dass heterogene Gruppen erfolgreicher und effektiver arbeiten. Allerdings ist die Voraussetzung, dass sich respektvoll begegnet wird. Wenn der Respekt auf beiden Seiten vorhanden ist, kann jeder seine Meinung, sein Erleben einbringen und so die Gruppe voranbringen. Allerdings gibt es einen enormen Leistungsabfall, wenn der gegenseitige Respekt nicht vorhanden ist und keine Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet.

Hochbegabte, Hochsensible, …

Viel zu oft gibt es die Situation, dass eine andere Person nicht verstanden wird, und das schon reicht, um diese zu meiden und im schlimmsten Fall zu verachten. Schnell kommt es zu gruppendynamischen Prozessen, ist doch das Anderssein eine vermeintliche Bedrohung, der nur begegnet werden kann, wenn die Gruppe im Rücken groß genug ist. Dadurch zerfleischen/streiten sich Menschen, die sich gegenseitig so viel geben könnten. Es ist schade, um das brachliegende Potenzial, welches entstehen könnte, würde ein respektvoller Umgang gelebt. Es geht nicht nur um die Einzelnen, sondern um Familien, Firmen, Klassen, Vereinen, Abteilungen usw.

Menschen, die anders sind

Menschen, die nicht sofort (oder gar nicht) verstanden werden, wünschen sich oftmals nichts anderes, als respektiert zu werden. Sie wollen so sein dürfen, wie sie sind. Wollen nicht durch gesellschaftliche Normen oder Gruppenzwang zur Anpassung gezwungen werden. Oftmals reicht ein Anpassen nicht und es geht darum, sich zu verbiegen oder gar zu verleugnen, möchte man anerkannt sein. Die Frage ist berechtigt, warum Menschen, Menschen, die anders sind, nicht einfach anerkennen und respektieren, sie positiv bewerten, obwohl oder weil sie anders sind. Es wäre für alle Beteiligte von Vorteil.

Respekt auf Gegenseitigkeit

Aber … können Menschen, die anders sind, und die sich nach Respekt sehnen, diesen eingeforderten Respekt auch anderen entgegen bringen? Vielleicht sogar denen, von denen sie den Respekt wünschen? Ich höre oft, dass andersseiende Menschen Respekt wünschen, endlich mal so anerkannt zu werden, wie sie sind. Allerdings höre ich auch oft, dass sich genau diese Menschen darüber aufregen, dass die anderen so sind, wie sie sind oder Dinge tun, die unlogisch oder umständlich sind. Aber Respekt funktioniert nicht nur in eine Richtung. Respekt ist ein gegenseitiges Konstrukt. Wenn ich Respekt fordere, sollte ich diesen auch anderen gegenüber zeigen. Gerade, wenn ich die anderen nicht verstehe. Denn das ist es ja, was auch ich wünsche. Anders sein zu dürfen und dabei von meinen Mitmenschen respektvoll behandelt zu werden.

Lächeln statt Ärgern

Sollten Sie jetzt nicht wissen, ob Sie zu diesen Menschen gehören, die zwar Respekt wünschen, aber unter Umständen dabei sehr zurückhaltend reagieren, wenn es darum geht, diesen an andere zu verteilen, dann versuchen Sie beim nächsten Mal, wenn Sie sich über jemanden ärgern, zu lächeln. Lächeln Sie und denken Sie daran, dass auch Sie anders in den Augen Ihres Gegenübers sind. Der Spalt, der sich zwischen Ihnen und anderen manchmal auftut, ist von beiden Seiten gleich weit. Wer sich also Respekt wünscht, sollte diesen auch anderen gegenüber zeigen. Und wenn Ihnen jemand auffällt, der Ihnen keinen Respekt entgegen bringt, und Sie mit dem Finger auf diese Person zeigen, dann denken Sie dran, dass drei Finger in Ihre Richtung zeigen.

In diesem Sinne wünsche ich eine respektvolle Zeit,

eure

Manon García

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