Nov 122013
 
Manon Garcia - Autorin und Coach für Hochbegabung und Hochsensibilität. Ratgeber: "Hochbegabung bei Erwachsenen" und "Hochbegabung leben". Expertin für Hochbegabung.

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Respekt und Wertschätzung

Der Ruf nach Respekt im Sinne von Wertschätzung und Anerkennung wird immer lauter. Wertschätzung ist eine positive Bewertung einer anderen Person. Sie sollte wohlwollend sein und sich auf die ganze Person beziehen. Und obwohl Leistungen die Wertschätzung beeinflussen ist der Wunsch nach Respekt ohne Berücksichtigung von Leistungen groß. Geliebt werden, so wie man ist. Angenommen, weil man ist, wie man ist.

Respekt! Du bist anders

Ist das in der heutigen Gesellschaft noch möglich? Anderen Menschen respektvoll zu begegnen? Sie zu mögen, weil sie sind, wie sie sind? Und nicht als erstes nach Leistungen und Status zu fragen? Oder jemanden nicht abzulehnen, wenn er anders ist, sondern ihn zu nehmen, wie er oder sie ist? Respektieren, auch wenn nicht jede Handlung oder jedes Verhalten verstanden wird? Wie schön wäre es, wenn nicht sofort abgelehnt wird, was anders und fremd ist.

Heterogenität

Es ist erforscht, dass heterogene Gruppen erfolgreicher und effektiver arbeiten. Allerdings ist die Voraussetzung, dass sich respektvoll begegnet wird. Wenn der Respekt auf beiden Seiten vorhanden ist, kann jeder seine Meinung, sein Erleben einbringen und so die Gruppe voranbringen. Allerdings gibt es einen enormen Leistungsabfall, wenn der gegenseitige Respekt nicht vorhanden ist und keine Kommunikation auf Augenhöhe stattfindet.

Hochbegabte, Hochsensible, …

Viel zu oft gibt es die Situation, dass eine andere Person nicht verstanden wird, und das schon reicht, um diese zu meiden und im schlimmsten Fall zu verachten. Schnell kommt es zu gruppendynamischen Prozessen, ist doch das Anderssein eine vermeintliche Bedrohung, der nur begegnet werden kann, wenn die Gruppe im Rücken groß genug ist. Dadurch zerfleischen/streiten sich Menschen, die sich gegenseitig so viel geben könnten. Es ist schade, um das brachliegende Potenzial, welches entstehen könnte, würde ein respektvoller Umgang gelebt. Es geht nicht nur um die Einzelnen, sondern um Familien, Firmen, Klassen, Vereinen, Abteilungen usw.

Menschen, die anders sind

Menschen, die nicht sofort (oder gar nicht) verstanden werden, wünschen sich oftmals nichts anderes, als respektiert zu werden. Sie wollen so sein dürfen, wie sie sind. Wollen nicht durch gesellschaftliche Normen oder Gruppenzwang zur Anpassung gezwungen werden. Oftmals reicht ein Anpassen nicht und es geht darum, sich zu verbiegen oder gar zu verleugnen, möchte man anerkannt sein. Die Frage ist berechtigt, warum Menschen, Menschen, die anders sind, nicht einfach anerkennen und respektieren, sie positiv bewerten, obwohl oder weil sie anders sind. Es wäre für alle Beteiligte von Vorteil.

Respekt auf Gegenseitigkeit

Aber … können Menschen, die anders sind, und die sich nach Respekt sehnen, diesen eingeforderten Respekt auch anderen entgegen bringen? Vielleicht sogar denen, von denen sie den Respekt wünschen? Ich höre oft, dass andersseiende Menschen Respekt wünschen, endlich mal so anerkannt zu werden, wie sie sind. Allerdings höre ich auch oft, dass sich genau diese Menschen darüber aufregen, dass die anderen so sind, wie sie sind oder Dinge tun, die unlogisch oder umständlich sind. Aber Respekt funktioniert nicht nur in eine Richtung. Respekt ist ein gegenseitiges Konstrukt. Wenn ich Respekt fordere, sollte ich diesen auch anderen gegenüber zeigen. Gerade, wenn ich die anderen nicht verstehe. Denn das ist es ja, was auch ich wünsche. Anders sein zu dürfen und dabei von meinen Mitmenschen respektvoll behandelt zu werden.

Lächeln statt Ärgern

Sollten Sie jetzt nicht wissen, ob Sie zu diesen Menschen gehören, die zwar Respekt wünschen, aber unter Umständen dabei sehr zurückhaltend reagieren, wenn es darum geht, diesen an andere zu verteilen, dann versuchen Sie beim nächsten Mal, wenn Sie sich über jemanden ärgern, zu lächeln. Lächeln Sie und denken Sie daran, dass auch Sie anders in den Augen Ihres Gegenübers sind. Der Spalt, der sich zwischen Ihnen und anderen manchmal auftut, ist von beiden Seiten gleich weit. Wer sich also Respekt wünscht, sollte diesen auch anderen gegenüber zeigen. Und wenn Ihnen jemand auffällt, der Ihnen keinen Respekt entgegen bringt, und Sie mit dem Finger auf diese Person zeigen, dann denken Sie dran, dass drei Finger in Ihre Richtung zeigen.

In diesem Sinne wünsche ich eine respektvolle Zeit,

eure

Manon García

Manon Garcia - Autorin und Coach

Diplom-Ingenieurin Manon Garcia arbeitet als Autorin und Coach. Seit Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit der (spät erkannten) Hochbegabung, der Hochsensibilität und dem Anderssein. Aktuelle Informationen finden Sie auf ihrer Website: www.manongarcia.de. Aktuelle Ratgeber zu den Themen: - Hochbegabung bei Erwachsenen - Hochbegabt oder hochsensibel - Das Anderssein leben.

  4 Responses to “Ich wünsche doch nur Respekt”

  1. Hallo,
    ich kann Dir nur zustimmen ich war gerade für fünf Wochen in der Systelios Klinik dort wird genau das vorgelebt und auch danach gehandelt.(Respekt und Wertschätzung).

    Lg

    Peter

  2. Moin Manon, danke für diesen Beitrag, er hat mich zum Lächeln gebracht und so fängt der Morgen schon mal gut an 😉 Wenn ich mit meinen 3 Kids on tour bin, teilt sich die Welt in 2 Lager: Die einen finden die Kinder ganz entzückend, die anderen schauen uns an, als wären wir Aliens („wie kann man heute noch 3 Kinder …?“). Wenn ich mich bzw. meine Kids mal wieder abgelehnt fühle, tröste ich mich damit, dass das meistens nichts über unser Auftreten oder unsere Manieren sagt, sondern über die des Menschen, der uns böse anschaut bzw. sogar anfaucht (ohne, dass die Kinder sich schlecht benommen hätten). Wer weiß, was diesen Menschen so respektlos werden ließ? Wer weiß, an welche Situation oder welchen Schmerz wir ihn erinnern? – Der Gedanke hilft auch im Businesskontext … und LÄCHELN hilft immer!

    • Liebe Petra,

      ja, Lächeln ist ein schönes Medikament, wirkt zwar nicht immer, aber oft. 🙂

      Eure Situation stelle ich mir bildlich vor, wie die Menschen euch entweder anlächeln oder die Nase rümpfen. Herrlich!

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