Hochbegabung und Alzheimer

Ich kann nicht sagen, ob das typisch hochbegabt oder einfach nur altersschwach ist. Bei mir kommt es immer wieder vor, dass ich stunden-, tage- oder wochenlang an diesem Thema arbeite. Ich lese, ich sortiere, ich übertrage, ich speichere, ich informiere mich. Das Thema ist mir wichtig und ich weiß, dass ich meine Informationen noch mal brauchen werde. Dann kommen andere Themen und ich arbeite an diesen genauso engagiert, wie an dem Vorherigen. Irgendwann kommt dann ein Tag, an dem ich wieder ein Thema habe, welches ich abspeichern und sortieren möchte. Und? Was muss ich entdecken??? Ich habe das Thema schon mal bearbeitet und abgespeichert!

Wie kann es kommen, dass ich beim zweiten Bearbeiten des Themas nicht merke, dass ich das schon mal hatte? Beim zweiten Bearbeiten bin ich der Meinung, dass ich etwas geniales entdeckt habe, dass ich an einer großen Sache dran bin und dass das sehr wichtig ist. Wenn ich dann sehe, dass ich das alles schon mal gedacht hatte, fällt mir auch alles andere dazu ein. Mir fällt ein, wann ich mich wie damit beschäftigte, aber vorher konnte ich mich daran nicht erinnern. Wie kann das sein? Habe ich in meinem Kopf Areale, die nicht miteinander kommunizieren?

Schlimmer wird es, wenn ich für mich eine These erarbeitet habe. Vielleicht saß ich an ihr tagelang und nun – zack – habe ich die geniale These auf dem Tisch. Super denke ich, das muss ich doch meiner Freundin erzählen. Ich fange an und sehe, wie sich ihre Stirn mit Runzeln übersät, erzähle aber weiter, weil meine These so bahnbrechend ist. Als ich ende höre ich statt tosendem Applaus: „Das hast du mir doch schon mal erzählt!“ Dazu dann die in Falten gelegte Stirn, der ungläubige Blick und der Ticker auf der Stirn: „Jetzt wird sie verrückt.“

In diesen Momenten zweifel ich an meiner Intelligenz, sollte ich sie jemals besessen haben. Wie kann ich diese bahnbrechende These 1. vergessen, 2. nicht mehr erinnern? Kann ich mich nun rausreden, dass ich immer so viel gleichzeitig denke, dass das mal passieren könnte? Aber die Frage bleibt, warum ausgerechnet für mich bahnbrechende Thesen hinten über fallen. Warum nicht eine unwichtige Zahl oder unwichtige Fakten? Warum so gravierendes Wissen, was mich und mein Leben verändern würde?

In diesen Momenten sehe ich mich in der Klapse mit nach hinten gebundenen Armen. Deshalb schiebe ich die Zweifel, die Ängste einfach beiseite und kann mich wieder auf Unwichtiges konzentrieren. 🙂

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